Kommunalwahl 2020

Landratswahl: Hübner blickt nach verlorener Wahl nach vorn

Michael Hübner (SPD) verlor bei der Stichwahl zum Landrat mit nur einem Prozent Abstand zum designierten Landrat Bodo Klimpel (CDU/FDP).

Michael Hübner (SPD) verlor bei der Stichwahl zum Landrat mit nur einem Prozent Abstand zum designierten Landrat Bodo Klimpel (CDU/FDP).

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Der Kandidat der SPD unterlag dem designierten Landrat, Bodo Klimpel (CDU-FDP). Gladbecker Hübner will „starke Stimme des Ruhrgebiets“ bleiben.

Offiziell möchte Michael Hübner (SPD) am Tag nach der verlorenen Wahl um den Landratsposten nicht zu seinen persönlichen Befindlichkeiten sagen. „Ich werde mich zu meinen eigenen Gefühlen nicht äußern und wünsche Bodo Klimpel alles Gute – und dies ebenso dem Kreis Recklinghausen“, sagt der Verlierer des Duells. Gleichwohl ist klar, dass ihn inoffiziell das Ergebnis der Stichwahl bitter enttäuscht und mitgenommen hat. Denn am Wahlabend war der Gladbecker für Presse wie Parteifreunde nicht zu erreichen, da er die knappe Niederlage wohl erst einmal selbst verarbeiten musste.

Bodo Klimpel war es am Sonntag zunächst im Laufe der Auszählung der Wahlbezirke gelungen, bis auf fünf Prozentpunkte Abstand seinem Konkurrenten davon zu ziehen. Dann holte Hübner kontinuierlich auf, ließ den Vorsprung des CDU-FDP-Kandidaten bis auf weniger als 400 Stimmen zusammenschmelzen. Da mochte die Zuversicht im SPD-Team, das den Wahlkrimi am Recklinghäuser Markt im Restaurant „The Italian“ verfolgte, noch groß gewesen sein, dass sich der hohe persönliche Einsatz Hübners am Ende doch lohnt. Er hatte sich bis zum letzte Tag in Städten des Kreises präsentiert und auch via Internet-Filmclips seine Themen vertreten. Letztlich gelang es aber Klimpel wieder, seinen Stimmenanteil etwas zu vergrößern und zu halten, so dass er mit einem Prozent und 1442 Stimmen Vorsprung (50,53 % zu 49,47 %) zum Landrat des Kreises Recklinghausen gewählt wurde.

Für genaue Analysen zum Wahlergebnis noch etwas Zeit nehmen

Es gelte zu akzeptieren, „dass mein Angebot nicht die Mehrheit gefunden hat“, sagt Hübner. Bitter aufstoßen mag ihm, dass ihm Stimmen der SPD-Basis wohl selbst in seiner Heimatstadt Gladbeck (62,93 % für ihn) fehlten, aufgrund der auch hier geringen Wahlbeteiligung (30,01 %). Und hätten ihn die Kreisgrünen mit einer Wahlempfehlung unterstützt, wäre es möglicherweise anders ausgegangen. „Hätte und wäre“ – für genaue Analysen zum Wahlergebnis wolle er sich noch ein paar Tage Zeit nehmen, so der Gladbecker.

Er selbst schaue jetzt aber vorrangig „nicht zurück, sondern nach vorne, da es ja die großen kommenden Herausforderungen für die Region, den Kreis und die Städte politisch zu begleiten und zu gestalten gilt“. Und daran wolle er „mit bekanntem Einsatz“ mitwirken, denn er bleibe ja politisch als gewähltes Kreistagsmitglied, als stellvertretender Vorsitzender der größten Fraktion des neuen Ruhrparlaments und als SPD-Abgeordneter des Landtages „die starke Stimme des Ruhrgebiets“.

Die Ergebnisse aus den Kreisstädten

Castrop Rauxel: 39,98 % Klimpel zu 60,2 % Hübner

Datteln: 50,34 % Klimpel zu 49,66 % Hübner

Dorsten: 64,23 % Klimpel zu 35,77 % Hübner

Gladbeck: 37,07 % Klimpel zu 62,93 % Hübner

Haltern: 67,02 % Klimpel zu 32,98 % Hübner

Herten: 51,30 % Klimpel zu 48,70 % Hübner

Marl: 47,90 % Klimpel zu 52,10 % Hübner

Oer-Erkenswchick: 52,09 Klimpel zu 47,91 % Hübner

Recklinghausen: 55,62 Klimpel zu 44,38 % Hübner

Waltrop: 41,19 % Klimpel zu 58,81 %. Hübner

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