Neue Bestattungsart

Letzte Ruhestätte an der Wurzel eines Baumes

Friedhof Rentfort: Bernhard Schregel zeigt auf die Gruppe gut 100 Jahre alter Eichen, an deren Wurzeln die ersten Baumgräber entstehen.

Foto: Oliver Mengedoht

Friedhof Rentfort: Bernhard Schregel zeigt auf die Gruppe gut 100 Jahre alter Eichen, an deren Wurzeln die ersten Baumgräber entstehen. Foto: Oliver Mengedoht

Gladbeck.  Auf dem Friedhof Rentfort wird das erste Areal eingerichtet. Zwischen den Wurzeln alter Eichen können Bürger eine letzte Ruhestätte finden.

Eine letze Ruhestätte in der Natur, direkt an der Wurzel eines Baumes, diese Bestattungsform wird ab 1. April 2018 auch in Gladbeck möglich sein. „Wir bereiten jetzt die erste Fläche für Baumgräber hier auf dem Friedhof in Rentfort vor“, sagt Bernhard Schregel beim Ortstermin mit der WAZ.

Ganz im Westen des zwölf Hektar großen Gesamtareals hat der Bereichsleiter Friedhofswesen des Zentralen Betriebshofes der Stadt bereits den Wegeverlauf entlang einer Baumgruppe alter Eichen abstecken lassen. Etwa 1000 Quadratmeter wird der neue Baumgräber-Bereich zunächst groß sein, „der bei Bedarf erweitert werden kann“. Vom Hauptweg zweigt der geschwungene Pfad in Richtung Eichen ab, die zwischen ,normalen’ Grabfeldern stehen.

Nachfrage nach naturnahen Bestattungsformen

Mit der neuen Begräbnisart wolle man im Sinne der Bürger auf die Nachfrage nach naturnahen Bestattungsformen reagieren, „und weil wir uns diesen Markt auch nicht abgraben lassen wollen“, so Schregel. „Denn je mehr Bestattungen in Gladbeck bleiben, desto wirtschaftlicher können wir arbeiten, was sich auch in der Höhe der Bestattungskosten widerspiegelt.“ Der Experte verweist dazu auf die Ruhestätte Natur, die im nahen Westerholt, in einem Waldstück des ehemaligen Löwenparks, 2015 eingerichtet wurde.

„So ein sehr naturbelassener Bestattungsbereich wäre auch hier auf dem Friedhof möglich gewesen“, sagt Schregel und weist auf das etwa hundert Meter entfernte Wäldchen am Rande des Friedhofgrundstückes. „Wir haben uns aber dagegen entschieden, weil wir auch gehbehinderten Angehörigen eine gute Zuwegung zum Baumgrab ermöglichen wollten und größere dort Probleme bei der Verkehrssicherungspflicht, etwa der Gefahr herabfallender Äste bei starkem Wind, sehen.“

Bis zu sieben Urnen pro Baum

Der geschwungene Weg, den Auszubildende der Landschaftsgärtner-Maßnahme am Vöinghof kostengünstig anlegen, führt direkt zu den Baumgräbern. Vorgesehen ist die Bestattung von jeweils fünf bis sieben Urnen (selbstauflösendes Material) am Fuße eines Baumes. Schregel: „In unmittelbarer Nähe steht dann eine Stele, auf der die Namen der Verstorbenen verzeichnet sind.“

An deren Fuß wird eine größere Fläche plattiert, „damit auch Grablichter, Gebinde oder Figuren zum Abschiednehmen abgelegt werden können“. Die Ruhezeit für ein Baumgrab soll 25 Jahre betragen, das nach aktueller Gebührentabelle 1826 Euro kosten soll.

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