Umwelt

Grüne Pflanzenteppiche machen sich auf den Teichen breit

Die Teiche in Gladbeck sind durch die Hitze von Algen und Wasserlinsen befallen.  Der ZBG fährt nun mit einem „Amphibienfahrzeug" über die Teiche und entfernt die grünen Teppiche.

Foto: Frank Backhaus

Die Teiche in Gladbeck sind durch die Hitze von Algen und Wasserlinsen befallen.  Der ZBG fährt nun mit einem „Amphibienfahrzeug" über die Teiche und entfernt die grünen Teppiche.

Ein Mähbot schabt jetzt die erbsensuppegrüne Masse von den Gladbecker Teichen ab. Dabei haben die Pflanzen auch ihr Gutes.

Die zähflüssige Masse, die unter anderem den Teich am Wittringer Wasserschloss überdeckt, lässt nicht nur die Teichbewohner schaudern: Wegen des modrigen Gestanks, der oft nach tagelanger Hitze entsteht, macht auch so mancher Spaziergänger einen großen Bogen um das Gewässer am Schloss.

„Die Algen sind Fluch und Segen zugleich“, sagt Lothar Komorek, passionierter Angler und Vorsitzender der „Teichgemeinschaft Gladbeck“.An die 440 Mitglieder der Gemeinschaft nutzen die Teiche, um ihrer Leidenschaft nachzugehen. Das ist aber an den heißen Tagen nicht immer möglich.

Die Algen erschweren den Anglerspaß

Auch, wenn die Algenbildung noch lange nicht das Ausmaß des vergangenen Jahres erreicht hat, beeinträchtigt die zugewucherte Wasseroberfläche die Anglerfreunde: „Die Köder können sich schnell verheddern. Das erschwert das Angeln.“ Aber das Grünzeug hat auch ein Gutes, meint der Naturfreund: „Durch den Schleim der Algen wird der Sauerstoffgehalt gefördert und es können sich mehr Fische, wie Hechte und Schleie, vermehren.“

In diesem Jahr macht es sich aber ein ganz anderen Störenfried auf den Teichen gemütlich – die Wasserlinse. „Die Pflanzen breiten sich erst seit den vergangenen zwei Jahren so intensiv aus“, berichtet Bernhard Schregel, Leiter der Grünflächenunterhaltung beim ZBG. Was die grünliche Pflanzendecke so unbeliebt macht? Durch die Linsen gelangt das Sonnenlicht nicht mehr bis an den Grund des Teiches. Die Konsequenz: „Die Pflanzen können keine Photosynthese betreiben und folglich auch keinen Sauerstoff produzieren.“

Zehn Kubikmeter aus dem Teich rausgefischt

Damit es gar nicht erst so weit kommt, setzt Schregel nun auf das „Amphibienfahrzeug“ aus den Niederlanden. Das auf Ketten fahrende Mähboot schabt die grüne Ablagerung mit einer Ladeschaufel von der Oberfläche. Schon seit mehreren Tagen ist das Gefährt im Einsatz für den ZBG. „Wir haben aus dem Ehrenmal-Teich schon an die vier Container von zehn Kubikmetern herausgefischt“, sagt er.

Bei den beiden Hobbyanglern Lothar Komorek und Frank Backhaus von der Teichgemeinschaft steht der Natur- und Tierschutz ebenfalls an erster Stelle. Wenn es nach ihnen ginge, gäbe es eine umweltfreundliche Alternative: Den Teichgrund ausbaggern. „Je größer die Oberfläche im Verhältnis zur Tiefe ist, desto schneller heizt sich das Wasser im Teich auf“, erklärt Komorek. Schregel sieht das anders: „Einen Teich komplett zu entschlammen kostet ein Vermögen. Dafür fehlt das Geld.“

Auch der modrige Gestank geht durch die Entfernung der Wasserlinsen nur teilweise zurück. Die einzige Lösung gegen den unerwünschten Duft sei das Wasser regelmäßig aufzuwirbeln. Schregel ist das zu heikel: „Man darf auch nicht in alle natürlichen Prozesse eingreifen. So ein Geruch gehört schließlich zur Natur.“

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