Auswertung

Krankmeldungen: Coronabedingt gibt es starke Schwankungen

Laut einer Auswertung der AOK gab es bei den Krankmeldungen in den vergangenen Monaten erhebliche Schwankungen.

Laut einer Auswertung der AOK gab es bei den Krankmeldungen in den vergangenen Monaten erhebliche Schwankungen.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Gladbeck.  Die Zahl der Krankmeldungen ist im Kreis Recklinghausen leicht gestiegen. AOK: Mehr als 200 Beschäftigte sind wegen Corona arbeitsunfähig.

Der Krankenstand der rund 41.000 bei der AOK Nordwest im Kreis Recklinghausen versicherten Arbeitnehmer lag in den ersten acht Monaten dieses Jahres bei 5,9 Prozent, knapp über dem Vorjahreszeitraum mit 5,8 Prozent. Aufgrund der Corona-Pandemie gab es in den einzelnen Monaten erhebliche Schwankungen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK für die Monate Januar bis August 2020.

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Zu Beginn der Pandemie stiegt der Krankenstand rasant an

Vor allem zu Beginn der Pandemie im März stieg der Krankenstand rasant an, flachte aber dann wieder deutlich ab. Auffällig ist auch, dass nach einem Anstieg der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen in den vergangenen Jahren wieder ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen war. „Es ist zu vermuten, dass viele psychisch erkrankte Beschäftigte in der Lockdown-Phase aus Angst vor Ansteckung auf einen Arztbesuch verzichtet haben“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock.

Allerdings sei die Dauer der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen deutlich angestiegen – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 30,4 Tagen auf 35,4 Tage. Damit bekam der Trend der vergangenen Jahre zu immer längeren Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen einen weiteren Schub.

Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung könnte einen Einfluss haben, so die AOK

Die Covid-19-Pandemie hat die Arbeitsunfähigkeitsstatistik des Jahres 2020 stark beeinflusst. Zu Beginn der Pandemie im März stieg der Krankenstandes von 6,0 Prozent im Februar auf 6,8 Prozent. Zum Vergleich: Im März 2019 betrug er 6,3 Prozent. „Die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung wegen Atemwegserkrankungen, die ab Anfang März galt, könnte einen Einfluss auf den erhöhten Krankenstand haben“, so Kock.

Gleichzeitig sprächen die Daten dafür, dass Ärzteschaft und Beschäftigte mit dieser temporären Regelung verantwortungsvoll umgegangen seien. Denn in den Monaten April (6,0 Prozent), Mai (5,0 Prozent) und Juni (5,1 Prozent) haben Arbeitnehmer deutlich seltener krankheitsbedingt in ihren Betrieben gefehlt als im Vorjahr. Dieser Trend setzte sich auch im Juli (5,3 Prozent) und August (5,2 Prozent) fort.

Abzuwarten bleibt die Lage im Herbst und Winter

Angesichts der aktuellen Situation sind diese Zahlen für Kock jedoch kein Anlass zur Entwarnung: „Es bleibt abzuwarten, wie sich die steigenden Covid-19-Infektionszahlen im Herbst und Winter bei den Krankenständen bemerkbar machen werden.“

Eine Auswertung der Krankschreibungen wegen einer Covid-19-Erkankung zeigt: Insgesamt sind im Kreis Recklinghausen bis Ende August mehr als 200 Beschäftigte, die bei der AOK versichert sind, wegen dieser Diagnose krankgeschrieben worden. Die meisten AU-Meldungen gab es in den Monaten März (46 Erkrankte) und April (72). Insbesondere Beschäftigte in Gesundheitsberufen waren betroffen.

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