Firmen-Jubiläum

Heiter bis wolkig: RBH feiert 100. Geburtstag

Eine Dampflok der RBH zog einige Personenwagons im Pendelverkehr von der Maschinenhalle Zweckel bis zum RBH-Bahnhof an der Talstraße.

Eine Dampflok der RBH zog einige Personenwagons im Pendelverkehr von der Maschinenhalle Zweckel bis zum RBH-Bahnhof an der Talstraße.

Foto: WAZ FotoPool

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Gladbeck. Mit Kind und Kegel, im Auto, auf dem Drahtesel oder per pedes strömten die Menschen gestern scharenweise in die Maschinenhalle Zweckel. Prasselnde Regenschauer und kühle Witterung konnten Honoratioren im eleganten Zwirn, ältere Herrschaften und junge Familien im lässigen Freizeit-Look nicht davon abhalten, zusammen zu kommen. Immerhin feierte die RBH ihr 100-jähriges Bestehen. Und das ist doch schon etwas in Zeiten, in denen wirtschaftliche Veränderungen manche Betriebe aus der Bahn werfen. Und auch beim „Geburtstagskind“ herrscht längst nicht nur eitel Sonnenschein.

RBH-Familie hält zusammen

Seit etlichen Monaten ziehen immer wieder düstere Wolken über dem Bahntransport-Unternehmen auf, das einst als Hafen- und Zechenbahn startete. Wie berichtet, baut die RBH Logistics GmbH 147 weitere Arbeitsplätze ab, nachdem bereits 101 Stellen verloren gingen.

Rund 1000 ehemalige und aktive Beschäftigte samt Begleitung waren zum RBH-Familienfest gekommen. Und der eine oder andere sorgen- und gedankenvolle Blick ging während der Reden hinaus durch die Rundfenster in den düsteren Tag.

Angesichts schmerzhafter Einschnitte stellte Dr. Gerhard Hartfeld, Vorsitzender der Geschäftsführung, die Frage: „Passt jetzt eine Feier?“ Er lieferte die Antwort gleich mit: „Ja, wir haben es verdient, unser 100-Jähriges zu feiern!“ Seite an Seite stand er mit Ingo Bleyel auf dem Podium. Der Betriebsratsvorsitzende verwies darauf, dass die RBH – „wie bei jedem anderen Jubiläum auch“ – gute Zeiten und schlechte Zeiten erlebt.

Auf letztere kam IGBCE-Bezirksleiter Peter Obramski zu sprechen: „Das Wetter ist nicht besonders, und die Umstände sind es auch nicht.“ Er halte die jüngsten Entscheidungen für falsch, weil nicht mit Weitsicht getroffen. Der Gewerkschafter wünschte sich, dass das „100-Jährige nicht der letzte runde Geburtstag“ des Betriebs sein möge und die Beschäftigten zukünftig weiter zusammenstehen werden.

Trübe Stimmung schienen die Besucher an diesem Tag nicht aufkommen lassen zu wollen. Vielstimmig schallte das „Steigerlied“ mit dem Jugendchor „Pro Prosper“ durch die Halle. Aufmerksam verfolgten Gäste den Vortrag von Norbert Tempel über die Entwicklung des Unternehmens; Besucher bestaunten die Modelleisenbahn, spielten oder freuten sich einfach, miteinander Zeit bei Würstchen und Plausch zu verbringen – wie in einer Familie. Und eben dieser RBH-Familie wünschte die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Puschadel viel Glück für die weitere Zukunft.

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