Tierschutz

Im Tierheim könnte es bald eng werden

Tier aus dem maroden Asyl in Mülheim müssen bei einer Sanierung umquartiert werden.

Tier aus dem maroden Asyl in Mülheim müssen bei einer Sanierung umquartiert werden.

Foto: Martin Möller / Funke Foto Services

Gladbeck/ Gelsenkirchen.  Das auch für Gladbeck zuständige Asyl in Gelsenkirchen will Fundtiere aus Mülheim aufnehmen. Grund: Das dortige Tierheim muss saniert werden.

Im Tierheim Gelsenkirchen, das auch für Gladbeck zuständig ist, könnte es bald deutlich voller in den Auffangquartieren werden. Grund ist ein Hilferuf aus Mülheim. Dort muss das zu kleine Tierasyl immer wieder die eigentlich zulässige Tieranzahl überschreiten. Die dort dringende notwendig Sanierung soll deshalb möglichst zügig angepackt werden, hier untergebrachte Tiere müssen dann nach Gelsenkirchen umquartiert werden.

Die Situation in Mülheim führt auch zur Anfrage aus Oberhausen, künftig eine Kooperation mit dem Gelsenkirchener Tierheim eingehen zu wollen. Hintergrund: Die Stadt hat in der Vergangenheit eng mit dem Mülheimer Tierheim zusammengearbeitet. Allerdings wurden die dort herrschenden Zustände in letzter Zeit immer wieder scharf kritisiert. So plant Oberhausen offenbar, vermehrt mit Einrichtungen in anderen Städten zusammenzuarbeiten.

„Wir sind natürlich bereit auch hier zu helfen“, sagt Detlef Fohlmeister, Vorsitzender des Gelsenkirchener Tierschutzvereins, der das Tierheim betreibt. Deshalb nehme das Gelsenkirchener Heim etwa seit mehreren Jahren auch Hunde aus Beschlagnahmungen der Stadt Oberhausen auf. Alle rund 150 Hunde, die sonst jedes Jahr in den Mülheimer Zwingern landen, fänden in Gelsenkirchen jedoch keinen Platz. Denn das Einzugsgebiet Einrichtung an der Willy-Brandt-Allee 449 in Erle umfasst neben Gelsenkirchen auch Gladbeck und Herne.

Bestehende Kooperation mit Gladbeck im Fokus

Die bestehenden Kooperationen, etwa mit Gladbeck, habe man aber im Fokus. „Und wir halten entsprechend immer Kapazitäten für Fundtiere aus Gladbeck frei“, unterstreicht Fohlmeister. Insgesamt sind im Gelsenkirchener Tierheim zurzeit 64 Hunde, 120 Katzen und mehr als 100 Kleintiere untergebracht. „Davon aktuell 18 Fundtiere – acht Hunde, sechs Katzen und vier Kleintiere – aus Gladbeck“, so Christiane Schmidt von der Pressestelle der Stadt.

Das Gelsenkirchener Heim nehme grundsätzlich die herrenlosen Tiere, die im Gladbecker Stadtgebiet gefunden werden, auf. „Aus diesem Grund beteiligen wir uns auch anteilig an den jährlichen Kosten. Nicht tierscharf, sondern mit einer Pauschale, die auch Personal- und Materialkosten berücksichtigt“, so Schmidt weiter. Für das laufende Jahr werden aus dem Gladbecker Stadtsäckel so 51.000 Euro gezahlt, im Vorjahr seien es rund 46.000 Euro gewesen. 2018 seien 29 Fundtiere in Gladbeck aufgegriffen worden, 21 im Jahr zuvor und 38 Funde waren es 2016, der Großteil davon herrenlose Katzen.

Tiere werden zu den Ferien nicht mehr so häufig ausgesetzt

Die Kapazität im Tierheim Gelsenkirchen, mit 12000 Quadratmetern Grundstücksfläche, sei mit den aktuellen Unterbringungen nicht voll ausgelastet, so Detlef Fohlmeister, der auch den großen Schulferien eher gelassen entgegen sieht. „Schon seit einigen Jahren ist es nicht mehr so, dass in der Urlaubszeit durch ausgesetzte Tiere die Unterbringung stark zunimmt.“ Gleichwohl knüpft Fohlmeister seine Bereitschaft zur Hilfe für Mülheim und Oberhausen an eine Bedingung: „Wenn unsere Stationen voll sind, müssen Tiere an Heime aus der Nachbarschaft gegeben werden.“ Denn neben Gladbeck und Herne eine Aufnahmeverpflichtung für Fundtiere aus anderen Städten einzugehen, das sei nicht geplant.

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