Prozess am Amtsgericht

Mehrfach vorbestrafte Diebin kommt mit Bewährung davon

Die Angeklagte, die aus Serbien stammt und seit einigen Jahren mit ihrer Familie in Oberhausen wohnt, ist im Februar vergangenen Jahres in eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Gladbeck eingebrochen. Sie stahl Geld. Mit der Beute, sagte sie vor Gericht, habe sie für Ihre Kinder Süßigkeiten und Kleidung kaufen wollen.

Die Angeklagte, die aus Serbien stammt und seit einigen Jahren mit ihrer Familie in Oberhausen wohnt, ist im Februar vergangenen Jahres in eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Gladbeck eingebrochen. Sie stahl Geld. Mit der Beute, sagte sie vor Gericht, habe sie für Ihre Kinder Süßigkeiten und Kleidung kaufen wollen.

Foto: Uwe Schaffmeister

Gladbeck.   Bei einem Einbruch in Gladbeck hat eine dreifache Mutter, die in Oberhausen wohnt, DNA-Spuren hinterlassen. Vor Gericht entschuldigt sie sich.

Als „letzte Warnung“ wollte Markus Bley, Vorsitzender des Schöffengerichts am Amtsgericht Gladbeck, das Urteil gegen eine 42-jährige Frau verstanden wissen, die sich wegen eines Wohnungseinbruchsdiebstahls verantworten musste: Die Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten setzte das Gericht noch einmal zur Bewährung aus.

Drei Jahre darf die Mutter von drei Kinder nicht straffällig werden

Drei Jahre darf die Mutter von vier Kindern zwischen neun und 14 Jahren nicht straffällig werden und muss 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Dann wird die Strafe erlassen.

Am 10. Februar vergangenen Jahres war die serbische Staatsangehörige, die in Frankreich aufwuchs und seit einigen Jahren mit ihrer Familie in Oberhausen wohnt, nach Gladbeck gefahren, „zufällig“, sagte sie dem Gericht auf Nachfrage. „Zufällig“ sei sie auch zu dem Mehrfamilienhaus an der Straße Voßwiese gekommen, in dem der 37-jährige Daniel O. wohnte. Mit einem Schraubenzieher („Den habe ich dort gefunden.“) hebelte sie dessen Wohnungstür in der 2. Etage auf, entdeckte eine mit Münzen gefüllte Vase, stahl das Geld und verschwand. Von der Beute – zwischen 75 und 150 Euro, schätzt der Geschädigte – habe sie Süßigkeiten und Kleidung für ihre Kinder gekauft, sagte die 42-Jährige.

Auch an der Tür der Nachbarwohnung fand die Polizei Aufbruchspuren

Daniel O. berichtete, er sei am Tattag von einem Fußballspiel nach Hause gekommen, und seine Wohnungstür habe offen gestanden. In der Wohnung seien einige Schubladen im Wohnzimmer durchsucht worden, einige Sachen hätten am Boden gelegen. Bis auf den Inhalt der Vase, in die er immer sein Kleingeld werfe, sei nichts gestohlen worden. Auch an der Tür der Nachbarwohnung seien Aufbruchspuren zu sehen gewesen. Dort war der Einbruchsversuch allerdings wegen Zusatzsicherungen gescheitert.

Die Angeklagte, die wegen Fluchtgefahr einige Zeit in Untersuchungshaft saß, sprach den Geschädigten im Gerichtssaal direkt an: „Es tut mir sehr leid, glauben Sie mir.“ Die Bitte um Entschuldigung wertete das Gericht als strafmindernd. Auch ihr Geständnis wirkte sich zu ihren Gunsten aus – wenngleich ihr eigentlich kaum eine andere Wahl blieb: Die mehrfach vorbestrafte Frau, die der Polizei auch unter 17 Alias-Namen bekannt ist, hatte bei ihrem Einbruchsdiebstahl DNA-Spuren in der Wohnung hinterlassen.

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