Schalke-Fanclub

„Gladbecker Knappen“ hoffen und bangen um die Königsblauen

 

 

Foto: JanineKullik

Gladbeck.   Der Schalke-Fan-Club „Gladbecker Knappen“ hat sein 25-jähriges Bestehen kräftig gefeiert. Die „Leistungen“ der Königsblauen trüben die Stimmung.

Viel zu lachen haben Schalke-Fans ja zurzeit gerade nicht, aber die „Gladbecker Knappen“ haben sich zu Herzen genommen, was einst die Schalke-Legende Charly Neumann sinngemäß sagte: „Wenn es gut läuft, haben wir genügend Anhänger. In schlechten Zeiten brauchen wir die Fans.“ Also stehen die Mitglieder des Gladbecker Fanclubs bei jedem Heimspiel in der Nordkurve, und das jetzt schon seit 25 Jahren.

Gefeiert haben die Gründungsmitglieder Markus und Andreas Sperling, Frank Ricken, Stefan Gertz und Markus Krause das Silberjubiläum auch gebührend – der Frust über das (mal wieder) grottenschlechte Spiel, das sie zuvor gemeinsam in ihrem privaten „Blauen Salon“ im Fernsehen verfolgt hatten, musste schließlich runtergespült werden.

Der Fanclub hatte zu besten Zeiten fast 50 Mitglieder

Die fünf Freunde (plus Annette Knäble, die nicht mehr dabei ist) trafen sich am 13. April 1994 bei „Helga“, der Wirtin der damaligen Kneipe „Glückauf“ an der Horster Straße in Brauck, zur Gründung des Clubs. Bald stießen weitere Fans zu ihnen. „Zu unseren besten Zeiten hatten wir 40 bis 50 Mitglieder“, erzählt Frank Ricken, „heute gehören noch ungefähr 20 Leute zu uns.“ Nicht mehr nur Gladbecker übrigens. Die Mitglieder, die im Schwarzwald, in Mainz, Münster und St. Gallen wohnen, kommen allerdings nur zu besonderen Anlässen, zur Dampferfahrt am Saisonende zum Beispiel und selbstverständlich zu den Derbys.

Von Anfang an waren die „Gladbecker Knappen“ nicht nur Fans, die ihren S04 unterstützten, sondern selbst aktive Kicker, ziemlich erfolgreiche sogar, die bei Turnieren mit anderen Fanclubs oft weit vorne landeten. Im Jahr 2000 holten sie im sauerländischen Meschede sogar die Deutsche Meisterschaft. Die sportlichen Aktivitäten sind mittlerweile eingeschlafen. Frank Ricken: „Die Beine werden halt mit den Jahren schwerer.“

Adi Raible befloggte den „Knappen“ die Trikots

Auch gesellschaftlich engagierten sich die „Gladbecker Knappen“: Adi Raible, der ihnen ihr Logo, einen Förderturm, samt dem Clubnamen auf die Trikots floggte, holte beispielsweise 1995 Mike Büskens nach Gladbeck für eine gemeinsame Aktion mit dem Fanclub: Auf dem Weihnachtsmarkt verkauften sie Glühwein für einen guten Zweck. Erwin („Ährwin“) Weiss sang für die Gäste in Helgas Kneipe, und beim Schubkarrenumzug in Rosenhügel sind die „Knappen“ jedes Jahr dabei.

Beim Treffen zum 25-jährigen Bestehen des Clubs standen allerdings die eigenen Aktivitäten nicht im Vordergrund, sondern die Höhen und Tiefen, die die Gründungsmitglieder mit „ihren“ Königsblauen erlebt haben. Ricken: „Das Größte war natürlich Mailand 1997. Wir waren selbstverständlich live dabei, als Schalke den UEFA-Pokal holte.“

Treu wird der Club auch in der zweiten Bundesliga sein

Die zwei letzten Pokalsiege haben sie in Berlin miterlebt, sind zu Champions-League-Spielen in europäische Städte mitgereist, und – na klar – sie standen auch in der Nordkurve, als Schalke am letzten Spieltag 2001 im Fernduell gegen Bayern vier Minuten euphorisch die Deutsche Meisterschaft feierte. Ricken: „Das war das Schlimmste, solange es unseren Club gibt.“ Ein Mann aus einem befreundeten Fanclub, der ein Sportgeschäft im Schwarzwald betreibt, inserierte kurz darauf in einer Tageszeitung dort: Ab sofort führen wir keine Bayern-Fan-Artikel mehr.

Aktuell ist die Stimmung auch nicht gerade die beste im Club – kein Wunder bei den „Leistungen“ der Königsblauen. Trotzdem radelt der harte Kern der „Gladbecker Knappen“ weiter treu zu jedem Heimspiel – und will das auch beibehalten, wenn tatsächlich das Schlimmste passieren sollte, was ein Schalke-Fans sich vorstellen kann: der Abstieg in die zweite Liga. Ricken: „Dann zählt erst recht, was Charly Neumann einst sagte.“

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