Adventszeit

Nikolausmarkt in Gladbeck: Wetter schreckt Besucher nicht ab

Ein heißer Apfelpunsch, in diesem Fall serviert vom Lions Club, schmeckt den Besuchern des Nikolausmarktes in Gladbeck auch bei nassem Schmuddelwetter.

Ein heißer Apfelpunsch, in diesem Fall serviert vom Lions Club, schmeckt den Besuchern des Nikolausmarktes in Gladbeck auch bei nassem Schmuddelwetter.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Vom Silberschmuck über Advent-Deko bis zu Pralinen aus dem Thermomix: 20 Aussteller aus Gladbeck laden zum Bummel über den Nikolausmarkt ein.

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„Wir sind zwei berufstätige Muttis, die nähen, stricken, basteln und dabei viel Spaß haben“, stellen sich Nina Grollmann und Melanie Diewald hinter ihrer bunten Auslage auf dem Nikolausmarkt vor. Bereits im August haben die beiden Krankenschwestern damit begonnen, ihr Sortiment für das 2. Adventswochenende aufzustocken: „In jedem Jahr kommen ein bis zwei neue Artikel dazu“, erklären sie. So zum Beispiel Weihnachtskugeln und T-Shirts, die sie mit verschiedenen Symbolen, unter anderem aus dem Bergbau, bedruckt haben. In der Fachsprache wird dieser Vorgang „plotten“ genannt.

Vereine, Verbände, Kitas und Klassengemeinschaften laden zum Nikolausmarkt ein

Trotz des eher mäßigen Wetters sei am Freitag, dem Eröffnungstag des Gladbecker Nikolausmarktes, das Interesse durchaus rege gewesen, berichten beide.

Wie sie, waren es auch in diesem Jahr wieder Gladbecker Kreative, Vereine, Verbände, Initiativen, Kindergärten und Klassengemeinschaften, die sich auf dem Willy-Brandt-Platz präsentierten. Anke Nienhaus vom Kulturamt der Stadt Gladbeck ist besonders stolz darauf, „dass es zu 90 Prozent Gladbecker Aussteller sind, die somit einen Querschnitt der breitgefächerten ehrenamtlichen Stadtgesellschaft darstellen.“

Zwar hätten mit 20 etwas weniger Anbieter als bisher gemeldet, doch sei es wieder gelungen, eine bunte Mischung verschiedener Fertigkeiten und Fähigkeiten zu präsentieren. Bei Babyschuhen aus Filz und Leder, Selbstgebackenem, Stofftieren und Puppenkleidung bis hin zu kunstvollem Silberschmuck bieten sich an diesen drei Tagen vielfältige Möglichkeiten, noch schnell das eine oder andere Weihnachtsgeschenk zu ergattern. Natalie Ristau will mit ihren Mitstreiterinnen aus der Elternschaft der Anne-Frank-Realschule dazu beitragen, die Klassenkassen der 6c und der 8a aufzubessern. Spritzgebäck, diverse Marmeladen und Nussecken „superfrisch“ finden schnell ihre Abnehmer, genauso wie die im Trend liegenden Pralinen aus dem Thermomix.

Viele Ehrenamtliche engagieren sich auf dem Markt - das lockt auch viele Besucher an

Das mache den besonderen Reiz des Gladbecker Nikolausmarktes aus, meint Anke Nienhaus, „denn dadurch, dass sich hier so viele Ehrenamtliche – zum Beispiel Elternpflegschaften – engagieren, kommen – auch bei schlechterem Wetter - Familienangehörige und Freunde vorbei, weil sie die gute Sache unterstützen wollen.“

Die Caritas-Werkstätten bieten selbstgedrehte Kerzen an, während der Kinderschutzbund Gladbeck unterschiedliche Angebote präsentiert. „Was haben wir denn alles?“, fragt Schriftführer Martin Wieschollek seine beiden Mitstreiterinnen etwas ratlos. Er sei heute nur für den Verkauf zuständig, schiebt er lachend nach. Aber dies zeige eigentlich das Problem, meint er: „Wir Männer sind beim Kinderschutzbund definitiv in der Minderheit. Wir brauchen dringend männliche Ehrenamtler.“

Weihnachtsmusik erklingt nicht - die Gema-Gebühren sind zu hoch

Mit Sternen aus edlem Papier und kunstvollen handgemachten Weihnachtskarten mit Motiven aus alten Gesangsbüchern will der Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) möglichst viele Besucher anlocken. „Das hat bisher schon gut geklappt“, sagt Elisabeth Kabbeck zufrieden, komme doch der Erlös der Kindertagesstätte „Oase“ zugute.

Irgendetwas ist anders als sonst beim Gladbecker Nikolausmarkt 2019. Richtig, es fehlt die Weihnachtsmusik, wie sie sonst auf Märkten dieser Art üblich ist. „Das stimmt“, erklärt Anke Nienhaus, „aber die Gema-Gebühren sind einfach zu hoch.“ Trotz des gemeinnützigen Charakters der Ausstellung werde nicht darauf verzichtet, bedauert sie.

„Ohne ein Sponsoring könnten wir den Nikolausmarkt nicht wirklich stemmen“, hatte bereits im letzten Jahr Matthias Alt von der Werbegemeinschaft gesagt. So sind seit Jahren Stadtsparkasse, ELE, Volksbank und Entdeckerweine Vollmer als „Hüttenpartner“ mit dabei.

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