Klimawandel

Hitzeschäden: 256 Bäume in Gladbeck müssen gefällt werden

Drei ZBG-Kolonnen mit jeweils zwei Mitarbeitern waren den ganzen Sommer über im Gießeinsatz. Hier bewässert Martin Schimanski im Juli Bäume und Sträucher in der Lambertistraße.

Drei ZBG-Kolonnen mit jeweils zwei Mitarbeitern waren den ganzen Sommer über im Gießeinsatz. Hier bewässert Martin Schimanski im Juli Bäume und Sträucher in der Lambertistraße.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Über 25o Bäume haben den zweiten Hitzesommer in Folge nicht überstanden. ZBG-Experte appelliert an die Bürger: Straßenbäume bitte weiter gießen!

Der zweite Hitzesommer in Folge hat der Natur arg zugesetzt. Vielen Bäumen sieht man die Strapazen richtig an. Dementsprechend bitter fällt auch die Bilanz aus, die Bernhard Schregel nach den heißen Tagen der vergangenen Monate nun ziehen muss. 256 Bäume in Gladbeck, so der Grün-Experte vom Zentralen Betriebshof Gladbeck (ZBG), haben die Hitze nicht überstanden – sie müssen gefällt werden. Einen Schlussstrich unter diese Liste ziehen kann Schregel damit aber noch lange nicht, denn bei jeder Baumkontrolle könnten weitere Hitzeopfer auffallen. Fürs Fällen und Neupflanzen hat der ZBG-Mann allein bislang schon eine Summe von 103.000 Euro kalkuliert.

Jeder Baum in Gladbeck wird zwei Mal im Jahr vom ZBG kontrolliert

Jeder einzelne Baum im Stadtgebiet wird zwei Mal im Jahr von einem ZBG-Mitarbeiter in Augenschein genommen. Ist er krank und nicht mehr zu retten, wird er mit einem roten X markiert. Nach diesem Sommer tragen besonders viele Bäume – junge und auch alte – dieses markante Zeichen. „In der Regel müssen wir pro Jahr 100 Bäume fällen, weil sie krank oder bei Unfällen zu Schaden gekommen sind. In diesem Jahr haben wir diese Bilanz schon mehr als getoppt“, sagt Schregel. Für ihn ganz eindeutig eine Folge des zweiten Hitzesommers.

Getroffen hat es vor allem Straßenbäume und Bäume, die in Südlage an Waldrändern stehen. Entlang der Harsewinkel- und der Ellinghorster Straße in Wittringen beispielsweise müssen gleich etliche der großen Buchen gefällt werden. Zu sehr waren sie der Sonne ausgesetzt, ohne genügend Wasser bekommen zu haben. Ein Baum, der mitten im Wald steht, erklärt der ZBG-Experte, hat es da bedeutend einfacher. Er bekommt mehr Schatten, und das Mikroklima im Wald schafft mehr Feuchtigkeit.

Betroffen von den Hitzeschäden sind alle Baumarten - vom Ahorn bis zur Weide

Betroffen von den Hitzeschäden sind tatsächlich alle Baumarten – vom Ahorn bis zur Weide. „Das zieht sich quer durch die Botanik“, sagt Schregel. Ganz persönlich möchte er sich bei allen Bürgern bedanken, die regelmäßig die Straßenbäume vor ihrer Haustür gegossen und so mitgeholfen haben, dass sie den Sommer überstehen. „Mir sind immer wieder Leute aufgefallen, die sogar mit dem Gartenschlauch gewässert haben. „Aber wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, kann ich ja nicht immer einfach irgendwo stoppen und mich bei den Leuten bedanken“, sagt Bernhard Schregel. Deshalb also jetzt das Dank an alle Gießer auf diesem Wege.

Auch die Leute vom ZBG waren natürlich die Sommermonate über im ständigen Bewässerungseinsatz. Alle jungen Bäume werden beispielsweise drei Jahre lang von den Mitarbeitern regelmäßig mit Wasser versorgt, damit sie einen guten Start haben. Wie viele Personalstunden der ZBG alle

n fürs Bewässern in diesem Jahr aufbringen musste, kann Schregel noch nicht sagen. „Es war auf jeden Fall jede Menge zu tun. Dabei haben wir uns schon ausschließlich auf die Bäume konzentriert. Die Grünflächen auch noch zu wässern, das wäre nicht zu schaffen gewesen.“

Der Winter wird arbeitsreich für den ZBG

Auch Herbst und Winter werden arbeitsreich für den ZBG. Die Liste der zu fällenden Bäume muss in Abstimmung mit den Fachfirmen abgearbeitet werden.

Dann müssen die Neupflanzungen vorbereitet werden, bevor im kommenden Frühjahr das Setzen der Bäume beginnen kann. Bürger, die einen kranken Baum vor dem Haus oder in der Nachbarschaft stehen haben, müssen sich nach Auskunft von Schregel keine Sorgen machen: „Auch, wenn der Baum alle Blätter verloren hat, er wird auf keinen Fall direkt in nächster Zeit umkippen. Bis es dazu kommt, dauert es auf jeden Fall immer ein paar Jahre.“

Eine große Bitte an alle Gladbecker hat Bernhard Schregel auch noch: „Die Straßenbäume freuen sich unbedingt auch weiterhin noch, wenn sie gegossen werden!“

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