Kommunalwahl 2020

Landratswahl: Bodo Klimpel liegt vor Michael Hübner

Landratskandidat Michael Hübner (SPD) aus Gladbeck bleibt hinter den Erwartungen zurück.

Landratskandidat Michael Hübner (SPD) aus Gladbeck bleibt hinter den Erwartungen zurück.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck / Kreis Recklinghausen.  Kein Kandidat im Kreis Recklinghausen erreicht eine Stimmenmehrheit. Bodo Klimpel (CDU, FDP) und Michael Hübner (SPD) müssen in die Stichwahl.

Bodo Klimpel (CDU, 56), auch Spitzenkandidat der FDP, hat bei der Wahl zum Landrat des Kreises Recklinghausen die meisten Stimmen geholt. Er lag um 0.15 Uhr (ein Briefwahlbezirk in Oer-Erkenschwick hatte bis dato noch gefehlt) mit 38,33 Prozent rund sechs Prozent vor seinem stärksten Mitbewerber, Michael Hübner (SPD, 47), der 31,85 Prozent holte. Da kein Kandidat mehr als 50 Prozent und damit die Stimmenmehrheit erreichte, wird es zwischen beiden zur Stichwahl am 27. September kommen.

„Bei acht Landratskandidaten war es so gut wie klar, dass es zur Stichwahl kommen würde“, sagt Bodo Klimpel. Sechs Prozent vor Hübner zu liegen, das sei ein gutes Signal. Er dankte der FDP „für die großartige Unterstützung“. Mit Blick auf die Stichwahl und weitere Hilfe wolle er jetzt mit allen demokratischen Kräften auf Kreisebene reden, „zuallererst mit den Grünen“. Gespräche mit der AfD schließt Klimpel aus. Seine Spitzenthemen: „Klima, Mobilität, Arbeitsplätze und Finanzen der Städte“.

Hübner liegt nur in drei Städten vorn

Im Vergleich der zehn Kreisstädte holte Klimpel, Bürgermeister in Haltern am See, sieben der zehn Kreisstädte mit Stimmenmehrheit.

In seinem Heimatort waren es satte 58,69 Prozent (Hübner 20,04); in Datteln knappe 34,11 % (33,41); Dorsten 49,86 % (24,36); in Herten 33,22 % (30,52); in Oer-Erkenschwick 36,53 % (30,84); in Recklinghausen 40,53 % (26,31) und er lag auch beim ‘Wackelkandidaten’ Waltrop (35,91 %) knapp vor Hübner (35,16 %).

Enttäuschung, dass er selbst in seiner Heimatstadt nicht die absolute Mehrheit holen konnte, wollte SPD-Kandidat Michael Hübner nicht sehen. Dort erreichte der Gladbecker SPD-Fraktionschef und Landtagsabgeordnete ‘nur’ 47,80 Prozent; Bodo Klimpel holte 24,86 Prozent. Das sei doch ein „gutes Ergebnis“, denn 50 Prozent bei der Gemengelage der vielen Bewerber zu holen, das sei schwer.

Der AfD-Kandidat holt in Gladbeck 9,29 Prozent der Stimmen

Von den Gladbecker Wählern entschieden sich zudem 11,42 Prozent für Marco Zerwas (Grüne) und 9,29 Prozent für Steffen Christ von der AfD. Michael Hübner lag letztlich nur in drei Kreisstädten vorn, neben seiner Heimatstadt waren es Castrop-Rauxel 37,33 (Klimpel 29,62) und Marl mit 36,28 % (35,57). Hübner gibt sich trotz des schwachen Ergebnisses kämpferisch. „Mir bleiben jetzt noch 14 Tage Zeit, die Stichwahl zu gewinnen.“ Wichtig wird auch sein, die Grünen auf seine Seite zu ziehen. Punkten will er dazu mit seiner sozial-ökologischen Politik („Greenpark statt Newpark“), einer klimapolitischen Wende, besserer Finanzsituation für die Städte und Mobilität der Bürger im Kreis.

Trotz der Corona-Pandemie war die Wahlbeteiligung im Kreis mit 49,07 Prozent sogar höher als im Jahr 2014 (48,0 %). Von knapp 500.000 Wahlberechtigten gingen 243.615 Bürger in die Wahllokale, davon waren letztlich 239.294 Stimmen gültig (98,23 %). Davon erhielten Bodo Klimpel 91.712 und Michael Hübner 76.205. Auf die weiteren Kandidaten entfielen für Marco Zerwas 38.077 (15,91 %), Steffen Christ 15.942 (6,66 %), Rolf Kohn (Die Linke) 8.239 (3,44 %), Tobias Köller (UBP) 6.129 (2,56 %), Udo Surmann (Aktiv) 1.697 (0,71 %) und Detlef Beyer-Peters (DKP) 1.293 (0,54 %).

Die SPD hat für den Kreistag zehn Prozent der Stimmen verloren

Auch im Kreistag lag die CDU letztlich mit 33,55 % (2014 waren es 33,8) vor dem Wahlverlierer SPD, die mit 30,43 % rund zehn Prozent gegenüber der Kommunalwahl 2014 verlor (40,4 %). Die Grünen lagen als drittstärkste Kraft bei 17,17 % (8,8 %) und die AfD holten 7,07 Prozent der Stimmen.

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