Umwelt

Hahnenbach ist Schritt 235 auf dem Weg in die Klima-Zukunft

Dr. Heinrich Dornbusch (Geschäftsführer KlimaExpo.NRW), Dr. Uli Paetzel (Vorstandsvorsitzender Emschergenossenschaft) und Bürgermeister Ulrich Roland (v.l.) bei der Verleihung der Urkunde am Blauen Klassenzimmer.

Foto: Michael Korte

Dr. Heinrich Dornbusch (Geschäftsführer KlimaExpo.NRW), Dr. Uli Paetzel (Vorstandsvorsitzender Emschergenossenschaft) und Bürgermeister Ulrich Roland (v.l.) bei der Verleihung der Urkunde am Blauen Klassenzimmer. Foto: Michael Korte

Gladbeck.   Die Landesinitiative KlimaExpo.NRW hat den renaturierten Bach ausgezeichnet. Das Projekt ist eins von 1000 gegen Folgen des Klimawandels.

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Etwas Wasser ist drin im Hahnenbach am „Blauen Klassenzimmer“. Ein wenig trübe zwar, aber Mücken gibt’s ausreichend, trotz der monatelangen Trockenperiode. Es scheint also zu funktionieren das Ökosystem des renaturierten Bachs im Stadtsüden, der einst als miefige Köttelbecke wenig einladend war. Das hat auch die Landesinitiative KlimaExpo.NRW festgestellt und dieses Projekt von Stadt und Emschergenossenschaft jetzt in die Liste der „1000 Schritte auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft“ aufgenommen und ausgezeichnet.

Der renaturierte Hahnenbach ist Schritt Nr. 235. Eigentlich gibt es schon 319 qualifizierte Projekte, aber bis die drei Chefs – Dr. Heinrich Dornbusch, KlimaExpo.NRW, Dr. Uli Paetzel, Emschergenossenschaft, und Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland – Zeit für einen gemeinsamen Termin am hatten, wurden ringsum schon weitere Schritte gemacht.

Die Zeit drängt: „Seit April ist es hoffnungslos zu warm“

Denn die Zeit drängt. Die 1000 Schritte sind ein Wettlauf gegen die Zeit und den Klimawandel, der ebenfalls Schritt für Schritt voran schreitet. Die Beweise erleben und erleiden alle Bürger in diesen Wochen hautnah. „Seit April ist es hoffnungslos zu warm“, stellt Dr. Dornbusch fest. Zwar gebe es hier keine existenzielle Bedrohung, aber „es ist spät und es gibt Handlungsbedarf.“

Und es gilt weiterhin, Überzeugungsarbeit zu leisten bei den Menschen, die in dieser Umwelt leben und arbeiten. Auch deshalb ist die gelungene Renaturierung der alten Köttelbecke ein gutes Beispiel. Beteiligt und mit Begeisterung dabei waren ja auch die Braucker selbst im Projekt Soziale Stadt. „Integrale Wasserwirtschaft“, nennt Dr. Paetzel das Konzept, das Natur, soziale Aspekte und Wirtschaftlichkeit zusammenbringt – und am Ende das Lebensgefühl der Menschen positiv beeinflusst. So wie eben der Hahnenbach, der heute Freizeit-und Umwelt-Lernort für die nachwachsende Generation ist.

Zuspitzungen wie die aktuelle Wetterlage helfen, die Notwendigkeit von Maßnahmen zu verdeutlichen

Ja, und es ist eine bittere Erkenntnis, aber wahr: Zuspitzungen wie das aktuelle Wetter helfen ebenfalls, die Notwendigkeit von Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels zu verdeutlichen, gibt Dr. Dornbusch zu.

An diesem Morgen am Hahnenbach weiß noch niemand, ob nicht am Nachmittag das nächste Starkregenereignis über die Stadt niedergehen wird und in Gladbeck wieder einmal landunter ist. Denn wegen der trockenen Blätter, die die Bäume aufgrund der Hitze abwerfen, könnten die Abflüsse noch schneller als sonst verstopfen. „Kurzfristig können wir uns auf solche Extremsituationen nur schwer vorbereiten“, gibt Bürgermeister Roland zu bedenken. Der Schutz gegen den Klimawandel erfolgt eher langfristig: Durch die renaturierten Bäche und weniger versiegelte Flächen. Das Ziel bis 2020: 15 Prozent mehr Flächen schaffen, in denen Wasser versickern kann. Gladbeck, Mitglied in der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt für morgen“, ist schon nah dran.

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