Alte Spedition

Herbstausstellung „MiniMax“ bietet ungewöhnliche Blickwinkel

Kleine Figuren von Udo Unkel vor dem großen, aus vielen kleinen Bildern bestehenden Haldengemälde von Reinhard Wieczorek (Bottrop).

Kleine Figuren von Udo Unkel vor dem großen, aus vielen kleinen Bildern bestehenden Haldengemälde von Reinhard Wieczorek (Bottrop).

Foto: Oliver Mengedoht

Gladbeck.   Kunst zum drüber laufen: Die Ausstellung in der Alten Spedition von Karoline Dumpe stellt die Besucher vor einige Herausforderungen.

„MiniMax“ ist der Titel der Herbstausstellung in der Alten Spedition. Zur Eröffnung der Schau mit Werken von 14 Künstlerinnen und Künstlern lädt Galeristin Karoline Dumpe am Freitag, 9. November, um 19.30 Uhr in ihre Ausstellungsräume an der Ringeldorfer Straße 6 ein.

Die Idee entstand vor einem Jahr

Kleines wird ganz groß, Großes schrumpft bis zur Winzigkeit: Vor gut einem Jahr ist Dumpe auf die Idee zu diesem Ausstellungsthema für ihre Herbstschau gekommen. Die kinetische Drahthand des Münsteraner Künstlers Rolf Stahr war ausschlaggebend dafür. Und so hängt die überdimensionierte Hand aus feinem Drahtgeflecht nun auch beinah raumfüllend in einem der Ausstellungsräume der Alten Spedition. Gibt man dem riesigen Gebilde einen leichten Stups, beginnen die Finger zu wippen, der Zeigefinger deutet auf den vor der Hand stehenden Betrachter.

Nach und nach sind in den vergangenen Wochen auch die Arbeiten der anderen an der Herbstausstellung beteiligten Künstler in der Galerie an der Ringeldorfer Straße eingetroffen – und haben Karoline Dumpe mit ihrem künstlerischen Facetten-Reichtum und dem Spaß an der Umsetzung des Spiels mit den extremen Formaten begeistert. „So eine abwechslungsreiche Ausstellung hatten wir, glaube ich, noch nie“, sagt Dumpe, die natürlich auch wieder selber einige ihrer Arbeiten zeigt.

Das Ruhrgebiet, weggesperrt in Bankschließfächern

Da ist beispielsweise Anne Thoss. Die Künstlerin hat ihre Objektkisten nach Gladbeck geschickt: Ausgediente Bank-Schließfächer, in denen Ansichten des alten Ruhrgebietes weggesperrt werden. Der Betrachter kann (und soll) die rechteckigen Türen der Fächer öffnen oder schließen und so seinen Blick auf die Szenen selber bestimmen.

Das Anfassen der Kunstwerke, betont Karoline Dumpe, ist also in diesem Fall ausdrücklich erwünscht.

Richtig groß wird die Herausforderung für den Besucher dann aber im Raum direkt gegenüber. Hier bedeckt ein großes Bild der Künstlerin Ute Schätzmüller fast den kompletten Boden. Wer die Werke in den Räumen dahinter sehen möchte, der muss über dieses Bild laufen. „Das wird von der Künstlerin ausdrücklich gewünscht, wenn man genau hinschaut, sieht man auch, dass bereits andere ihre Spuren auf dem Bild hinterlassen haben, so zum Beispiel auch die Kinder der Malerin“, erklärt Karoline Dumpe.

Die „Viechertapeten“ von Joost Meyer machen einfach Spaß

Die Herbstausstellung in der Alten Spedition bricht also ganz bewusst mit den normalen Gepflogenheiten des Kunst-Betrachtens, und sie bietet darüber hinaus viele überraschende Präsentationen. Zudem haben die extremen Formate es Karoline Dumpe ermöglicht, verschiedene Hängungen zu demonstrieren. „Einige“, sagt sie, „würden auf jeden Fall auch in Privaträumen gut funktionieren.“ Da fallen dann auch direkt die „Viechertapeten“ des Bildhauers Joost Meyer auf. Er lässt unter anderem kleine Tierköpfe – vom Mufflon bis zum Kamel – aus Retro-Tapeten hervorlugen. Kunst, die einfach nur Spaß macht!

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