Speziallösung

Neues Gesetz macht Weg für Schlägel-und-Eisen-Altenheim frei

Wohnhäuser und Altenheim mit 80 Plätzen: Der Investor stellte im Planungsausdchuss seine Baupläne für die neue Schlägel-und-Eisen-Siedlung vor.

Wohnhäuser und Altenheim mit 80 Plätzen: Der Investor stellte im Planungsausdchuss seine Baupläne für die neue Schlägel-und-Eisen-Siedlung vor.

Foto: Strelzig & Klump Architekturbüro

Gladbeck.  Arbeiterwohlfahrt will die in Kraft getretene Möglichkeit des Alten- und Pflegegesetzes für einen Neubau auf dem Schlägel-und-Eisen-Areals nutzen

Auf dem verkauften Schlägel-und-Eisen-Gelände ist die Errichtung eines Seniorenheimes nun fester Bestandteil der Baupläne des Investors. Auf dem seit 2009 verwaisten Gelände des ehemaligen Autohauses Lueg ein Altenheim zu errichten, war indes 2016 auf erheblichen Widerstand der Stadtverwaltung gestoßen. Der Standort sei ungeeignet. Weiteres wichtiges Argument: Laut Pflegebedarfsplan des Kreises (wichtig für die Betriebsgenehmigung) liege kreisweit ein Überangebot von vollstationären Plätzen vor, so dass keine zusätzlichen Heimplätze benötigt würden. Warum in Zweckel nun möglich wird, was in der Stadtmitte nicht zu realisieren war, erklärt Ulrich Hauska.

Zunächst gelte es, das aktuelle Wohn- und Teilhabegesetz zu betrachten, so der Abteilungsleiter Senioren und Gesundheit im Amt für Soziales und Wohnen, „das mit Stichtag 1. August 2018 festlegt, dass stationäre Einrichtungen für Senioren 80 Prozent ihrer Plätze als Einzelzimmer führen müssen und nur noch 20 Prozent als Doppelzimmer anbieten dürfen“.

Der Wegfall von 27 Heimplätzen drohte der Arbeiterwohlfahrt

Dies hätten – weil schon seit Jahren bekannt – bis zum Stichtag alle Senioreneinrichtungen in Gladbeck umgesetzt, „mit Ausnahme der Cura und der Arbeiterwohlfahrt“. Letztere, „da beispielsweise die baulichen Voraussetzungen für weitere Einzelzimmer nicht gegeben waren“. Für die größte AWO-Einrichtung in Gladbeck, das Elisabeth-Brune-Seniorenzentrum in Rentfort, hätte dies allein einen Wegfall von 27 bei insgesamt 226 Plätzen bedeutet (Cura 12 Plätze), so Hauska.

Neue Möglichkeiten für Betreiber von Seniorenheimen habe dann die am 1. November in Kraft getretene Novellierung des Alten- und

Pflegegesetzes NRW geschaffen. Hauska: „Denn darin wird einem Träger, der in einem Kommunal- oder Kreisgebiet Altenpflegeeinrichtungen betreibt, die Möglichkeit zur Pool-Lösung eingeräumt.“ Konkreter gesagt, „die fehlenden Plätze aus den Einrichtungen zusammenzurechnen und für die Schaffung weiterer Einzelzimmer neu zu bauen“. Diese Möglichkeit wolle die AWO, „der im Kreis auch Plätze aus Einrichtungen in Castrop, Marl und Dorsten weggebrochen sind“, nun am Standort Bohnenkamp-/ Ecke Eisenstraße nutzen und mit dem dortigen Investor, der Schlägel & Eisen Projekt GmbH, umsetzen.

Pflegeheim mit 80 Plätzen

Stadtverwaltung und lokale Politik befürworteten den Plan im jüngsten Planungsausschuss, da die Stadtteilbevölkerung in Zweckel auch Bedarf für eine nahe zum bisherigen Wohnumfeld gelegene Altenpflegeeinrichtung habe.

Das Seniorenheim mit 80 Plätzen und Café im Erdgeschoss soll als erster Baukörper auf dem 16.000-Quadratmeter-Gelände nach Abriss des Altbestandes errichtet werden. Wichtiger Anker auch im Finanzierungsplan des Gesamtprojektes, das zudem den Bau seniorengerechter Domizile für betreutes Wohnen wie auch öffentlich geförderter Wohnungen als auch frei verkaufter Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern vorsieht.

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