Klimapakt

Kreis verschenkt Apfelbäumchen für jedes Neugeborene

Solch schöne Früchte könnten einmal an den Apfelbäumchen wachsen, die der Kreis an Eltern verschenkt, deren Kinder in diesem Jahr geboren sind.

Solch schöne Früchte könnten einmal an den Apfelbäumchen wachsen, die der Kreis an Eltern verschenkt, deren Kinder in diesem Jahr geboren sind.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Der Kreis Recklinghausen schenkt Familien für ihre Neugeborenen 2020 ein Geburtsbäumchen. Es ist ein Beitrag zum „Vestischen Klimapakt“.

Der Kreis Recklinghausen schenkt Familien für ihre Neugeborenen 2020 als Beitrag zum „Vestischen Klimapakt“ ein Geburtsbäumchen.

Zeit, dass sich was ändert: Das ist die Maxime des Klimapakts, den SPD, CDU, Grüne, Linke und FDP im September vergangenen Jahres im Kreistag beschlossen haben. Einiges ist ambitioniert, das Geburtsbäumchen-Geschenk ein Mosaiksteinchen. „Den Eltern wird ein Bäumchen mit regionalen, alten Apfelsorten geschenkt“, präzisiert Landrat Cay Süberkrüb. „Ich bin froh, dass wir es geschafft haben, den Vestischen Klimapakt auf den Weg zu bringen, die Geburtsbäumchen setzen ein wirklich schönes Zeichen.“

Die kleinen Bäume können im Kreis-Gartenbaulehrbetrieb in Datteln abgeholt werden

Ab dem 2. November sind die jungen Bäume im Kreis-Gartenbaulehrbetrieb in Datteln-Horneburg nach Anmeldung zu bekommen. Die robusten Sorten sind angepasst an Klima und Boden. Und: Jetzt ist Pflanzzeit. „So lange es nicht friert, bekommt man Bäume in den Boden“, erklärt Simon Funck von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises. „Die Bäume sind ein toller Lebensraum für Tiere“, ergänzt Funcks Kollegin Leonie Bley. Sie ist Ansprechpartnerin für die Geburtsbäumchen.

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Die Spielregeln sind einfach: Eltern weisen nach, dass ihr Kind 2020 geboren ist (oder wohl noch bis Ende Dezember geboren wird), verabreden einen Abholtermin – und buddeln. Zum Bäumchen gibt‘s einen Info-Flyer. Wer keinen Garten hat, kann auch bei Verwandten pflanzen oder darauf zählen, dass er seinen Baum irgendwo auf einem kreiseigenen Eckchen in die Erde bekommt. So haben Radtouren mit Tochter oder Sohn ein besonderes Ziel, sobald die Kinder in die Pedale treten können.

Die Geburtsbäumchen haben auch einen Wert fürs Klima

Auch die Urheberin der Initiative kommt aus der Naturschutzbehörde: Elke Jansen hatte die Idee auf der Heimfahrt nach Feierabend, unterwegs zwischen Feldern, Wiesen – und Bäumen. Dass Geburtsbäumchen über Symbolik hinaus handfesten Wert fürs Klima besitzen, steht für Götz Fischer, Fachdienstleiter Umwelt beim Kreis RE, außer Frage. „Bäume sind echte Klimaretter, weil sie das klimaschädliche CO2 binden und Sauerstoff freisetzen.“

Doch mit einer guten Idee einen Kreistag zu überzeugen, ist eine ganz eigene Sache – es geht immerhin um Steuergeld der Bürger. Mit einer 20.000-Euro-Kalkulation ging Peter Haumann, Fachbereichsleiter Umwelt, in die erste Ausschuss-Sitzung zum Thema. Seine Sympathie für diese besondere Geste gegenüber neuen Erdenbürgern überzeugte die Politik.

Vestische Geburtsbäumchen sind von Montag, 2. November, bis Freitag, 27. November, im Kreis-Gartenbaulehrbetrieb nach Anmeldung möglich: Leonie Bley, 02361 / 53 60 08, E-Mail: l.bley@kreis-re.de

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