Reise

Jugendliche tief beeindruckt von Israel

Zur Erinnerung an ihre Gedenkstättenfahrt nach Israel mit Georg Liebich-Eisele (5.v.r. vordere Reihe) stellten sich die Jugendlichen zum Gruppenfoto in Jafa

Zur Erinnerung an ihre Gedenkstättenfahrt nach Israel mit Georg Liebich-Eisele (5.v.r. vordere Reihe) stellten sich die Jugendlichen zum Gruppenfoto in Jafa

Foto: Liebich-Eisele

Gladbeck.   21 junge Menschen reisten zu Gedenkstätten des Holocaust und sprachen mit Überlebenden der Konzentrationslager. Georg Liebich-Eisele leitet die Reise.

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Mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen sind 21 junge Menschen im Alter von 17 bis 26 Jahren von einer Gedenkstättenfahrt nach Israel zurückgekehrt, die Georg Liebich-Eisele, langjähriger Organisator von Studienreisen zu Holocaust-Erinnerungsstätten, durchgeführt hat. „Es war eine sehr intensive und hochemotionale Reise“, fasst Liebich-Eisele zusammen.

Die Gedenkstättenfahrt nach Israel, die er schon zum vierten Mal durchführte, stand unter dem Thema „Erinnern für eine gemeinsame Zukunft”. Im Vordergrund des Projektes standen, so der Reiseleiter, die Auseinandersetzungen mit der Shoah, dem Judentum sowie der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation in Israel.

Erste Station Jerusalem

Mit einiger Anspannung, aber auch großer Vorfreude, flog die Gruppe nach Israel, wo sie zunächst in Jerusalem Station machte und sich einem christlichen Thema zuwandte: Mit Bethlehem im West-Jordanland wurde die Geburtsstadt Jesu besucht, anschließend Beit Sahur, wo der Überlieferung nach die Engel den Hirten die Geburt Jesu verkündeten. Bei einer interreligiösen Stadtführung in Yerushalaim („Ort des Friedens”) war die Gruppe vom Blick auf den Tempelberg fasziniert, wo sich Felsendom und Al Aqsa-Moschee befinden. An der Klagemauer steckten die Jugendlichen Zettel mit persönlichen Wünschen in die Ritzen der Westmauer.

Beeindruckend war ein Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem, die für die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden errichtet worden ist. Besonderes Interesse weckte ein Gespräch mit dem Zeitzeugen Saul Oren, der als Jugendlicher die KZ Auschwitz und Sachsenhausen überlebte. „Der Besuch hinterließ bei den Teilnehmern ein sehr intensives Gefühl von Traurigkeit“, berichtet Liebich-Eisele. Ein Erlebnis ganz anderer Art war eine Tour entlang der „Grünen Linie“ und die Besichtigung der Sperranlagen zu den palästinensischen Gebieten, wodurch den Gästen die schwierige Lebenssituation der palästinensischen Bevölkerung deutlich wurde.

Gespräche mit Holocaust-Überlebenden

Stadtführungen in Jaffa und Tel Aviv standen ebenfalls auf dem Programm. Hier erfuhren die Jugendlichen Wissenswertes über die Staatsgründung Israels und seine wechselvolle Geschichte. Emotionaler Höhepunkt war ein Gespräch mit Holocaust-Überlebenden im Kulturzentrum Beit Lehiyot in Holon, südlich von Tel-Aviv gelegen – ein Ort, der das Bewusstsein für den Holocaust erhalten möchte und den Austausch mit Überlebenden fördert. Hier hatten die jungen Erwachsenen die Möglichkeit, gleich sieben Holocaust-Überlebende zu treffen, die mit beeindruckender Offenheit und Emotionalität von ihren Schicksalen während der NS-Zeit berichteten.

Viele Wahrheiten hätten sie in Israel erfahren, jedoch würden sie noch viele Wahrheiten benötigen, um das Land und ihre Menschen noch besser verstehen zu können, bilanzierten die Jugendlichen am Ende ihrer Reise.

Studienfahrt für Erwachsenene

Die Gedenkstättenfahrt nach Israel für Jugendliche will Georg Liebich-Eisele auch im nächsten Jahr wieder durchführen.
In diesem Jahr organisiert er dorthin auch zum ersten Mal eine Studienfahrt für Erwachsene. Die Reise findet vom 9. bis 19. September statt. Hierfür sind kurzfristig noch einige Plätze frei. Interessierte können sich unter 52215 (ab 19 Uhr) oder 02364/5088613 an Organisator Georg Liebich-Eisele wenden.

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