Arbeitsmarkt

Mit 11,9 Prozent Arbeitslosen bleibt Gladbeck Schlusslicht

Die Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Gladbeck ist an der Goethestraße. Zwei Drittel der Arbeitslosen werden vom Jobcenter an der Wilhelmstraße betreut.

Die Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Gladbeck ist an der Goethestraße. Zwei Drittel der Arbeitslosen werden vom Jobcenter an der Wilhelmstraße betreut.

Foto: BAUER, Dirk

Gladbeck.   Die Entwicklung im Kreis ist mit 9,8 Prozent eher positiv. Auf dem Stellenmarkt gibt es Bewegung. Aber es fehlen qualifizierte Mitarbeiter.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt in Gladbeck bleibt schwierig: Während im Land NRW und auch im Kreis Recklinghausen die Arbeitslosenzahlen mit anziehender Konjunktur zurückgehen, steigen sie in Gladbeck sogar wieder an. Mit 11,9 Prozent (4534) Arbeitslosen im November steht die Stadt unter den zehn kreisangehörigen Städten erneut an der negativen Spitze der Statistik. Warum das so ist, darauf hat die Agentur für Arbeit Recklinghausen keine Antwort.

Denn beim Blick auf die Entwicklung im Kreis insgesamt zeigt sich eine positive Tendenz. Zwar sind auch hier die Zahlen noch recht hoch: 31 559 Menschen hatten im vergangenen Monat keine Arbeit und die Quote liegt bei 9,8 Prozent. Dass es besser wird, das lässt sich jedoch mit Zahlen belegen. „Im November gab es fast 1 000 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr im Vest“, heißt es im Agenturbericht zur Arbeitsmarktstatistik. Auch die Quote lag vor einem Jahr mit 10,2 Prozent um einiges höher.

Jüngere haben gute Chancen bei der Stellensuche

Diese Fakten werten die Experten als einen Hinweis, dass die Entwicklung stabil ist. „Wir bleiben nicht nur unter der magischen Zehn-Prozent-Marke, sondern vergrößern sogar den Abstand“, kommentiert Anke Traber, Vorsitzende der Geschäftsführung. Sie schränkt allerdings ein: „Die Entwicklung im November hat zwar nicht mehr die Dynamik wie in den beiden Monate zuvor, aber der Herbstaufschwung geht weiter, und damit verbessern sich auch die Chancen für Arbeitslose aus allen Personengruppen auf neue Beschäftigung, immer noch mit Vorteilen für die Jüngeren“.

Genau das spüren die 1252 Gladbecker, die über 50 Jahre alt sind und Arbeit suchen: 27,6 Prozent (1252) der Arbeitslosen sind über 50 Jahre alt. Besonders schwer auf dem Arbeitsmarkt haben es auch Ausländer, die mit 1602 knapp ein Drittel der Arbeitslosen ausmachen.

Knapp zwei Drittel sind Langzeitarbeitslose

Fakt ist auch: Knapp zwei Drittel der Gladbecker – laut Statistik 2850 – sind länger als ein Jahr arbeitslos. Damit gelten sie als langzeitarbeitslos und ihre Ansprechpartner sitzen im Jobcenter an der Wilhelmstraße.

Bessere Chancen am Arbeitsmarkt hätten aber auch Langzeitlose in der aktuellen Situation, so die Agenturchefin. Die sei im Kreisgebiet zwar etwas ungünstiger als noch vor einigen Monaten, doch für die Jahreszeit ganz gut. „Die Zahl der Arbeitslosen, die im Berichtsmonat direkt in Beschäftigung gekommen sind, ist um mehr als 200 höher als vor einem Jahr. Dies zeigt, wie aufnahmefähig der Arbeitsmarkt auch noch im November ist“. Und davon profitierten auch Langzeitarbeitslose.

Die Arbeitsagentur fördert die Qualifizierung von Beschäftigten

Sorgen bereitet der Stellenmarkt dennoch. Zwar gibt es kreisweit zunehmend mehr Angebote, aber damit werden die Probleme offensichtlicher, erklärt die Agenturchefin. Wenn Tausende von offenen Stellen über Monate unbesetzt blieben, sei das ein Beleg dafür, dass sich für manche Arbeitsplätze kein qualifizierter Bewerber finden lässt. Ihr Rat an Unternehmen, die keine passenden Arbeitnehmer finden: Sie sollten überlegen, ob diese nicht aus den eigenen Reihen kommen könnten. Anke Traber: „Es ist immer noch viel zu wenig bekannt, dass die Agentur umfangreiche Fördermittel bereithält, um beschäftigte Hilfskräfte per Weiterbildung zur qualifizierten Fachkraft zu machen.“

Arbeitslosenquoten in den kreisangehörigen Städten

Während Gladbeck mit 11, 9 Prozent die Statistik anführt, liegt Haltern am See mit 4,3 Prozent am unteren Ende der Skala.

Weitere Quoten: Waltrop 5,3 Prozent, Dorsten 7,6 %, Oer-Erkenschwick 9,1 %, Castrop-Rauxel und Datteln 9,8 %, Herten 11%, Recklinghausen 11,2 % und Marl 11,3 Prozent.

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