Woche der Vielfalt

Kunst und Kultur zur Förderung der Integration

Aysegül Yener (M) zeigt die Kunst des Ebru beim Kunst- und Kulturabend im Pfarrheim St. Lamberti. Ahmet Altunay vom Verein Primus e.Vl, der zu dem Abend eingeladen hatte, schaut interessiert zu.

Aysegül Yener (M) zeigt die Kunst des Ebru beim Kunst- und Kulturabend im Pfarrheim St. Lamberti. Ahmet Altunay vom Verein Primus e.Vl, der zu dem Abend eingeladen hatte, schaut interessiert zu.

Foto: Joachm Kleine-Büning

Gladbeck.   Der Verein Primus lud zu Kulturprogramm und Fastenbrechen ein. Der interkulturelle Abend leistete einen Beitrag zur Verständigung.

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Für rund hundert Gäste waren am Freitagabend die langen Tische im Pfarrzentrum St. Lamberti in Gladbeck festlich eingedeckt. So viele Gäste sind dann nicht gekommen, aber im Laufe des Abends füllte sich der große Saal im Haus an der Kirchstraße, denn es ist mittlerweile gute Tradition, dass der interkulturelle Bildungsverein Primus e. V. während des Ramadan zum Fastenbrechen (Iftar) einlädt.

In diesem Jahr war der Abend in die Wochen der Vielfalt eingebettet, was von den Organisatoren sehr begrüßt wurde. Sie hatten sich ein umfangreiches Programm vorgenommen, bevor nach Sonnenuntergang, kurz vor 22 Uhr, gegessen und getrunken werden konnte.

Ebrumalerei und Kalligrafie fand großes Interesse

Musik auf der traditionellen Rohrflöte Ney leitete den Abend ein, während sich im Foyer Aysegül Yener und Nihad Uludag mit Ebru-Kunst und Kalligrafie präsentierten. Für die Ebru-Malerei wird mit Carrageen verdicktes Wasser in ein flaches Becken gefüllt. Mit einem Pinsel aus Pferdeschwanzhaaren und einem Rosenholzstiel werden Naturfarben auf das Wasser gespritzt und anschließend von einem darüber gelegten Blatt aufgenommen. Es entstehen fragile florale Motive. Die Gäste waren eingeladen, es selbst auszuprobieren und Doris Förster von der Ausländerbehörde der Stadt Gladbeck ließ sich nicht lange bitten: „Man merkt natürlich den Unterschied zwischen Profi und Amateur. Ich habe nicht gut genug getupft“, meinte sie selbstkritisch. Das tat dem Spaß an der Sache keinen Abbruch.

Durch Verwandte und Bekannte ist Nihad Uludag, der bei einem Sicherheitsdienst arbeitet, zur Kalligrafie gekommen – eine Kunst, die für ihn Ausgleich zum Beruf ist. Beide Tische waren ständig belagert.

Auch über das Fasten im Ramadan wurde diskutiert

Julia Hörtemöller sitzt ganz vorn an einem Tisch gemeinsam mit ihrem Freund Tolunay Elcinci. Die Abiturientin der Gesamtschule, die Medizin studieren möchte, berichtet, sie sei in „einem multikulturellen Kontext“ aufgewachsen und habe sich intensiv mit den unterschiedlichen Religionen befasst. Auch der Ramadan wird diskutiert als die Frage auftaucht, wie Spitzensportler, z.B. Fußballer muslimischen Glaubens, zur WM damit umgehen. „Es gibt Situationen, da kann man nicht fasten. Man kann es aber nachholen“, sagt Tolunay. Er fügt hinzu, es sei eine „Sünde“, etwas zu tun, das der Gesundheit schade.

Nach der Begrüßung durch Vereinsmitglied Andreas Brock gab es Informationen sowohl über den Verein als auch den Ramadan. Erst spät klang der Abend bei Tee und Gesprächen aus.

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