Barbarafeier

Lammert: Potenziale im Revier für die Zukunft stärker nutzen

Eine festliche Stimmung herrschte bei der Barbarafeier des Bergwerks Prosper-Haniel am Sonntag in der Zweckeler Maschinenhalle

Eine festliche Stimmung herrschte bei der Barbarafeier des Bergwerks Prosper-Haniel am Sonntag in der Zweckeler Maschinenhalle

Foto: Lutz von Staegmann

Gladbeck.  Ex-Bundestagspräsident sprach in der Maschinenhalle bei der Barbarafeier der Zeche Prosper-Haniel. Kumpel gehen motiviert ins letzte Kohlejahr.

Mit Blick auf das Ende des Bergbaus im kommenden Jahr hat der ehemalige Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert bei der traditionellen Barbarafeier des Bottroper Bergwerks Prosper Haniel in der Maschinenhalle Zweckel dazu aufgerufen, Chancen und Potenziale des Ruhrgebiets stärker zu nutzen, um die Region zukunftsfähig zu gestalten. „Wir bleiben da hinter unseren Möglichkeiten zurück“, stellte der CDU-Politiker fest.

Zukunft sei nicht die schlichte Verlängerung der Vergangenheit, warnte Lammert in seiner Festansprache, denn Veränderung werde es immer geben. Wichtig sei, die Veränderungen zu gestalten, Tempo und Ausmaß zu bestimmen. Lammert rief dazu auf, diesen „unvermeidlichen Veränderungsprozess“ im Ruhrgebiet gemeinsam zu steuern, um im Wettbewerb der Wirtschaftsregionen weltweit gut aufgestellt zu sein.

Herausforderungen des Revier gemeinsam stemmen

Die einzelnen Städte des Reviers könnten sich diesem globalen Wettbewerb allein nicht stellen, warnte der ehemalige Bundestagspräsident, nur die Region gemeinsam könne ihre Bedeutung zur Geltung bringen. „Hier müssen wir noch zu intelligenten Formaten der kommunalen Zusammenarbeit kommen“, forderte Lammert.

Der ehemalige Bundestagspräsident lobte den langjährigen Anpassungs-und Rückführungsprozess im Bergbau, der über viele Jahre bis 2018 gesteuert und sozial-verträglich gestaltet werden konnte. Lammert erinnerte daran, dass die öffentliche Hand das Auslaufen des Bergbaus mit einem enormen Abfederungsprozess begleitet habe.

Zechenchef ist mit den Förderzahlen 2017 zufrieden

„Es geht eine markante Periode vorbei, auf die wir mit Stolz und Dankbarkeit blicken können.“ 2018 werde nicht „irgendein Jahr“, sondern ein Jahr mit erheblichen Einschnitten für die Region. Mit dem Betriebsende der Zeche Prosper-Haniel im benachbarten Bottrop und damit der letzten Zeche im Ruhrgebiet ende ein Stück deutscher Industriegeschichte, ohne die es das Ruhrgebiet in seiner heutigen Form nicht gäbe.

Bergwerksdirektor Jürgen Kroker hatte bereits in seiner Begrüßung gesagt, dass 2018 den verbliebenen Bergleuten auf Prosper Haniel ein trauriges, besonderes Jahr bevorstehe. „Dennoch ist von Auslaufstimmung nichts zu spüren, wir werden auch im letzten Jahr 100 Prozent geben“, so der Zechenchef. Kroker berichtete, dass die Förderzahlen im zu Ende gehenden Jahr „durchweg erfreulich“ waren und die Motivation nach wie vor hoch sei. Betriebsratschef Mirko Skela sagte, die Belegschaft werde die besondere Herausforderung des Jahres 2018 meistern „und es mit Stolz und Kraft zu Ende bringen“.

Barbarafeier fand zum zweiten Mal in der Maschinenhalle statt

Die Maschinenhalle Zweckel war zum zweiten Mal Schauplatz der Barbarafeier des Bottroper Bergwerks Prosper-Haniel. Mit viel Liebe zum Detail – und hunderten Weihnachtssternen – war die Halle besonders festlich ausgestattet worden.

Mehr als 1000 Bergleute, ihre Familien und zahlreiche Gäste, darunter Politiker aus der Nachbarstadt, waren an die Frentroper Straße gekommen. Zum Programm gehörten Darbietungen der Bergkapelle Prosper-Haniel, des Ruhrkohle-Chors, Musikern der Dortmunder Philharmoniker und der Solisten Valeska Gleser (Harfe) und Sabine Ochsenhöfer (Querflöte). Zum Abschluss gab es ein gemeinsames Mittagessen – Grünkohl.

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