ORGELKONZERT

Gladbecker Orgeltage präsentieren anspruchsvolles Repertoire

Kirche von St. Lamberti in Gladbeck ließen sich die Besucher von Franz Ramls Kunst an der Orgel faszinieren.

Foto: Jörg Schimmel

Kirche von St. Lamberti in Gladbeck ließen sich die Besucher von Franz Ramls Kunst an der Orgel faszinieren. Foto: Jörg Schimmel

GLADBECK.   Der international bekannte Organist Franz Raml begeisterte Auditorium in der Gladbecker Propsteikirche St. Lamberti mit Kompositionen des Barock.

Seit 1985 erklingen an den Septembersonntagen die Gladbecker Orgeltage St. Lamberti. Ins Leben gerufen hat sie Kantor Konrad Suttmeyer, der sie über die mehr als 30 Jahre kontinuierlich und kenntnisreich begleitet und mit Leben füllt. Und immer wieder renommierte Meister ihres Fachs in die Stadt holt – wie jetzt Franz Raml, Organist, Cembalist und Dirigent aus Ochsenhausen.

Mag es daran gelegen haben, dass an diesem Sonntag bundesweit der 6. Deutsche Orgeltag gefeiert wurde, oder dass sich die besondere Güte der Gladbecker Orgeltage herumgesprochen hat, jedenfalls war die Kirche gut besucht an diesem Tag. Die diesjährige Orgelreihe steht unter dem Motto „Erinnerung an Oberschwaben“. Daran knüpft sich eine besondere Geschichte. Suttmeyer erzählt: „Eine Gladbecker Reisegruppe machte sich im Jahre 2015 zu einer Orgelfahrt in die Bodenseeregion auf. Wir führten die Gruppe an die berühmten Orgeldenkmäler der Region, zum Beispiel nach Weingarten, Weißenau oder Ochsenhausen.“ Die Begegnung mit den dortigen Organisten sei sowohl musikalisch als auch menschlich so angenehm gewesen, dass daraus die „Erinnerungsidee“ entstanden sei und sich die Organisten gern nach Gladbeck haben einladen lassen.

Großes Lob für die Klais-Orgel

Suttmeyer wies darauf hin, dass es keinen „Showspieltisch“ in Sichtweite des Publikums geben werde, da sich Franz Raml für das Original, die große Klais- Orgel auf der Empore, entschieden habe. Er sei tags zuvor angereist, um sich mit dem Instrument vertraut zu machen: „Die Orgel verdient großes Lob, genauso wie die Akustik in der Kirche, die ganz hervorragend, transparent und gleichmäßig ist.“ Dies sagt einer, der es wissen muss, ist doch Raml als Organist in der ganzen Welt unterwegs und hat 30 CD’s eingespielt.

Zeitgenössisches Werk von Koomans

Der Schwerpunkt dieser musikalischen Erinnerungstour lag auf Stücken des Barock. Franz Raml begann mit einem Präludium von Dietrich Buxtehude, einem Vertreter des norddeutschen Barock, stellte anschließend mit Johann Caspar Ferdinand Fischer und Justin Heinrich Knecht zwei herausragende Protagonisten des Süddeutschen Barock vor. Bei einer Komposition des Niederländers Dirk Koomans, geboren 1957, konnte der Zuhörer feststellen, wie vielseitig das Instrument Orgel sein kann.

Abwechslungsreiches Programm

Felix Mendelsohn-Bartholdy wird gemeinhin der Romantik zugeordnet, hat aber Stücke extra für Barockinstrumente geschrieben. Von ihm erklang die Sonate 1 f-Moll, Op.65. Den Schlusspunkt setzte Raml mit Johann Sebastian Bach. Ein abwechslungsreiches Programm, mit dem die Fähigkeiten des Organisten in Kombination mit den Möglichkeiten des Instrumentes voll ausgespielt werden konnten.

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