Nord Westfalen

Neun Städte im IHK-Bereich hoben 2017 die Gewerbesteuer an

Die IHK untersuchte die Gewerbesteuer-Hebesätze - hier die IHK-Niedelrlassung in Gelsenkirchen-Buer.

Foto: Thomas Schmidtke

Die IHK untersuchte die Gewerbesteuer-Hebesätze - hier die IHK-Niedelrlassung in Gelsenkirchen-Buer. Foto: Thomas Schmidtke

Kreis/Gladbeck.  Die IHK ermittelte die Gewerbesteuer-Hebesätze in der Emscher-Lippe-Region und im Münsterland. Gladbeck liegt unter dem Schnitt der Nachbarstädte

Neun Städte und Gemeinden im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region haben die Gewerbesteuerhebesätze für das Jahr 2017 erhöht. Gladbeck bleibt allerdings bei seinem zum 1. Januar 2016 erhöhten Satz von 495 Punkten.

Das hat eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen bei den 78 Kommunen ihres Bezirks ergeben. Die Zahlen für das Jahr 2016 hat die amtliche NRW-Statistikstelle veröffentlicht. Die Unternehmen in den neun Kommunen, die den Hebesatz erhöht haben, müssen laut IHK Nord Westfalen entsprechend mit höheren Zahlungen an die Stadt- oder Gemeindekasse rechnen. Zwei Gemeinden haben aber auch den Hebesatz gesenkt.

IHK ist erfreut über zwei Kommunen, die die Gewerbesteuer senkten

„Es ist erfreulich, dass sich Ascheberg und Wettringen für eine Senkung des Gewerbesteuerhebesatzes entschieden haben“, hebt IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing hervor. Wettringen hat den Hebesatz um zehn Punkte auf 385 gesenkt, Ascheberg um sechs auf 423. Der Trend geht allerdings weiter in die andere Richtung: Insgesamt wurden die Gewerbesteuerhebesätze im IHK-Bezirk in den vergangenen acht Jahren nur sechs Mal gesenkt, aber 165 Mal erhöht.

Unter den neun Städten und Gemeinden, die den Hebesatz für 2017 erhöht haben, sind vier, die eine Erhöhung um zehn oder mehr Punkte beschlossen haben: Isselburg (plus 23 auf 440 Hebesatzpunkte), Steinfurt (plus 22 auf 450), Rhede (plus 13 auf 430) und Recklinghausen (plus 10 auf 520). IHK-Hauptgeschäftsführer Schulte-Uebbing hat Verständnis für die Entscheidung mancher Kommunen, die Steuer zu erhöhen – „schon um Nachteile beim kommunalen Finanzausgleich zu vermeiden“.

Der Bundesdurchschnitt liegt bei 400 Punkten

Zudem bleibe vielen Städten und Gemeinden, die sich in der Haushaltssicherung und damit unter der Aufsicht des Landes befinden, keine andere Wahl: Sie seien oft gezwungen, die kommunalen Steuern zu erhöhen. Mittlerweile aber lägen, so die IHK, die Hebesätze in großen Teilen des IHK-Bezirks um 50 Punkte oder mehr über dem Bundesdurchschnitt von etwa 400. Marl hat mit 530 Punkten unverändert den höchsten Gewerbesteuerhebesatz in Nord-Westfalen, gefolgt von Recklinghausen (520), Castrop-Rauxel und Haltern (500).

„Die Unternehmen hier haben also Kosten, die viele Mitbewerber außerhalb Nord-Westfalens in dieser Höhe nicht haben“, betont Schulte-Uebbing. Auch wenn es für die hohen Hebesätze oft nachvollziehbare Gründe gebe, dürfe man die Augen nicht vor den möglichen Folgen verschließen, fordert der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Im Schnitt liegt die Gewerbesteuer im Kreis bei 502 Punkten

Viele andere attraktive Städte hätten günstigere Steuersätze: etwa Ingolstadt (400), Berlin (410), Stuttgart (420), Mannheim (430) oder Düsseldorf und Osnabrück mit jeweils 440. In Süddeutschland betragen die durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesätze über alle Städte und Gemeinden betrachtet nur rund 370 Punkte (Bayern 375; Baden-Württemberg 365). Allerdings, so Schulte-Uebbing, seien hier Belastungen zwischen Kommunen und Ländern zum Teil anders aufgeteilt, was zu entsprechenden Entlastungen bei den Städten führe.

Der Kreis Coesfeld ist laut IHK der „teuerste“ Kreis im Münsterland mit 442. Der durchschnittliche (gewogene) Gewerbesteuerhebesatz im Bezirk der IHK Nord Westfalen beträgt 2017 mittlerweile 453 Punkte - im Münsterland 438 und in der Emscher-Lippe-Region 502.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik