Chor-Projekt

In Gladbeck startet ein Gesangsworkshop nur für Jugendliche

„Bock auf Singen?“ – unter diesem Titel steht der Workshop, den Mario Tobies in Gladbeck anbietet. Das Projekt wird unter anderem vom Integrationsrat gefördert. Foto:Lutz von Staegmann

„Bock auf Singen?“ – unter diesem Titel steht der Workshop, den Mario Tobies in Gladbeck anbietet. Das Projekt wird unter anderem vom Integrationsrat gefördert. Foto:Lutz von Staegmann

Gladbeck.   Mario Tobies bietet in Gladbeck einen Workshop an, in dem 13- bis 18-Jährige weltliche Lieder einstudieren. Es handelt sich um eine Premiere.

„Bock auf Singen?“ – „Jaaaaah!“ Diese starke Resonanz erhofft sich wenigstens Mario Tobies auf einen weltlichen Gesangsworkshop für Jugendliche, den er organisiert und leitet. Das Angebot erlebt vom 20. bis 23. Juni seine Premiere in Gladbeck.

Eine „Uraufführung“, weil es in der Stadt solch ein Projekt bislang nicht gibt. Tobies erzählt: „Ich habe festgestellt, dass die Jugendarbeit in Chören in Gladbeck ausnahmslos Sache der Kirchen sind.“ Da habe er überlegt: „Wie können wir die Jugendlichen abholen, die mit Kirche, der christlichen Kirche, nichts am Hut haben?“ Seine Vorstellung von einen weltlichen Jugendchor, der sich aus 13- bis 18-Jährigen bildet: „Alle Nationen und Ethnien sollen zusammenkommen.“

Das integrative Projekt wird finanziell gefördert

Für ihn spielt der Integrationsgedanke bei diesem Projekt die erste Geige. Er schlüpft für den Kurs aus seiner Rolle als Inhaber der Musikschule „Pianissimo“. Der 32-Jährige betont: „Das ist eine private Veranstaltung. Ich führe sie als Mario Tobies durch.“ Denn: Dieses Chorprojekt bekommt einen Zuschuss, den der städtische Integrationsrat bewilligt hat. „Es werden nur private Anbieter berücksichtigt, keine Institutionen“, erläutert Mario Tobies.

Integrationsrat bewilligte finanzielle Unterstützung

Den Antrag auf Förderung habe er Anfang des Jahres gestellt, der positive Bescheid über 600 Euro sei Mitte April gekommen. Auch die „Sparkasse Gladbeck unterstützt uns mit einem erheblichen Betrag“, so Tobies. „Sie stellt nicht nur einen Sockelbetrag für Verpflegung, Noten und so weiter zur Verfügung. Jugendliche, die bei der Sparkasse ein Knax-Konto haben, bekommen die Hälfte des Teilnehmer-Beitrags für den Workshop erstattet, also zehn Euro.“ Außerdem trage auch der Verein „Musikpaten“ zum Gelingen des Projektes bei.

Tobies: „Gerade Noten aktueller Pop-Songs sind teuer. Ein Exem­plar kostet fünf Euro, und benötigt wird das Material in Chorstärke.“ Er betont jedoch: „Man muss keine Noten lesen können, um beim Workshop mitzumachen!“ Wer ein Instrument spiele, dürfe das gerne mitbringen.

Die Jugendlichen sollen ihren Horizont erweitern

Am Herzen liege ihm, dass die Jugendlichen „nicht nur Bekanntes singen. Ich möchte, dass sie ihren Horizont erweitern.“ Deswegen will er den sangesfreudigen Teilnehmern einen „Pool aus acht bis zehn Liedern vorstellen“, aus dem sie Songs wählen dürfen. Das Angebot reicht von C wie Chansons über F wie Folklore bis P wie Pop – „aktuelle Musik, wie Jugendliche sie auch in den Ohrstöpseln haben“. Der Musikpädagoge, selbst von der Stimmlage her Tenor, meint: „Die Auswahl spiegelt ein bisschen meine Person wider: Ich bin auch nicht auf Musik-Genres festgelegt.“ Lieder in deutscher, französischer, italienischer, spanischer und griechischer Sprache hat er im Repertoire.

Das Repertoire reicht von Chanson bis Pop-Song

Er will eigentlich nicht mit Titeln herausrücken, die er der Runde vorschlagen möchte. Doch ein Stück verrät er denn doch: „Shallow“, der Hit von Lady Gaga und Bradley Cooper. In Tobies’ Workshop könnte der Song aus bis zu 30 Kehlen erschallen. Mehrstimmigkeit, professionelle Stimmarbeit und – ja, auch das! – Bühnenperformance will der Fachmann vermitteln. Er kündigt an: „Ich werde nicht frontal unterrichten und nur Input geben.“ Die jungen Leute sollen sich einbringen, das schließt auch die Präsentation der einstudierten Stücke ein.

Mario Tobies: „Meine Intention ist Integration“

Tobies unterstreicht: „Meine Intention ist die Integration. Ich möchte, dass Jugendliche jeglicher Herkunft in den Austausch treten.“ Denn das ist trotz des Zusammenlebens vieler Nationen keine Selbstverständlichkeit. Davon kann er ein Lied singen, gibt er doch in zwei Gruppen – dem Vokal­ensemble Pianissimo und dem Zweckeler Gospelchor „Morning Star“ – den Ton an: „Hier sind wir als Deutsche unter uns.“ Ob das an der christlich geprägten Ausrichtung liegen mag? Die Antwort ist ein ausdrückliches „Ja“.

Wer weiß: Vielleicht ist die Nachfrage für den Workshop so groß, dass eine weitere Auflage gewünscht ist . . . Oder es entsteht sogar ein neuer Chor in Gladbeck.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich

Für den Workshop „Bock auf Singen?“ mit weltlicher Musik vom 20. bis 23. Juni sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Angesprochen sind junge Leute zwischen 13 und 18 Jahren. „Wir fangen täglich gegen 10 Uhr an“, so Kursleiter Mario Tobies. Geplant ist eine Dauer bis etwa 17 Uhr. Aber: „Wenn es gerade läuft und von den Jugendlichen viele Ideen kommen, kann der Workshop auch bis 19 Uhr dauern. Das hängt von der Energie der Teilnehmer ab. Da bin ich flexibel.“

Die einstudierten Stücke werden aufgeführt

Ort des Workshops ist die Musikschule Pianissimo, Voßstraße 191. „Wir proben hier in klimatisierten Räumen“, so Tobies mit Blick auf möglicherweise heiße Sommertemperaturen. Die einstudierten Stücke werden am Workshop-Sonntag, voraussichtlich ab 16.30 Uhr, aufgeführt. Tobies: „Wir können hier ungefähr 80 Stühle für Gäste aufstellen.“

Maximal 30 Jugendliche können mitmachen

Die Teilnahme kostet 20 Euro pro Person. Maximal 30 Jugendliche können mitmachen. Anmeldung: Tel. 02043/9 37 13 37 oder post@mariotobies.de – wer weitere Informationen benötigt, kann sich unter „www.mariotobies.de“ schlau machen.

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