Wirtschaftsförderung

Innovationszentrum fährt erstmals keine Verluste ein

Immer noch innovativ: Das Innovationszentrum Wiesenbusch Gladbeck (IWG) ist derzeit zu 99 Prozent ausgelastet. Erstmals fährt es eine „schwarze Null“ ein.

Immer noch innovativ: Das Innovationszentrum Wiesenbusch Gladbeck (IWG) ist derzeit zu 99 Prozent ausgelastet. Erstmals fährt es eine „schwarze Null“ ein.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Das bald 25 Jahre alte IWG schreibt 2019 eine „schwarze Null“. Die Aussichten sind, dank einer Auslastung von 99 Prozent, auch für 2020 gut.

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Erstmals in seiner fast 25-jährigen Geschichte schreibt das Innovationszentrum Wiesenbusch (IWG) in Rentfort in diesem Jahr eine „schwarze Null“. Ausschlaggebend für die kostendeckende Führung des IWG ist vor allem die nahezu komplette Auslastung von 99 Prozent bei gleichzeitig „ordentlichen Mietpreisen“, die im Vergleich zu ähnlichen Einrichtungen im oberen Bereich lägen, so IWG-Geschäftsführer Lothar Romberg. Trotz der im Prinzip vollen Belegung werde es dennoch zunächst nicht zu der diskutierten Erweiterung kommen, um der weiteren Nachfrage zu entsprechen.

„Eine Erfolgsgeschichte“, lobte Bürgermeister Ulrich Roland am Montag den IWG-Bericht. Bislang glich die Stadt Jahr für Jahr die Verluste mit bis zu 400.000 Euro als „aktive Wirtschaftsförderung“ aus. Im vergangenen Jahr waren es noch 200.000 Euro. Auch im kommenden Jahr 2020 wird das IWG ohne städtischen Zuschuss auskommen. „Das gibt uns bei der schwierigen Aufstellung des Haushaltes ein wenig Luft“, so der Bürgermeister.

Schwarze Null hilft der Stadt auch bei der Etatplanung 2020

Die schlechte Haushaltslage ist aber auch der Grund, die Idee eines Neubaus zurückzustellen, so Wirtschaftsförderungschef Peter Breßer-Barnebeck. Denn neben einem Eigenanteil zum Bau müsste die Stadt über Jahre auch wieder die Verluste aus dem Betrieb des neuen Gebäudes ausgleichen. Denn trotz weiter bestehender Nachfragen nach Flächen im IWG könnte man nicht mit einer Vollbelegung von vornherein ausgehen.

Breßer-Barnebeck: „Angesichts unserer Haushaltssituation, in der wir sogar über eine Grundsteuererhöhung nachdenken müssen, um den Etat auszugleichen, können wir den Gladbeckern keine weiteren freiwilligen Leistungen abfordern.“ Dies gelte selbst für ein so erfolgreiches Projekt wie das IWG.

Derzeit sind im Innovationszentrum 46 Firmen zu Hause

Derzeit sind, so Romberg, im IWG 46 Unternehmen mit 260 Arbeitsplätzen zu Hause. Über die bald 25 Jahre seines Betriebs (das Innovationszentrum wird im nächsten Sommer Jubiläum feiern) zählte das IWG 120 Firmen – drei davon haben sich im benachbarten Innovationspark erfolgreich weiter entwickelt. Andere zogen in benachbarte Städte. Roland: „Der Arbeitsplatzeffekt, der vom Innovationszentrum ausgeht, ist in der Region sehr spürbar.“

Die Firma, die am längsten im IWG ihren Firmensitz hat, ist schon 18 Jahre in dem zweiteiligen, immer noch innovativen Gebäudetrakt im Hinterland der Hegestraße angesiedelt. Vor zwei Monaten erst kam das jüngste Start-up dazu. Zuletzt haben sich fünf Mieter vergrößert, so IWG-Chef Romberg. „Im Moment sind wir extrem dicht und haben nur zwei Büros frei.“

DAs IWG ist aus mehreren Gründen beliebt bei den Unternehmern

Für die Vollauslastung im IWG und die große Nachfrage nach Flächen gibt es für Lothar Romberg gleich mehrere Gründe: Die Lage des Innovationszentrums mit den guten Verkehrsanbindungen in alle Himmelsrichtungen, die seit geraumer Zeit allgemein gute Wirtschaftslage, „sicher auch eine Portion Glück“, aber auch der „sehr attraktive Zustand“ der Immobilie. „Wir legen außerordentlich großen Wert auf Instandsetzungen und Instandhaltungen.“ Das wiederum sorge für eine hohe Mieterzufriedenheit, so der IWG-Chef.

Im Gegensatz zum Innovationszentrum gibt es im benachbarten Gewerbepark noch „etwas Luft“, so Wirtschaftsförderer Breßer-Barnebeck, „vor alle auf der Nordseite“. Derzeit stünden zwei Firmen im „Innopark“ vor Erweiterungen.

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