Coronavirus

In Gladbeck herrscht alles andere als Vorfreude auf Karneval

Der Hoppeditz darf in Gladbeck noch eine weitere Runde schlafen. Die Wittringer Ritter haben den Karneval in Corona-Zeiten abgesagt.

Der Hoppeditz darf in Gladbeck noch eine weitere Runde schlafen. Die Wittringer Ritter haben den Karneval in Corona-Zeiten abgesagt.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Die Wittringer Ritter und die Schubkarren KG wären bald in den Karneval gestartet. Doch das närrische Treiben fällt in Gladbeck wegen Corona aus.

Trübe Stimmung statt Frohsinn: Je näher der Elfte im Elften rückt, desto trauriger werden die Mienen all derer, die zu „normalen“ Zeiten jetzt der fünften Jahreszeit entgegenfiebern würden. Klar, zu den echten Karnevalshochburgen gehört Gladbeck nicht gerade, aber auch hier gehört närrisches Treiben irgendwie dazu.

Der KC Wittringer Ritter wollte den Hoppeditz eigentlich am 6. Oktober aus seinem Tiefschlaf wecken, wie immer mit einer fröhlichen Feier bei Kleimann-Reuer. Schon im Sommer aber trafen die Verantwortlichen schweren Herzens die Entscheidung, wegen der Coronavirus-Pandemie alle närrischen Veranstaltungen in der Session 2020/21 abzublasen. „Die Gesundheit steht an erster Stelle“, betont die Vereinsvorsitzende Sandra Gailowitz.

Gladbeck: Die Tollitäten Volker I. und Tine I. hatten auf einen vollen Terminkalender gehofft

Die Tollitäten Volker I. und Tine I. wären zwar ohnehin eine zweite Session in Amt und Würden geblieben, hatten aber auf einen vollen Terminkalender gehofft. Stattdessen bleiben ihre Roben im Schrank hängen. Die jecken Majestäten sind traurig. Ein kleiner Trost: Wenn sie wollen und ihre Arbeitgeber mitspielen, dürfen sie ein weiteres Jahr dranhängen.

Ähnlich fühlen sich die Mitglieder im Organisationsteam der Schubkarren KG, denn: Auch der farbenfrohe Umzug in Rosenhügel fällt im kommenden Jahr aus. „Die steigenden Infektionszahlen lassen die Veranstaltung nicht zu. Wir müssen Vernunft walten lassen“, sagt Michael Koloßa vom Organisationsteam, das schon alle Gruppen, die mitmachen wollten, per Mail über die Absage informiert hat. „Unsere Entscheidung ist auf großes Verständnis gestoßen, auch wenn alle natürlich sehr enttäuscht sind.“

Die Schnapszahl 33 bringt der Schubkarren KG wahrlich keine Glück. Im Februar dieses Jahres musste die 33. Auflage des närrischen Treibens am Veilchensonntag ausfallen.

Wegen eines Sturm fiel der Umzug der Schubkarren KG ins Wasser

Corona war da gefühlt noch weit weg – irgendwo in China. Mehr als 25 Gruppen hatten ihre dekorierten Bollerwagen und Schubkarren schon bereitgestellt, die Taschen mit Bonbons und anderen „Wurfgeschossen“ gefüllt, die fantasievollen Kostüme angezogen – da sorgte ein schwerer Sturm dafür, dass der „Zuch“ nur wenige Stunden vor dem Start abgesagt werden musste. „Aber da konnten wir zumindest noch die obligatorische Party feiern“, sagt Michael Koloßa. Auch daraus wird im kommenden Jahr nichts.

Bei den Wittringer Rittern steht das gesamte Vereinsleben schon seit März still. „Nach dem Ende der Session haben wir uns noch einmal getroffen, dann kam der Lockdown“, erzählt Sandra Gailowitz. Auch das Training der drei Tanzgarden und der vereinseigenen Comedy-Gruppe ruht seitdem.

„Nach den Sommerferien hätten wir damit eigentlich wieder starten dürfen“, sagt Gailowitz. „Wir haben uns aber zum Schutz der Kinder und Jugendlichen in den Garden und ihrer Trainerinnen entschlossen, die Übungsstunden weiter auszusetzen, zumal wir ja leider für keine Veranstaltung Auftritte proben müssen.“

Die Jahreshauptversammlung des Karnevalsclubs, die ursprünglich für März terminiert war, abgesagt wurde und stattdessen in diesen Tagen stattfinden sollte, fällt angesichts der rapide steigenden Infektionszahlen wieder aus. „Kontakt halten wir Vereinsmitglieder trotzdem, über Whatsapp-Gruppen und telefonisch“, sagt die Vorsitzende.

In diesen Tagen gibt es bei den meisten dieser Kontakte mit Abstand bestimmt nur ein Thema: „Bald würden wir in die fünfte Jahreszeit starten . . .“

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