Plätze in Gladbeck (1)

Jovyplatz – die Oase zum Wohlfühlen am Rande der City

Serie Gestern und Heute, Historische Aufnahmen der Stadt Gladbeck. Luftbild Jovyplatz. Foto: Stadtarchiv

Serie Gestern und Heute, Historische Aufnahmen der Stadt Gladbeck. Luftbild Jovyplatz. Foto: Stadtarchiv

Foto: Stadtarchiv

Gladbeck.  Der „urbane Platz“ wurde in der 20er Jahren angelegt. Zuletzt wurde der „grüne Flecken“ aufgehübscht und wandelte zum beliebten Eventplatz.

Der Jovyplatz am Rande der City – er ist einer der ältesten Plätze und gleichzeitig eine der guten Stuben der Stadt. Zuletzt wurde er deutlich aufgehübscht und wandelte sich in der vergangenen Jahren auch zur Eventfläche. Man denke nur an das jährliche Open-Air-Kino (demnächst wieder am 16. August mit dem Film „25 km/h“). Zweifellos hat er an Aufenthaltsqualität gewonnen.

Der Platz galt seinerzeit, als er in den 20er Jahren angelegt wurde, als Beispiel für die urbane Dynamik Gladbecks, als Vorzeigeprojekt moderner städtebaulicher Entwicklung. Schnell war der Jovyplatz stadtprägend und ist auch heute noch eine der gern genannten Adressen.

Der Platz strahlt noch immer den Charme vergangener Jahrzehnte aus

Auch wenn das Renommee des Platzes seit dem Wegzug des Finanzamtes und dem Bedeutungsverlustes des Polizeiamtes gelitten hat – der Jovyplatz hat immer noch etwas von einer Postkartenidylle, von einem Wohlfühlplatz, und er strahlt nach wie vor den Charme vergangener Jahrzehnte aus, aber durchaus anziehend. Der Jovyplatz gilt als ein grüner Flecken in der City.

Trotz der Überarbeitung – auch mit Anlegen neuer Wege – gilt er als ein Platz mit Beständigkeit, den sämtliche Generationen in der Stadt so kennen, wie er eben da liegt: als parkähnliche Anlage an der Schützenstraße. Die Stadt hegt und pflegt ihn auch, nach wie vor plätschert die Wasserfontäne in den Teich – sie ist quasi schon ein Wahrzeichen der Stadt.

Geplant wurde ein monumentaler Platz am Westrand der Innenstadt

Geplant wurde er von der jungen Stadt Anfang der 20er Jahre als „monumentaler Platz“, und zwar am Westrand der sich bildenden Innenstadt, dort, wo es noch viel Fläche gab für derartige Vorhaben. Im wesentlichen sollte dieser Platz von vier ansehnlichen Amtsgebäuden geprägt sein. So entstand mit dem Platz selbst ab 1923 das Finanzamt am Nordrand des Platzes und ab 1924 das Polizeiamt im Westen. Sie ergänzten als Ensemble das Amtsgericht, das – im Osten an der Friedrichstraße gelegen – bereits von 1913 und 1917 gebaut worden war.

Eines der vier öffentlichen Häuser wurde allerdings nicht realisiert: An der Südseite sollte ein Gebäude für das Arbeitsamt entstehen, es wurde aber quasi ein Opfer der beginnenden Weltwirtschaftskrise ab Ende der 20er Jahre. Ganz im Gegenteil ein Ausdruck des wirtschaftlichen Aufschwungs einige Jahre zuvor – der „Goldenen“ 20er Jahre – war der Bau der Beamtenwohnhäuser an der Westseite des Platzes. Sie entstanden Mitte der 20er Jahre.

Am Rande entstanden ansehnliche Wohnensembles

Einerseits zeugen die Häuser, die noch heute in städtischem Besitz sind, von der damaligen Wohnungsfürsorge der Stadt gegenüber den städtischen Bediensteten, andererseits dienten sie städtebaulich als westliche und südwestliche Begrenzung des Platzes. Ähnlich ansehnliche Wohnensembles entstanden auch in der Nachbarschaft an den Straßen In der Dorfheide und In der Mark. Seit 1913 lag bereits das Kaiser-Wilhelm-Bad, Gladbecks erstes Hallenbad, an der heutigen Schützenstraße in Höhe des Jovyplatzes.

Natürlich hieß der Platz am Anfang nicht Jovyplatz, vielmehr entstand er unter der Regie des damaligen Oberbürgermeisters Michael Jovy, der zunächst von 1918 als Amtmann in Gladbeck tätig war, seit der Stadtwerdung ab 1919 bis 1931 als OB. Verantwortlich für die Pläne zeichnete der damalige Stadtbaurat Richard Korn, der Gladbeck manchen städtebaulichen Impuls gab. Die Straßen um den neuen Platz hießen anfangs Straßburger Straße (Nordseite) und Lothringer Straße (Westseite). Heute werden die Straßen um den Platz (bis auf die Schützenstraße) als „Jovyplatz“ geführt.

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