Kreispolitik

Kreishaus-Sanierung kostet Millionen – Kreistag entscheidet

Das Kreishaus in Recklinghausen stammt aus dem Jahr 1979.

Das Kreishaus in Recklinghausen stammt aus dem Jahr 1979.

Foto: www.blossey.eu

Recklinghausen / Gladbeck.  Die Sanierung des Kreishauses in Recklinghausen wird teuer. Das steht jetzt schon fest. Um Details geht es am Montag im Kreistag.

Das Recklinghäuser Kreishaus soll umfangreich saniert werden. Das sei auf Dauer wirtschaftlicher als die Reparatur des Notwendigsten – sagt die Kreisverwaltung. Der Kreistag soll am nächsten Montag eine Grundsatzentscheidung treffen.

Wie auch immer diese ausfällt: Fest steht, dass auf den Steuerzahler einiges zukommt. Rund 20 Mio. Euro würde es alleine kosten, die schlimmsten Mängel (Brandschutz, Elektro- und Lüftungstechnik) zu beseitigen. Eine komplette Sanierung ist bereits vor Jahren auf 40 bis 50 Mio. Euro taxiert worden. Sogar ein Neubau – auf dem Parkplatz neben dem jetzigen Kreishaus – wird in Erwägung gezogen. Diese Variante soll zwar geprüft werden, wird aber von der Kreisverwaltung selbst nicht befürwortet.

Das Kreishaus an der Kurt-Schumacher-Allee in Recklinghausen stammt aus dem Jahr 1979. Von 2000 Mitarbeitern der Kreisverwaltung (inklusive Jobcenter) haben 750 dort ihren Arbeitsplatz. Mit der Sanierung soll Platz geschaffen werden, um ausgelagerte Dienststellen wie das Straßenverkehrsamt oder die Erziehungsberatung ins Kreishaus zurückzuholen. Die überflüssigen Gebäude, die nach Angaben des Kreises sanierungsbedürftig oder teilweise angemietet sind, könnten abgestoßen werden.

Dieses Vorgehen entspricht genau den Vorgaben der Gemeindeprüfungsanstalt des Landes NRW (GPA). Die GPA hat dem Kreis dringend ans Herz gelegt, Büroflächen zu reduzieren. Sie bezeichnet das als eine der wenigen Möglichkeiten des Kreises, wirkungsvoll an der Kostenschraube zu drehen.

Wirtschaftlichkeitsberechnung: Umfängliche Sanierung schneidet am besten ab

Kernsanierung, Neubau oder nur Beschränkung auf das Allernotwendigste (vom Kreis als „Null-Variante“ bezeichnet)? Gemeinsam mit der NRW-Bank und einem Beratungsunternehmen hat die Kreisverwaltung eine Wirtschaftlichkeitsberechnung angestellt, die neben den Investitionskosten auch die Folge- und Nutzungskosten über einen Zeitraum von 30 Jahren berücksichtigt. Bei dieser Berechnung schneidet die umfängliche Sanierung mit Integration der ausgelagerten Ämter am besten ab (geschätzter Aufwand 124 Mio. Euro).

Ein Neubau würde den Kreis im Betrachtungszeitraum von drei Jahrzehnten 133 Mio. Euro kosten. Die „Null-Variante“ wird sogar mit 217 Mio. Euro veranschlagt. Dieses Ergebnis wird u. a. damit begründet, dass auch in den nächsten Jahren immer wieder Sanierungsmaßnahmen – zum Beispiel an Dach, Fassade und Fenstern – nachgeschoben werden müssten. Der Kreistag wird die Verwaltung am kommenden Montag voraussichtlich damit beauftragen, die beiden Varianten Kernsanierung und Neubau alternativ zu planen und die exakten Kosten zu ermitteln. Auch die kreisangehörigen Kommunen dürften auf das Ergebnis gespannt sein. Denn über die Kreisumlage werden sie Finanzierungskosten und Abschreibungen mittragen müssen.

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