St. Barbara-Hospital

Krankenhaus-Anbau wie ein riesiges Puzzle

Wie bei einem riesigen Puzzle werden die einzelnen Raummodule für den neuen Querriegel im Innenhof des St. Barbara-Hospitals abgelassen und von den Monteuren zusammengefügt.

Foto: Michael Korte

Wie bei einem riesigen Puzzle werden die einzelnen Raummodule für den neuen Querriegel im Innenhof des St. Barbara-Hospitals abgelassen und von den Monteuren zusammengefügt. Foto: Michael Korte

Gladbeck.  Die ersten der 39 Raummodule für den Neubau wurden im Innenhof des St. Barbara-Hospitals aufgebaut. Das Zusammensetzen ist Millimeterarbeit.

Den Schriftzug „Krankenhaus to go“ (übersetzt „Krankenhaus zum Mitnehmen“) hatte ein offenbar launiger Mitarbeiter der Herstellerfirma Cadolto an dem Raummodul auf dem letzten der zehn Lkw angebracht, die an der Möllerstraße parkten. Als Spezialtransport-Kolonne waren die Brummis in der Nacht vom Werk in Thüringen nach Gladbeck gefahren. Ihre Ladung ist quasi ein riesiges Raumcontainer-Puzzle, aus dem der neue Querriegel-Bau für das St. Barbra-Hospital entsteht.

Das Krankenhaus zum Mitnehmen also auf der Ladefläche, genauer gesagt die ersten Raummodule, die ab Mittwochmorgen immer paarweise zur Mittelstraße ins Stadtzentrum gefahren wurden. Am Haken eines 600-Tonnen-Lastkrans schwebten die Container über das Wohnheim hinweg in den Innenhof des Krankenhauses. Zusammengesetzt und übereinander gestapelt verbinden sie über drei Etagen den Nord- mit dem Südflügel und schaffen mit neu entstehenden 1700 Quadratmetern Krankenhausfläche (inkl. Flure) zusätzlichen Platz für 76 Betten.

Das größte Raummodul wiegt 28 Tonnen

Der dickste Brummer, ein 28-Tonnen-Modul von 15 mal vier Metern Größe, wurde als erster an den Haken genommen. In ihm ist auch die Aufzugbasis untergebracht, für den Lift, der die Neubauetagen bis ins zweite Obergeschoss miteinander verbindet. Ganz langsam, Millimeter für Millimeter, schwebte das Raummodul in der Schlussphase in Richtung Balkenrost-Fundament. Über Sprechfunk zwischen Monteurmannschaft und Kranführer gesteuert und ganz genau beobachtet von Bauleiterin Simone Saul von Gerber Architekten aus Dortmund. „Wir haben bei der Montage dieses Elements nur zwei Millimeter Platz, der Aufzug muss lotrecht stehen“, erklärte die Architektin. Der gesamte Aufbau sei Maßarbeit, „da wir insgesamt nur sieben Zentimeter Spiel zwischen den Fassaden des Altbestandes und dem genau dazwischen gesetzten Querriegel-Erweiterungsbau haben. Jeder zusätzliche Millimeter summiert sich bis zum letzten Modul, das eingebracht wird.“

Bis Samstag sollen alle 39 Module platziert und zusammengesetzt sein. Ähnlich wie bei einem Fertighaus sind die Container vorgefertigt. Das bedeutet, dass Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen und die Belüftungsanlage bereits installiert sind und nur noch verbunden werden müssen. „Dies ermöglicht eine enorme Verkürzung der Bauzeit“, so die Architektin.

Ende Januar soll der Querriegel fertig sein

Nach dem Aufbau werden die Module miteinander verschweißt, Anschlusslücken im Boden sowie in den Decken verschlossen, die Fassadendämmung aufgebracht und nach einem letzten Innenanstrich soll Ende Januar alles fertig sein. „Dann erfolgt über die Haustechnik ein drei- bis vierwöchiger Probebetrieb und – wenn der erfolgreich verlaufen ist – die Übergabe an den Krankenhausträger“, so Simone Saul.

Im Erdgeschoss sind 16 Betten für eine interdisziplinäre Aufnahmestation und die Unterbringung tagesstationärer Patienten vorgesehen. In den beiden oberen Geschossen sind jeweils 30 Betten geplant. Entstehen sollen insgesamt 20 Zweibett- und zwölf Dreibettzimmer, alle mit eigener, moderner Nasszelle.

Die 32 neuen Zimmer sind im Februar bezugsfertig

Angedacht war die Erweiterung der Neurologie im ersten und die der Inneren Medizin im zweiten Obergeschoss. „Das könnte sich aber auch noch ändern“, so der Geschäftsführer der katholischen Kliniken Emscher-Lippe, Matthias Schwanewilms. Er gehe davon aus, „dass die Zimmer im Februar 2018 bezugsfertig sind“.

Für KKEL-Aufsichtsratsvorsitzenden Werner Philipps ist das 6,6-Millionen-Euro-Projekt, finanziert aus der laufenden Krankenhausinvestitionspauschale des Landes, ein positives Zeichen: „Durch den Querriegel wird die Leistungsfähigkeit des Hauses gestärkt und dessen Attraktivität zum Wohle der Patienten wesentlich verbessert.“

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