Innenstadtentwicklung

Händler sehen Innenstadt mit Hoch10 besser aufgestellt

Norma zieht im November ins City Center. Auch ein junger Gladbecker eröffnet dort ein Modegeschäft. Damit sind dann alle Flächen in dem Center wieder vermietet.

Norma zieht im November ins City Center. Auch ein junger Gladbecker eröffnet dort ein Modegeschäft. Damit sind dann alle Flächen in dem Center wieder vermietet.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Norma zieht ins City Center, ein Gladbecker eröffnet dort ein Geschäft. Center-Managerin und Werbegemeinschaft sehen Hoch10 als Bereicherung.

Im City Center tut sich was. Nach dem Umzug von Netto ins neue Geschäftshaus Hoch10 wird in die Räume Anfang / Mitte November der Lebensmitteldiscounter Norma einziehen. „Der Vertrag ist unterzeichnet“, sagt City Center-Managerin Bettina Plaßmann.

Zudem will der Gladbecker Sascha Potratz mit seinem Unternehmen „Pottmode“ ein Geschäft im Center an der Hochstraße eröffnen. „Eröffnung wird am 5. Oktober sein“, sagt er. Mit den beiden neuen Geschäften sind dann wieder alle Ladenlokale im City Center vermietet, so Plaßmann. Immer wieder bekomme sie Anfragen nach freien Flächen. „Ich habe aber keine.“

City Center-Managerin: Hoch10 zieht neue Kunden an

Die Befürchtung, dass Hoch10 an anderen Stellen in der Stadt für Leerstand sorgen könnte, teilt Plaßmann nicht. „Die Umsatz- und Besucherzahlen im City Center sind mindestens gleich geblieben.“ Eher zögen die Geschäfte neue Kunden an. „Wer zum Beispiel bei Hunkemöller einkaufen geht, läuft vielleicht noch die Hochstraße entlang und kommt dann auch ins City Center.“ Durch eine Bauruine bekomme sie keinen Kunden mehr – und Stillstand sei nie gut.

Das sieht auch Matthias Alt, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, so. „Ein belebtes Haus ist besser als Leerstand.“ Die Frequenz in der Innenstadt sei seit der Eröffnung von Hoch10 besser geworden. Einzig, dass Unternehmen wie Kodi oder Netto in das Geschäftshaus gezogen und damit an anderen Stellen Leerstand hinterlassen haben, sei ein Kritikpunkt. „Es wäre schöner, wenn sich komplett neue Einzelhändler in Hoch10 angesiedelt hätten.“ Aber auch an anderen Stellen in der Innenstadt sieht Alt Verbesserungen: „Dass am Markt nun ein neues Wohnhaus steht und auf dem Markt geparkt werden darf, sorgt dafür, dass es dort belebter und schöner aussieht.“

Hoffen auf adäquaten Nachfolger von Gerry Weber

Erst am Montag hatte die WAZ allerdings berichtet, dass Gerry Weber Ende Oktober seine Filiale an der Hochstraße schließen wird. „Die bevorstehende Schließung stimmt uns traurig“, sagt der Vorsitzende der Werbegemeinschaft. Die Geschäftsleute hoffen, dass „wieder etwas Adäquates“ in die Räume ziehen wird. „Wenn eine Stadt ein vielfältiges Angebot hat, lädt sie auch dazu ein, in die Fußgängerzone zu kommen.“

Der Gladbecker Sascha Potratz wollte ursprünglich ein Ladenlokal auf der Postallee anmieten, die Pläne hatten sich jedoch zerschlagen, so dass er sich nach neuen Möglichkeiten umsah und schließlich im City Center fündig wurde. Dort will er künftig Bekleidung mit Aufdrucken von Schlägel und Eisen oder Wörtern wie „Pottblaach“ verkaufen. „Ich werde einige Designs fertig anbieten sowie die Möglichkeit, vor Ort Shirts oder Pullover bedrucken zu lassen“, so der 28-Jährige. Das Geschäft möchte er im Bergbau-Stil einrichten. Dazu sollen etwa Grubenlampen oder Wandbilder von Zechen gehören.

„Viele Leute sind euphorisch und warten darauf, dass der Laden eröffnet wird“, sagt der 28-Jährige. Der Online-Store sei derzeit jedoch noch seine Haupteinnahmequelle.

Vorgänger halten den Standort für schwierig

In seinem künftigen Ladenlokal verkauft die Eheleute Wunder derzeit noch Deko und Holzarbeiten. Sie ziehen zum 29. September aus. „Der Standort ist schwierig, hier kommt kaum jemand vorbei“, sagt Anton Wunder (74) über das Lokal in einem Seitenarm des Centers. Für das Ehepaar ist die Tätigkeit ein Hobby neben der Rente.

Sascha Potratz hat für das Lokal im Erdgeschoss zwischen der Apotheke im City Center und Zeeman zunächst einen Vertrag bis Ende Dezember unterschrieben – mit Option auf Verlängerung.

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