Baumfällung

Im Wittringer Wald werden 150 Rotbuchen und Eichen gefällt

Förster Markus Herber (links) und Bernhard Schregel, Fachmann beim Zentralen Betriebshof Gladbeck (ZBG), zeigen, wo die Weißfäule an einem Baum im Wittringer Wald ihre Spuren hinterlassen hat. Foto:Joachim Kleine-Büning

Förster Markus Herber (links) und Bernhard Schregel, Fachmann beim Zentralen Betriebshof Gladbeck (ZBG), zeigen, wo die Weißfäule an einem Baum im Wittringer Wald ihre Spuren hinterlassen hat. Foto:Joachim Kleine-Büning

Gladbeck.   Größtenteils Rotbuchen und auch einige Eichen müssen im Wittringer Wald weichen, weil sie morsch und krank sind. Fällungen stehen kurz bevor.

Durchschnittlich 145 Jahre haben sie im Wittringer Wald gestanden, nun schlägt die letzte Stunde für die mächtigen Bäume. Bernhard Schregel kündigt an: „Wir fällen hier größtenteils Rotbuchen und auch einige Eichen.“ Insgesamt „stehen hier viermal so viele Bäume“, sagt der Fachbereichsleiter Grünflächen- und Friedhofsunterhaltung beim Zen­tralen Betriebshof Gladbeck (ZBG). In der kommenden Woche sollen die Kettensägen den manchmal fast 50 Meter hohen Riesen den Garaus machen. Zwei bis drei Tage sind für diese „notwendigen Arbeiten“ veranschlagt.

Betroffene Bereiche werden gesperrt

In welcher Zeit das konkret sein wird, vermag Förster Markus Herber nicht zu sagen. Das hänge von der Verfügbarkeit des Geräts und vom Wetter ab. Aber der Fachmann von Wald-und-Holz-NRW weiß bereits: „Sobald es losgeht, wird der Bereich für die Öffentlichkeit gesperrt.“ An das Verbot, diese Teile des Waldes zu betreten, sollten sich tunlichst alle Bürger halten, um sich während der Fällarbeiten nicht in Gefahr zu begeben.

Holzzersetzender Zunderschwamm

Auf einer Fläche von vier bis fünf Hektar entlang der Marathonbahn an der Ellinghorster Straße – Eingang gegenüber des Parkplatzes am Sportplatz – sollen 250 bis 300 Festmeter Holz geschlagen werden. Den Auftrag dazu gibt die Stadt Gladbeck als Eigentümerin des Areals, unter Kontrolle des Försters. „Die dickeren Bäume im Randbereich wiegen zwischen acht und zehn Tonnen“, sagt Herber. Eigentlich sehen sie doch gesund aus, oder? Der Schein trügt. Wer den Kopf in den Nacken legt, sieht lose Äste – kleine, aber auch große. Wenn die mal runterknallen, und zufällig steht da jemand: nicht auszudenken! Herber: „Das ist hier ein Erholungswald. Tausende Wege führen hindurch.“

Zunderschwamm und Weißfäule

Die Durchforstung, wie es korrekt im Fachjargon heißt, steht altersbedingt an und wird turnusmäßig durchgeführt. Der holzzersetzende Zunderschwamm, der Brandkrustenpilz und Weißfäule setzen den Bäumen zu. Außerdem stehen sie manchmal zu eng beiein­ander. Herber: „Wir wollen den Wald zukunftsfähig machen.“ Rote Markierungen kennzeichnen diejenigen Exemplare, die fallen sollen. 25 liegen bereits am Boden.

Verbleibende Bäume sollen mehr Licht haben

Frisch sehen die hellen Baumstümpfe aus. Der Stamm wirkt makellos glatt. Diese Bäume sollen krank sein? Der Expertenblick entdeckt die Anzeichen von Alter und Krankheit sofort. Der Stamm wirkt so eben, weil die Rinde längst abgefallen ist. Auf der Schnittfläche, wo sonst Jahresringe erkennbar sind, hat sich die Weißfäule breit gemacht. Und obendrein „saugt“ der Zunderschwamm das letzte Fünkchen Leben aus den Bäumen. „Er hat irgendwo eine Eintrittspforte gefunden“, erklärt der Förster. Schregel ergänzt: „Wenn der Fruchtkörper sichtbar wird, dann muss man handeln.“ Besagter Fruchtkörper, also der Hut des Pilzes, ist steinhart. Früher sei er zum Feueranzünden genutzt worden.

Die verbleibenden Bäume sollen auf lichtdurchflutetem Boden wachsen und gedeihen. Schregel: „Sie stehen in den Startlöchern. Bekommen die Bäume richtig Licht, geben sie Gas.“ Mutter Natur kümmert sich um die Vermehrung und damit Verjüngung des Waldes. „Zum Auffüllen der Lücken pflanzen wie Rotbuchen und Spitzahorn“, sagt Schregel. Und tatsächlich: Zwischen den gefällten Riesen steht die nächste Baumgeneration. Zarte Stämmchen, mit Kunststoffhülsen gegen Verbiss geschützt. Ist diese Durchforstung abgeschlossen, so der Förster, „haben wir hier für mindestens zehn Jahre Ruhe.“

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