Gedenkstättenfahrt

Jugendliche Gedenkstättenfahrer beeindruckt von Berlin

Zum Gruppenbild stellten sich die Gladbecker Gedenkstättenfahrer vor dem  „Haus der Wannsee-Konferenz“ zusammen.

Zum Gruppenbild stellten sich die Gladbecker Gedenkstättenfahrer vor dem „Haus der Wannsee-Konferenz“ zusammen.

Foto: Liebich

Gladbeck.  Sozialarbeiter Georg Liebich besucht mit 23 jungen Leuten aus Gladbeck das einstige KZ Sachsenhausen. Die Gespräche mit Zeitzeugen beeindruckten.

Von einer bewegenden Gedenkstättenfahrt nach Berlin zu den Orten der NS-Verbrechen ist Georg Liebich mit 23 Jugendlichen aus Gladbeck zurückgekehrt. Erstmals stand auch eine Besichtigung des Konzentrationslagers Sachsenhausen mit auf dem Programm.

Liebich, der die Gedenkstättenfahrt auch in diesem Jahr ehrenamtlich für die Arbeiterwohlfahrt und gefördert durchs Landesjugendamt durchführte, zog eine positive Bilanz: „Es war eine sehr informative, aber auch emotionale Reise, die die jungen Menschen sehr berührte.“

Besuch des Jüdischen Museums und des Doku-Zentrums „NS-Terror“

Zu Beginn der Berlin-Reise stand eine Stadtführung auf dem Programm. Zu Fuß und per S-Bahn erkundeten die Gäste historische Orte der NS-Gewaltherrschaft, aber auch touristische Sehenswürdigkeiten. Bei einem Besuch des Jüdischen Museums in Kreuzberg nahmen die Jugendlichen an Workshops teil, die sich mit den Themen Zwangsarbeit, Überleben in Berlin, Novemberpogrome und Situation jüdischer Schüler zur Zeit der Nazis auseinandersetzten. Ergänzt wurden die Arbeitsergebnisse durch die Schilderungen des 94-jährigen Zeitzeugen Peter Neuhof. Das Gespräch beeindruckte die Jugendlichen aus Gladbeck sehr.

Ein weiterer emotionaler Höhepunkt war der Besuch der Gedenk- und Bildungsstätte „Haus der Wannseekonferenz“, wo am 20. Januar 1942 der bereits begonnene Holocaust im Detail organisiert und koordiniert wurde. Im Mittelpunkt einer Führung durch das Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ wurden den Besuchern die zentralen Institutionen von SS und Polizei im „Dritten Reich“ erläutert.

Der Besuch des KZ Sachsenhausen war ganz emotional

Letzte Station der Gedenkstättenfahrt war in diesem Jahr erstmals die Gedenkstätte Sachsenhausen. Historiker Nils Weigt führte die Jugendlichen aus Gladbeck über das Gelände. Anschließend arbeiteten sie in Kleingruppen zu den Themen: Verfolgung der Sinti und Roma, Experimente an Kindern im Konzentrationslager Sachsenhausen und das Verwaltungssystem des Konzentrationslagers Sachsenhausen.

Auch in diesem Jahr waren sich die Jugendlichen aus Gladbeck einig, dass die Tage in Berlin für sie eine sehr emotionale und beeindruckende Zeit war. Sie hätten viele Informationen zu der Zeit bekommen, wo Menschen wegen ihrer Religion oder politischen Überzeugungen verfolgt und ermordet wurden. Insbesondere das Gespräch mit dem Zeitzeugen Peter Neuhof im Jüdischen Museum war nach Aussage der Jugendlichen eine Erfahrung, die sie noch lange Zeit begleiten wird.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben