Maschinenhalle

In der Maschinenhalle Zweckel ist es coronabedingt still

Coronabedingt ist es ruhig um die Maschinenhalle Zweckel, auch die öffentlichen Führungen finden derzeit nicht statt.

Coronabedingt ist es ruhig um die Maschinenhalle Zweckel, auch die öffentlichen Führungen finden derzeit nicht statt.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Gladbeck.  Ruhrtriennale konnte in diesem Jahr in der Maschinenhalle in Gladbeck nicht stattfinden. Es entstehen finanzielle Einbußen. Warten auf Sanierung.

Ziemlich still ist es während der Corona-Pandemie auch um die Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck geworden. Die Führungen, die dort alle drei Wochen sonntags stattfinden, sind zurzeit ausgesetzt. „Wir haben in diesem Jahr zwar die ein oder andere Vermietung gehabt, das war aber sehr verhalten“, sagt Marita Pfeiffer von der Pressestelle der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, die Eigentümerin des Denkmals ist. Für Firmenveranstaltungen oder auch private Feiern kann die Maschinenhalle gebucht werden. Ausgefallen ist in diesem Jahr auch die Ruhrtriennale, die d e r Höhepunkt des Jahres ist. „Die Anfrage für das nächste Jahr liegt schon vor“, so Pfeiffer auf WAZ-Anfrage. Ob die Kultur-Veranstaltung aber wirklich stattfinden können wird – das kann bisher niemand vorhersagen.

Der Ausfall bedeutet auch finanzielle Einbußen für die Stiftung. „Durch die Einbrüche ist das Denkmal aber nicht gefährdet“, betont Pfeiffer. Es bleibe zwar ungenutzt, das sei aber nicht schädlich. Anders würde es aussehen, wenn die Halle noch nicht saniert wäre. So, wie 1995, als die Stiftung das Denkmal übernahm und etwa das Dach und Fenster undicht waren, es in die Maschinenhalle herein regnete.

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Die beiden 44 Meter hohen Fördertürme müssen saniert werden

Auch wenn das mit der Übernahme der Stiftung bald behoben war, auch heute steht wieder eine Sanierung in Zweckel an. Die beiden 44 Meter hohen Fördertürme, die aus den Jahren 1910 und 1912 stammen, sind sanierungsbedürftig, einzelne Stahlelemente der Türme sind stark angerostet. „Die Türme müssten entrostet werden, Korrosionsschutz aufgebracht werden und die ursprüngliche Farbe der Fördertürme herausgefunden und so wieder neu gestrichen werden.“

Auch ein Teil der Zechenmauer soll erneuert werden. Für die nächsten zwanzig Jahre sollte die Maschinenhalle dann gewappnet sein, schätzt Pfeiffer. Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur hat eine Summe von rund sieben Millionen Euro für die Sanierung des Denkmals veranschlagt. Auch das Maschinenhaus Nord hat Sanierungsbedarf. Dieses kann derzeit nicht genutzt werden, seitdem nach dem Ausbau einer Maschine die Decke nicht vollständig ist.

Stiftung hofft weiter auf Bewilligung der Anträge zur Sanierung der Maschinenhalle

Doch wann all diese Arbeiten umgesetzt werden können, ist weiterhin unklar: „Unser letzter Antrag auf Städtebaufördermittel beim Land NRW und der Bezirksregierung ist nicht bewilligt worden“, sagt Marita Pfeiffer. Eine Begründung gebe es dafür nicht. Daher sei nun im September ein neuer Förderantrag gestellt worden. „Wir hoffen auf eine Bewilligung.“

Zuletzt kursierten Gerüchte in den sozialen Medien, die Stiftung Industriedenkmal als Eigentümerin wolle sich von der Maschinenhalle in Zweckel trennen. Dies weist die Stiftung jedoch zurück. Die Maschinenhalle abzugeben, sei kein Thema. „Wir sind angetreten, um das Denkmal zu bewahren“, sagt Pfeiffer.

„In diesem Jahr ist wegen Corona zwar alles anders, aber die Maschinenhalle ist uns ein sehr wertes Denkmal“, so Marita Pfeiffer, Sprecherin der Stiftung Industriedenkmal, weiter. Mit der Ruhrtriennale, dessen Spielort die Maschinenhalle jedes Jahr unter normalen Umständen ist, sei das Industriedenkmal in Gladbeck gut aufgestellt. Die coronabedingte stille Zeit werde nun für kleinere Renovierungsarbeiten genutzt, für all jenes, das sonst im Sommer hinten angestellt wird.

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