Gesundheit

Neue Schule hilft bei wehem Rücken

Lehrer Marcel Schipper zeigt Schülerin Annika Glapp auf dem Gymnastikball Übungen, die helfen, ihren schmerzenden Rücken zu stärken.

Foto: Michael Korte

Lehrer Marcel Schipper zeigt Schülerin Annika Glapp auf dem Gymnastikball Übungen, die helfen, ihren schmerzenden Rücken zu stärken. Foto: Michael Korte

Gladbeck.  Marcel Schipper lädt zum neuen Kursangebot des Vereins Reha-Treff Gladbeck ein. Die präventive Rückenschule wird von den Krankenkassen mitbezahlt

Gegen das Kreuz mit dem Rücken bietet Marcel Schipper (36) jetzt auf neue, umfassende Weise Hilfe an. Mit einer Rückenschule, „die es meines Wissens so noch nicht in Gladbeck gibt“, sagt der Leiter des Vereins Reha-Treff Gladbeck. Der Sportwissenschaftler, der auch Studenten der Universitäten in Bochum und Dortmund unterrichtet, spricht von einem „dreigliedrigen biopsychosozialen Konzept“.

Die Rückenschule soll dem Teilnehmer aus verschiedenen Perspektiven helfen. Zum einen über das körperliche Training zur Kräftigung der auch

rumpfstützenden Muskulatur. Denn der schmerzende Rücken sei zu einer der häufigsten Volkskrankheiten geworden, die auch für Arbeitgeber wirtschaftliche Auswirkung durch Erkrankung und teils längere Abwesenheit der Beschäftigten habe. Bekannte Ursachen seien allgemeiner Bewegungsmangel oder auch zu einseitige Belastung am Arbeitsplatz. Sei es „die Altenpflegerin mit Schmerzen im Unterrücken, weil sie über den Tag viele Patienten hebt, oder der Büroarbeiter am Bildschirm, der über Schmerzen im Nackenbereich klagt“, so Schipper. Hier sei es wichtig, den monotonen beziehungsweise belastenden Positionen durch Übungen entgegen zu wirken, „von denen einige auch am Arbeitsplatz zur Lockerung zwischendurch gemacht werden können“.

Stress wirkt sich psychosomatisch aus

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor für schmerzende, verkrampfende Rückenmuskulatur sei Stress, der sich psychosomatisch

auswirke, „so dass auch zunehmend viele junge Gladbecker den Reha-Treff aufsuchen“, so Schipper. Darunter Annika Glapp, die gerade mit Hilfe eines großen, aufblasbaren Gymnastikballs Übungen absolviert, „um den Muskelbereich zu stärken und so ihrer Fehlhaltung entgegen zu wirken“.

Die Schulzeit bis in den Nachmittag, das Lernen für das heranrückende Abitur, dazu das Üben für die Musikschule und das Training im Sportverein verursachen auch bei Mitschülern Termindruck, erzählt die 18-Jährige. „Viele führen wie bei einem Vollzeitjob jetzt schon einen Kalender, um alle Termine zu koordinieren.“ Schul- und Freizeitdruck, der sich auch in schmerzenden Rücken auswirkt. Dinge, die Marcel Schipper anspricht. Er zeigt dabei auch Übungen zur schnellen Lockerung.

Schmerz durch positive Einstellung in den Hintergrund drängen

Eine soziale Komponente, die auch über das Gruppentraining mit Personen, die ein ähnliches Problem haben, zum Tragen kommt. Hier werde ebenfalls der Umgang mit dem Schmerz trainiert. Um sich diesem eben nicht zu ergeben und passiv darauf zu fokussieren, so dass der Schmerz bestimmend wird. Eher solle er durch Bewegung, eine neue Haltung und positive Einstellung in den Hintergrund gedrängt werden. „Die Gruppe feiert auch diesen Erfolg.“

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