Open-Air

Gladbecker Metal Bash-Festival mit einer starken Premiere

Heimspiel: Lokalmatador Teutonic Slaughter aus Gladbeck rockte beim ersten „Metal Birthday Bash Open Air“ die Bühne auf dem Freigelände der Ev. Petrusgemeinde an der Vehrenbergstraße.

Heimspiel: Lokalmatador Teutonic Slaughter aus Gladbeck rockte beim ersten „Metal Birthday Bash Open Air“ die Bühne auf dem Freigelände der Ev. Petrusgemeinde an der Vehrenbergstraße.

Foto: Oliver Mengedoht

Gladbeck.  Rundum gelungenes Open-Air-Festival zum 100. Geburtstag der Stadt. 300 Fans und fünf Bands feiern auf dem Freigelände an der Vehrenbergstraße.

Als Teutonic Slaughter am Samstagabend zum Heimspiel die Bühne enterte, war das schon einer der Höhepunkte für lokale Fans beim ersten Gladbeck Birthday Metal Bash. Nebelsäulen stiegen im Licht der zum Beat flackernden bunten Scheinwerfer senkrecht in die Luft, im Moshpit tanzten ausgelassene „Metaller“. Natürlich in freundlichster Manier, angetrieben vom schnellen Rhythmus der Band und Sänger Philip Krisch. Teutonic Slaughter war eine der fünf Metal Bands, die anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Stadt auf der Wiese hinter der Petruskirche beim Open-Air-Konzert ablieferten.

Die Gladbecker spielen Thrash Metal, genau wie die weiteren Bands Guilty as Charged aus Belgien, Comaniac aus der Schweiz und Darkness aus Altenessen. Neben letzteren wirken Teutonic Slaughter, die sich 2012 gründeten, wie Newcomer, Denn Darkness gründete sich bereits 1984 und prägte den Musikstil. Schlagzeuger und Sänger Andreas „Lacky“ Lakaw: „Thrash Metal ist härter und schneller als Heavy Metal, geht mehr nach vorn.“ Teutonic Slaughter knüpfen musikalisch jedenfalls an den Stil der bekannten Band aus Essen an.

Ein solider Fan-Kreis

Die Gladbecker Band, bestehend aus Sänger und Gitarrist Philip Krisch, Bassist Fabian Kellermann, Drummer Christian Vollmer und Gitarrist Jan Heinen, ist inspiriert von den frühen Ausprägungen des Thrash Metals im Ruhrgebiet. Die Band hat sich mittlerweile einen soliden Kreis von Fans aufgebaut und wird so heute teils aktiv von Festivalveranstaltern angefragt. Der Birthday Bash in der Heimatstadt habe für sie eine besondere Bedeutung, erklärt Krisch. Auf dem Gelände tragen auch viele Festivaler Shirts mit Teutonic Slaughter-Logo.

Organisator Markus Kellermann schätzt, dass über 300 Metalfans ihren Weg an die Vehrenbergstraße gefunden haben. Als Mitgründer des Fördervereins Rockmusik Gladbeck (FRG) ist es ihm ein Anliegen, „gerade jungen Bands aus der Umgebung eine Plattform zu bieten“. Um so besser natürlich, dass er die „älteren“ Bands Bullet und Darkness als Headliner gewinnen konnte. Denn neben lokal ansässigen Besuchern haben so auch andere durchaus weite Wege auf sich genommen.

Sascha und Aron zum Beispiel sind für die schwedische Heavy-Metal Band Bullet extra aus Bremen angereist, weil Bullet nach einer längeren Pause nur noch selten auftritt. „Wir sind positiv überrascht“, meint Sascha, „das haben die Organisatoren hier echt gut gemacht.“ Möglich ist das nur durch beeindruckend viel ehrenamtliches Engagement. Fast 20 Leute helfen im Namen des Fördervereins Rockmusik beim Einlass, Ausschank und Auf- beziehungsweise Abbau. Dazu die Hilfe der Kirchengemeinde, die Backstage-Bereich und Bühne organisierten und die ehrenamtlichen Sanitäter vom Roten Kreuz. Die Essener Brauerei Stauder stellte einen Bierwagen zur Verfügung.

„Eine super Stimmung“

„Für ein kleineres Open-Air ist hier eine super Stimmung, die Leute haben Bock drauf, die Bands auch“, sagen Franziska und Florian, die beide

Teutonic Slaughter Shirts tragen. Nach der Deathmetal-Band Antilles aus Münster traten um 17 Uhr Guilty as Charged auf, die trotz des bevorstehenden Heimwegs nach Belgien bis zum Ende blieben. Sänger Jan de Vuyssere freute sich, bereits zum fünften Mal im Ruhrgebiet aufzutreten. Er outete sich als Open-Air-Fan: „Freiluft-Locations wie hier, schön umrahmt von Bäumen, ziehe ich einer Clubshow vor.“

Pünktlich mit Einbruch der Dunkelheit zogen dann die gespannt erwarteten Musiker vom Headliner Bullet auf die Bühne. Eine starke Lightshow begleitete den treibenden Rhythmus der Band, die auch optisch direkt aus den 80ern gefallen sein könnte: Lange Haare, Lederjacken und viele, viele Nieten auch an den Lederarmbändern an Sänger „Hell“ Hofers Armen. Besucher vergleichen die Band am ehesten mit AC/DC, deren Vorband sie 2009 ja auch in Göteborg waren.

Zum Gig von Bullet war die Festival-Area gut mit Fans gefüllt. Ein krönender Abschluss des ersten Gladbeck Metal Bash, das als Open-Air Spektakel auch nach dem Jubiläumsjahr zum 100. Geburtstag der Stadt hoffentlich schon bald eine Fortsetzung findet.

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