Horster Straße

Händlerin lobt: „In Gladbeck ist Markt noch Markt“

Saisonales Obst und Gemüse wie Erdbeeren und Spargel sind besonders beliebt an den Obstständen.

Foto: Michael Korte

Saisonales Obst und Gemüse wie Erdbeeren und Spargel sind besonders beliebt an den Obstständen. Foto: Michael Korte

Gladbeck.  Auf dem Marktplatz läuten viele Gladbecker ihr Wochenende ein. Traditionshändler loben die familiäre Atmosphäre – andere haben es schwer.

Samstag, elf Uhr. Die Sonne knallt auf die grauen Steine des Marktplatzes. Die Dächer der Stände reflektieren das helle Sonnenlicht. Es ist einer der wärmsten Tage in diesem Jahr. Die Händler hängen Decken vor ihre Ware, damit sie wenigstens etwas Schatten hat.

Der Marktplatz ist im Sommerfieber. Er rundet das bunte Treiben der Innenstadt im Süden ab. Und liegt mitten auf der Horster Straße, die nicht nur die längste Straße Gladbecks, sondern auch eine sehr bedeutsame ist. Denn auch bei der Hitze ist hier richtig was los. Die Eiscafés sind voll, Kinder planschen in den Wasserspielen zwischen „Kodi“ und „dm“. Tag für Tag spielen sich hier, von Hochstraße bis Markt, andere, neue Geschichten ab. Eine davon ist samstags der Wochenmarkt, der für die Besucher und Händler eine ganz unterschiedliche Bedeutung hat.

Die Stände der Händler sind reichlich gefüllt

Vor der Lambertikirche, deren Turmspitze in der Sonne strahlt, beginnt der Markt. T-Shirts, Blusen und Hemden wehen im Wind. Die Tapeziertische und Zelte der Händler sind reichlich gefüllt. Mahammad Akram (56) hat hier mittendrin seinen Stand. Auf einem tiefen, eckigen Tisch liegen Handyhüllen in sämtlichen Farben aus. In seinem Verkaufszelt hängt ein Kleidungsstück neben dem anderen. Akram ist zum ersten Mal in Gladbeck. Schwierigkeiten hat er mit der deutschen Sprache, ähnlich wie weitere Standbesitzer in der Ecke. Doch er gibt sich Mühe und erzählt: „Es ist schwierig als Händler. Früher war es gut, heute ist es schlecht. Früher war der Markt gut und billig. Einmal kommen mehr, einmal kommen weniger Leute. Viele gehen einfach vorbei.“

Viele der Verkaufsbuden haben Tradition

Hinter der Baustelle, die die eigentlich breite Einkaufsstraße einengt, ist der eigentliche Marktplatz. Viele der Buden haben Tradition. Zum Beispiel die vom Blumenhändler Hesselmans. An jedem der drei Markttage in der Woche bauen sie hier auf. Verkäuferin Nadine Hesselmans (32) sagt: „Das macht die Familie schon seit 60 Jahren. Hier, in Gladbeck, ist Markt noch Markt. Sehr familiär. Jung und Alt kommt her. Das ist auf ländlichen Gebieten anders. Da gibt es keinen Markt mehr. Da kaufen sie die Dinge direkt auf dem Hof beim Erzeuger.“

Sigrid Kemmer (54) schätzt die familiäre Stimmung auf dem Markt. Sie ist Stammkundin. Sie steuert jeden Dienstag, Donnerstag oder Samstag den Gemüsestand ihres Vertrauens an. Mit dem Fahrrad braucht sie nur sieben Minuten von zu Hause. Sie sagt: „Ich kaufe hier immer frisches Gemüse. Ich bin sehr ernährungsbewusst und achte auf die Gesundheit. Deswegen fahre ich auch mit dem Fahrrad. Ich komme gerne hierher, weil man immer Leute trifft, egal ob Arbeitskollegen, Bekannte oder Freunde. Das ist Gladbeck.“

Wenig Parkplätze, viel Leerstand

Norbert Berger (79) schlendert im Gegensatz zur Stammkundin nur selten über den Wochenmarkt. Er hat sich heute Gewürze gekauft. Er wohnt seit 1955 in Gladbeck und erinnert sich: „Früher war der Markt voller. Ich weiß auch noch, wie hier die Straßenbahn fuhr und deutlich weniger Autos. Suchen sie heute doch mal einen Parkplatz. Früher waren die Geschäfte auf der Horster voll, heute stehen sie wortwörtlich leer.“

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