Genuss für Auge, Ohr und Gaumen

Kulinarische und kulturelle Traumreise

„Sternenzauber, Tänze und Fantasien“ gibt’s am 8./9. März im Dietrich - Bonhoeffer-Haus.

„Sternenzauber, Tänze und Fantasien“ gibt’s am 8./9. März im Dietrich - Bonhoeffer-Haus.

Foto: WAZ

Gladbeck.  „Je mehr wir von einander wissen, umso besser verstehen wir uns.“ In diesen einen Satz steckt Pfarrerin Reile Hildebrandt-Junge-Wentrup ihre ganze Überzeugung, wie das Mitein­ander von Menschen unterschiedlicher Herkunft mit unterschiedlichen Lebensläufen trotz aller Schwierigkeiten funktionieren kann. Denn: „Es gelten nicht unsere Maßstäbe fürs Leben.“ Menschen sollten so sein dürfen wie sie eben sind – das nennt man Toleranz.

Um dieses „hohe Gut“ dreht sich das Jahresthema 2013 der Luther­dekade. „Reformation und Toleranz auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017“, lautet der etwas sperrige Titel. Die hiesige Evangelische Kirchengemeinde, Bezirk Mitte, will das Thema lebendig werden lassen – bei Genüssen für Auge, Ohr und Gaumen. Denn wo kommt man sich näher als bei Kultur und Kulinarischem?

Bereits zum dritten Mal im Zweijahrestakt stellen die Gemeinde und die Gruppe Naadirah „Sternenzauber, Tänze und Fantasien“ auf die Beine. Der Erlös ist für die Flüchtlingshilfe vor Ort bestimmt. Doch Heidi to Roxel sagt mit Nachdruck: „Wir wollen an diesem Abend das Thema nicht problematisieren. Vor zwei Jahren herrschte eine so zauberhafte Atmosphäre . . .!“ Und so soll’s auch dieses Mal sein. Neben all’ der Schwere bei der Problematik, so Reile Hildebrandt-Junge-Wentrup, gebe es auch viel Schönes und Kraftvolles.

International genießen

Zum Beispiel, dass Menschen vieler Nationen bei dieser Traumreise um den Erdball mit von der Partie sind. Und auch die Bühnendarbietungen sind international. Ein Dutzend Frauen, zwischen 26 und 58 Jahre alt, bildet seit 2004 die Gruppe Naadirah. Sie bringt orientalischen Tanz in diversen Spielarten auf die Bühne.

Mitglied Monika Thiel zählt auf, was alles möglich ist: Säbel- und Schleiertanz, Bolly-Wood-Stil, Bauchtanz und Folklore. Die Frauen schauen sich auf Fachmessen und in Workshops um: „Was könnte dem Publikum gefallen?“ In selbstgeschneiderten Kostümen – auch das Bühnenbild ist Marke Eigenbau – präsentiert die Gruppe, was sie in den vergangenen zwei Jahren entdeckt und gelernt hat. „Zwei Profi-Tänzerinnen, die für diesen Abend kein Geld nehmen, treten auf: Jannine und Tizia“, kündigt Thiel an.

So bunt wie das Programm ist auch das Bufett. Lukullische Genüsse aus aller Herren Länder kommen auf dem Tisch, zum Beispiel aus Bosnien, dem Irak, Sri Lanka. „Das Essen kochen ehemalige Flüchtlinge. Sie tun das von Herzen gern, weil sie uns etwas zurückgeben wollen“, sagt Anne Suryahadi von der Flüchtlingshilfe. Das Geld, das durch den Sternenzauber-Abend in die Kasse kommt, wird dazu verwendet, Menschen im Asylverfahren zu unterstützen. Beispielsweise, indem sich die Flüchtlingshilfe um Rechtsanwälte, Gutachter und Therapeuten kümmert.

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