Eichenprozessionsspinner

Gladbeck: Stadt rüstet sich gegen Eichenprozessionsspinner

Giftige Raupe: Fakten rund um den Eichenprozessionsspinner

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners sorgt für Ärger. Ihre giftigen Härchen können für Menschen gefährlich werden. Die Fakten im Überblick.

Beschreibung anzeigen

Gladbeck.  In Gladbeck wird in diesen Tagen eine Spezialfirma ein Mittel mit einem Bakterium auf Eichen sprühen. Es soll den EPS-Raupen den Garaus machen.

Die Stadtverwaltung Gladbeck rüstet sich in diesen Tagen im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS). Fachleute halten eine effektive Prävention nur in den Monaten April und Mai für möglich, also werden nun etwa 800 Bäume im Stadtgebiet vorsorglich mit dem Bakterium Bacillus thuringiensis besprüht. Diese Maßnahme ist mit Kosten von 30.000 bis 40.000 Euro veranschlagt.

Gladbeck: Der Wirkstoff gegen den EPS soll für Menschen und andere Tiere unschädlich sein

Eine Spezialfirma wird, wie im Jahr 2019, den Wirkstoff zur Biologischen Schädlingsbekämpfung ausbringen. Eine Gefahr für den Menschen gehe von diesem Mittel nach vorliegenden Erkenntnissen nicht aus, so Stadtsprecherin Christiane Schmidt: „Es hat im vergangenen Jahr auch keine derartigen Hinweise aus der Bevölkerung gegeben.“ Deswegen seien Sperrungen, beispielsweise von Spielplätzen, nicht vorgesehen. Das Mittel werde bevorzugt in den Abendstunden ausgebracht, in denen die Passantenfrequenz geringer sei als tagsüber.

Obgleich es auch für den Menschen und andere Tiere harmlos ist, der EPS ist es beileibe nicht. Die Berührung mit den Brennhaaren der Raupen, die auf Spaziergänger und Radler von den Bäumen herabfallen, kann allergische Reaktionen auslösen. Symptome sind unter anderem Juckreiz, Quaddeln, Bronchitis und Asthma. Eichen können die gefräßigen Schädlinge den Garaus machen.

Etwa 400 Bäume waren im Jahr 2019 vom Eichenprozessionsspinner befallen. „Die Maßnahmen hatten einen Wirkungsgrad von etwa 70 Prozent“, so Christiane Schmidt. Allerdings: Über einen Zeitraum von ungefähr fünf Wochen musste die Stadtverwaltung Waldgebiete teilweise vollkommen sperren – an der Gecksheide, am Bernskamp und an der Frentroper Straße, um nur einige zu nennen. An wie vielen Bäumen sich dort die Raupen gütlich getan hatten, war nach Angaben des zuständigen Ordnungsamtes nicht zu ermitteln.

Auch wenn die Vorsorge im Vorjahr Erfolge zeigte: Die Rathaus-Sprecherin dämpft zu hohe Erwartungen. Christiane Schmidt: „Es wird aber trotz aller Maßnahmen nicht zu verhindern sein, dass der EPS wieder in größerem Umfang im Stadtgebiet auftreten wird, da gerade in Waldbereichen eine prophylaktische Behandlung wegen der Unzugänglichkeit der Bäume nicht möglich ist.“ Im Zweifel müssten diese Gebiete dann gesperrt werden. Außerdem: „Es wird es auch voraussichtlich neue Befallsorte geben, die bislang nicht bekannt waren.“ Prävention sei hier daher unmöglich.

Die Stadtverwaltung will im Kampf gegen den EPS auch zu anderen, „tierischen Waffen“ greifen. Es werden Nistkästen für Meisen an Privathaushalte verteilt, die in Gärten hängen können. Die Vögel sollen sich dort ansiedeln und möglichst viele der Raupen vertilgen.

Grünexperte Bernhard Schregel vom Zentralen Betriebshof Gladbeck (ZBG) hat jedoch Zweifel an der Wirksamkeit dieser Methode. Er meint: „Meisen fressen vielleicht zwei Raupen.“ Ob das aber reiche, um der EPS-Verbreitung Einhalt zu gebieten?

Klar ist: Der Vergleich mit 2018er Zahlen bestätigt, dass der frühzeitige Einsatz des Bazillus im vergangenen Jahr gefruchtet hat: Seinerzeit waren rund 850 Eichen als befallen gemeldet. Die Kosten für die Akutbehandlungen dieser Bäume beliefen sich auf rund 50.000 Euro. Angemerkt werden muss aber auch: Anno 2016 waren lediglich 49 Eichen im Stadtgebiet befallen, 2017 nur 42. Für Fachmann Schregel ist sonnenklar: Der Eichenprozessionsspinner wird zukünftig ein Dauergast in Gladbeck sein.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben