In der Stadthalle

Junges Musikschul-Ballett begeistert das Publikum

140 Ballettelevinnen und -eleven der Musikschule führten Ballettklassiker in der Stadthalle auf.

Foto: Lutz von Staegmann

140 Ballettelevinnen und -eleven der Musikschule führten Ballettklassiker in der Stadthalle auf.

Gladbeck.   140 Tänzerinnen und Tänzer der Musikschule zeigten zwei mitreißende Inszenierungen in der Stadthalle. Tolle Kostüme und bezaubernde Darstellungen

Poetisch, witzig und leidenschaftlich kann man Geschichten ohne viele, praktisch sogar ohne Worte erzählen. Das erlebten die restlos begeistern Besucher der drei Ballettaufführungen am Wochenende in der Stadthalle.

Mehr als 100 Tänzerinnen und Tänzer, die jüngsten gerade mal sechs Jahre alt, zeigten unter der Leitung von Valentina Spadoni „Schneewittchen“ in einer mitreißend-modernden Inszenierung, jeweils am Samstag und am Sonntag. Außerdem bewies vor ausverkauftem Haus am Sonntag „Schwanensee“ die große Klasse der Ballettabteilung und das segensreiche Wirken, das Spandoni und ihre Helferinnen Mariebelle Spieckermann und Cora Brenke vollbringen.

„Schwanensee“ war der krönende Abschluss

Liebevoll und einfallsreich waren die Kostüme entworfen, eindrucksvoll die Bühnenbilder. „Wir Mütter helfen bei der Gestaltung von Bühne und Ausstattung auch mit“, so Melanie Wiesner. Sie selbst hatte an der Musikschule Ballettunterricht, damals noch bei Olaf Hüttemann, ihre Tochter Zoe (10) war eine der Schneeflocken der ersten Szene, in der sich die Königin beim Nähen in die Finger sticht. Beim Anblick des roten Blutes – auf die weiß gekleideten Tänzerinnen flatterten zarte, blutrote Seidentücher herab – im Schnee, wünscht sie sich, ein Kind zu haben, so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarz wie der Fensterrahmen aus Ebenholz.

Die Einfälle, dieses Grimm’sche Märchen tanzend zu erzählen, waren regelrecht überbordend. Der Zauberspiegel, der der bösen Königin verrät, dass sie eben nicht mehr die Schönste im ganzen Land sei, ist eine peppiger Show-Act. Die böse Königin und ihre finsteren Begleiter bewegen sich zu fetziger Rockmusik. Es gibt Geister und Haustiere. Das alles eingebettet in eine schöne, auch weil spannende Zusammenstellung von klassischer und moderner Musik. Melodien von Peter Tschaikowsky, Léon Mikus, Jacques Offenbach, Dany Elfman, Adolphe Adam, Rondo Veneziano und Lindsay Stirling verschmelzen miteinander, korrespondieren und kontrastieren aufs Schönste. Dieses „Schneewittchen“ ist einfach bezaubernd, denn man erkennt die Geschichte wieder, aber sie ist erfrischend wild zerzaust präsentiert.

Die zwei Produktionen verzauberten das Publikum

Mit „Schwanensee“, dem wohl bekanntesten Ballettwerk des Tanztheaters, wurde am Sonntag der krönende Abschluss gefeiert. Story: Anlässlich der Volljährigkeit von Prinz Siegfried organisiert die Fürstin einen Ball zu seinen Ehren. Ihr Sohn soll standesgemäß heiraten, und ihm soll die Krone übertragen werden. Am Vorabend des Festes lernt der Prinz jedoch die wahre Liebe kennen – auf der Jagd nach Schwänen beobachten er und sein bester Freund Benno, wie sich die Vögel in Schwanenmädchen verwandeln. In eines, es ist Odette, verliebt sich Siegfried, und er ist gewillt, sie durch seinen Schwur ewiger Liebe vom Fluch zu befreien. . .

Valentina Spadoni konnte mit ihren beiden großen Produktionen wieder einmal das Publikum verzaubern. Dass eine städtische Musikschule sich eine Ballettabteilung leistet, ist in NRW mehr als ungewöhnlich. Melanie Wiesner hat als Ex-Tänzerin und Mutter einer Ballettschülerin eine gute Erklärung parat: „Es liegt an der herausragenden Qualität des Unterrichts und der Lehrer.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik