Präventionsprojekt

Kinderschutzbund will Schüler vor sexueller Gewalt schützen

Nadine Wieschollek und Peter Fischer vom Gladbecker Kinderschutzbund laden Grundschuleltern zur Infoveranstaltung „Mein Körper gehört mir" ein.

Nadine Wieschollek und Peter Fischer vom Gladbecker Kinderschutzbund laden Grundschuleltern zur Infoveranstaltung „Mein Körper gehört mir" ein.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Der Kinderschutzbund startet an Grundschulen eine neue Kampagne. Das Theaterprojekt soll Kinder stärken, sich bei sexueller Gewalt Hilfe zu holen

Der Kinderschutzbund Gladbeck lädt Eltern und Pädagogen für Donnerstag, 19. September, ab 19.30 Uhr zur Auftaktveranstaltung des Präventiv-Projektes „Mein Körper gehört mir“ in die Aula des Heisenberg-Gymnasiums ein. „55 Gladbecker Klassen können wieder kostenfrei an dem Theaterprojekt gegen sexuellen Missbrauch teilnehmen, alle Grundschulen sind dazu von uns angeschrieben worden“, so der Vorsitzende Peter Fischer.

Die schrecklichen Geschehnisse der Missbrauchsfälle und Kinderpornografie auf dem Campingplatz in Lügde rückten das Thema wieder in den Fokus, „dass es wichtig ist, Kinder zu stärken und aufzuklären, so dass sie einschätzen können, wo von Erwachsenen Grenzen überschritten werden“, sagt Peter Fischer. Ein wichtiger Puzzlestein der Präventionsarbeit sei, „dass die Kinder Vertrauenspersonen auch außerhalb des engen Familienumfelds haben, an die sie sich vor Ort wenden können“, ergänzt Diplom-Pädagogin Nadine Wieschollek. Denn die Täter (80 Prozent sind Männer) seien zumeist eben Mitglieder aus der Familie.

14.606 Missbrauchsfälle sind im Vorjahr deutschlandweit bekannt geworden

Und die Zahl von 14.606 im Jahr 2018 bekannt gewordenen Missbrauchsfälle in Deutschland werde leider nicht kleiner. „Sie sind um sechs Prozent im Vorjahresvergleich angestiegen, mit einer entsprechend hohen Dunkelziffer der unerkannten Taten“, so Fischer. „Statistisch ist davon auszugehen, dass es in jeder

oder es bereits sind.“ So dass es wahrscheinlich sei, dass es auch betroffene Kinder in den 55 Klassen gebe, die an dem Theaterprojekt teilnehmen können.

Das Präventionsprogramm werde von der theaterpädagogischen Werkstatt kindgerecht vermittelt, indem Szenen zum Thema vorgespielt und mit den Grundschülern besprochen werden. Nadine Wieschollek: „Die Kinder werden ermutigt, ihren Nein-Gefühlen zu vertrauen und anderen davon zu erzählen und sich Hilfe zu holen, wenn sie Hilfe benötigen.“ Denn es gebe Grenzen, die niemand überschreiten dürfe. „Das ist die Botschaft, die die Kinder mit nach Hause nehmen.“

Das Präventionsprojekt wird mit Hilfe von Sponsoren finanziert

Die Arbeit der Theaterpädagogen (Einblicke gibt es beim Infoabend) ist nicht kostenlos, sie wird aber auch bei dieser Runde vom Kinderschutzbund mit Hilfe von Sponsoren getragen. Die Hälfte der benötigten 14.000 Euro zahlt die Bethe-Stiftung, die andere Hälfte kommt über Spenden der Sparkasse, der Volksbank, der Carl Dume GmbH, der RAG Stiftung und vieler Privatpersonen zusammen.

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