Blindgänger-Bergung

Gut erhaltene Weltkriegsbombe war schnell entschärft

Feuerwerker Uwe Pawlowski präsentiert nach der erfolgreichen Entschärfung des Blindgängers an der Dürerstraße die Weltkriegsbombe samt Zünder. 

Foto: Michael Korte

Feuerwerker Uwe Pawlowski präsentiert nach der erfolgreichen Entschärfung des Blindgängers an der Dürerstraße die Weltkriegsbombe samt Zünder.  Foto: Michael Korte

Gladbeck.  130 Kilo TNT-Sprengstoff stecken in der unschädlich gemachten Fliegerbombe. Sie wurde an der Dürerstraße gefunden. 1200 Menschen waren evakuiert.

Ohne Probleme wurde am Freitagmittag in Brauck nach umfangreicher Evakuierung und mehreren Straßensperrungen eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Um 14.28 Uhr signalisierte Feuerwerker Uwe Pawlowski: Bombe unschädlich! Eine knappe halbe Stunde hatte der Spezialist gebraucht, den Blindgänger, der am Morgen bei Bauarbeiten an der Dürerstraße gefunden worden war, zu entschärfen.

Aufatmen bei 1200 Anwohnern, die zuvor aus ihren Wohnungen und Häusern rund um die Dürerstraße evakuiert worden waren und – wenn sie nicht bei Verwandten oder Freunden unterkamen – Zuflucht im Feuerwehrgerätehaus an der Welheimer Straße fanden. Das gesamte Wohngebiet war ab 13 Uhr gesperrt, inklusive Horster Straße und Roßheidestraße.

Keine Probleme bei Evakuierung der Anwohner

Anders als bei einer Bombenentschärfung vor einem Jahr in der gleichen Siedlung funktionierte die Evakuierung der Wohnhäuser ohne Probleme und konnte planmäßig abgeschlossen werden, teilte das Ordnungsamt mit. Punkt 14 Uhr hatte Pawlowski, der Experte des bei der Bezirksregierung Arnsberg angesiedelten Kampfmittelbeseitigungsdienstes, mit der Entschärfung begonnen.

Die Bombe, eine britische Fünf-Zentner-Bombe, die in drei Meter Tiefe lag, sei noch in gutem Zustand gewesen. „Der Zünder war weder deformiert noch beschädigt und konnte gut entfernt werden“, so der Experte, der schon mehr als 200 Bomben unschädlich gemacht hat. 130 Kilo TNT-Sprengstoff enthalte die Bombe, die nun zum zentralen Munitionszerlegebetrieb in Hünxe gebracht wird, wo sie auseinander genommen und vernichtet wird.

1,30 Meter großer Blindgänger war eine britische Standardbombe

Der 1,30 Meter große Blindgänger – eine laut Pawlowski „Standardbome“ des Zweiten Weltkriegs – war bei Ausschachtungsarbeiten gefunden worden. Der Fundort liegt auf einer Freifläche gegenüber dem Haus Nr. 25 zwischen Schongauer- und Rethelstraße. Das Ordnungsamt der Stadt und die Feuerwehr hatten die Evakuierung koordiniert, Lautsprecherwagen fuhren durch die Siedlung und informierten die Anwohner. Die zeigten generell Verständnis.

„Ich habe die Durchsage gehört“, berichtet Annette Schlichting, die per Kleinbus ausquartiert wurde, „es bleibt einem ja letztlich nichts anderes übrig.“ Rosemarie Schütz erzählt: „Bei mir wurde geschellt, natürlich ging ich sofort mit, was sein muss, muss sein.“ Betty Goll lobte das kurzfristig aufgebaute Notquartier der Feuerwehr: „Hier sind wir doch gut aufgehoben.“ Feuerwehrleute beköstigten die Ausquartierten.

Horster Straße wurde von der Polizei gesperrt

Die Horster Straße war derweil zwischen den Kreisverkehren Marien- und Roßheidestraße gesperrt, die Polizei, mit zahlreichen Kräften vor Ort, kontrollierte die Absperrungen. Die Vestische leitete ihre Buslinien vorübergehend um. Die einstige Zechensiedlung Brauck A glich zwischenzeitlich einer Geistersiedlung. Unmittelbar nach der erfolgreichen Entschärfung wurden die Straßen freigegeben und die Anwohner konnten in ihre Wohnungen zurück. Das Gebiet war in einem Radius von 250 Metern um den Fundort gesperrt und evakuiert worden.

Die Experten hatten die Bombe bereits bei der vor Bauaktivitäten üblichen Auswertung von britischen Luftbildern aus dem Zweiten Weltkrieg auf der Baustelle vermutet. Pawlowski: „Der Verdacht hat sich letztendlich bestätigt.“ Das Bauvorhaben an der Dürerstraße gehört zum Nachverdichtungsprojekt in der ehemaligen Braucker Zechensiedlung.

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