Teiche

Gute Wasserqualität in den Gladbecker Teichen

Ein „Mähboot“ zur Entfernung von Wasserlinsen und Fadenalgen wurde am Schloss-, Stens- und Quälingsteich eingesetzt.

Foto: Oliver Mengedoht

Ein „Mähboot“ zur Entfernung von Wasserlinsen und Fadenalgen wurde am Schloss-, Stens- und Quälingsteich eingesetzt. Foto: Oliver Mengedoht

Gladbeck.  Die Überwachungsmaßnahmen und Gegenmittel an den Gladbecker Gewässern zeigen Wirkung. Giftige Blaualgen sind seit 2005 stark zurückgegangen.

Das mysteriöse Sterben von Wasservögeln auf den Teichen in Wittringen und im Nordpark, 2015 und zuletzt in diesem Juni, hat nichts mit der Wasserqualität zu tun. Das unterstrich Dr. Ansgar Schülting jetzt im Umweltausschuss. Der Diplom-Landschaftsökologe überwacht und untersucht im Auftrag der Stadt regelmäßig die Gladbecker Teiche.

„Die Wasserqualität hat sich seit 2006 erheblich verbessert“, so das Fazit von Schülting. Seit 2006 werden monatlich Wasserproben aus dem Nordpark-, Schloss-, Brillen-, Ehrenmal- und Quälingsteich gezogen und untersucht. Hintergrund der Überwachung ist die folgenschwere Cyanobakterienblüte im Nordparkteich 2005, die zum Entensterben führte. Eine Vermehrung der Blaualgen, die diverse Gifte produzieren können, wurde auch am Schloss- und Brillenteich festgestellt. Bei Kontakt sind Hautreizungen möglich, bei Verschlucken Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö. Im Extremfall könnten sie sogar „zum Tod führen, vor allem bei Tieren“ so der Experte.

Teichform begünstigt das Blaualgen-Wachstum

Begünstigt wird das Blaualgen-Wachstum durch die Form der flachen, maximal zwei Meter tiefen künstlich angelegten Gladbecker Teiche, in die das Sonnenlicht bis zum Grund dringt und durch die Phosphateinschwemmung aus Düngemitteln der Landwirtschaft in die Gewässer. Die Stadt reagierte und installierte Phosphatreduzierungsanlagen im Zulauf des Nordparkteiches (2007) sowie am Schloss- und Brillenteich in Wittringen (2008). „Dies hat dazu geführt, dass die Anzahl der Blaualgen stark zurückgegangen ist“, so Schülting.

Mit Beginn der Behandlung hätten sich die Planktonzusammensetzung ausgewogen zu Gunsten von Algen und Wasserorganismen verändert. Die verbesserte Wasserqualität führe auch zu höheren Sichttiefen, oft bis zum Grund der Teiche, so der Experte. Das klare Wasser lasse das Sonnenlicht in die Tiefe eindringen, so dass das flächendeckende Wachstum von Wasserpflanzen begünstigt werde. Etwa von Fadenalgen, „die nicht schön aussehen, aber unkritisch sind und Sauerstoff produzieren“, erklärte Schülting.

Fadenalgen und Wasserlinsen entfernt

Problematischer seien die Wasserlinsen (Entengrütze), die zwar auch Sauerstoff produzieren, „bei hoher Vermehrungsrate aber schnell ein Gewässer komplett bedecken können“. Um die Lichtdurchlässigkeit zu erhöhen, seien so seit 2016 (Schlossteich) mit Einsatz eines Spezialbootes Fadenalgen und Wasserlinsen manuell entfernt worden. Schülting: „In diesem Jahr wurden am Stensteich zehn Tonnen und am Quälingsteich fast 14 Tonnen Wasserpflanzen entfernt.“

Was Angler freuen dürfte: Aufgrund der verbesserten Bedingungen kann zum Beispiel im Nordparkteich über Fischbesatz mit neuen Arten nachgedacht werden.

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