Prozess

Im Wahn den Kumpel als Teufel gesehen und massiv bedroht

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen  Freunde waren sie. Doch der 28-Jährige Gladbecker sieht in dem früheren Kumpel den Teufel. Jetzt steht der psychisch Kranke vor Gericht.

Ruhig sitzt der 28 Jahre alte Gladbecker vor dem Landgericht Essen. Von seiner Psychose, von seinen Wahnvorstellungen, ist fast nichts zu bemerken. Doch früher, als er keine Medikamente nahm, randalierte er wahllos, bedrohte Freunde mit dem Tode und verletzte Mitpatienten in der Psychiatrie in Bottrop. Jetzt wird ihm in Essen der Prozess gemacht.

Als schuldunfähig gilt er den Juristen. Um die Öffentlichkeit vor ihm zu schützen, droht ihm aber die zeitlich nicht absehbare Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie. Erst, wenn Ärzte und Juristen ihn als gesund einschätzen, käme er wieder in Freiheit.

Paranoide Schizophrenie seit 2014

Seit 2014 soll er an einer paranoiden Schizophrenie erkrankt sein. Vorbestraft ist er bislang nicht. Von November 2017 bis Dezember 2018 soll er aber eine Serie von Straftaten begangen haben, die jetzt verhandeln werden. Um Bedrohung geht es, um Körperverletzung, Widerstand gegen die Polizei und Sachbeschädigung.

Die Anklage beginnt mit einer schlichten Sachbeschädigung. Da schlägt er am 28. November 2017 die Scheiben einer Tür in seinem Gladbecker Wohnhaus ein. Schaden 1000 Euro. Doch schnell geht es mit seinen Attacken gegen einen früheren guten Freund weiter. Sie umfassen den Großteil der Anklagevorwürfe.

Todesdrohungen gegen den früheren Kumpel

Noch am selben Tag hatte er den Kumpel aufgesucht, mehrfach Sturm geklingelt. Als dieser nicht öffnete und ans Fenster ging, sah er den Beschuldigten mit zwei Messern auf der Straße. "Ich bringe euch alle um", rief er, "ich bin der Tod".

Danach ging er zum Auto des Freundes, montierte die Kennzeichen ab und zerkratzte den Wagen. Auf der Motorhaube stand danach das Wort "Luzifer".

Staatsanwaltschaft listet 13 Punkte auf

Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft 13 Punkte aufgelistet. Mal zerschlägt er mit einem Hammer die Wände, weil er Schimmel fürchtet. Dann wehrt er sich massiv gegen die Festnahme durch die Polizei. Auch beim Freund taucht er immer wieder auf, beleidigt diesen als Terrorist, Vergewaltiger, Satanist.

Eine Zeitlang ist er nach dem PsychKG in der Psychiatrie in Kirchhellen untergebracht. Dort greift er aber Mitpatienten an. Einer Frau schlägt er den Kopf gegen die Wand. Drei weitere Sitzungstage hat die XVII. Kammer geplant.

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