Kommunalwahl 2020

Gladbeck: Neue Bürgermeisterin Weist will mehr Sach-Debatten

Die gewählte neue Bürgermeisterin Bettina Weist plädiert für mehr Sachlichkeit in der politischen Auseinandersetzung. Das Foto zeigt sie am Wahlabend mit SPD-Stadtparteichef Jens Bennarend (r.) und SPD-Ratsherr Volker Musiol (2.v.l.). In der Bildmitte Niclas Weist.

Die gewählte neue Bürgermeisterin Bettina Weist plädiert für mehr Sachlichkeit in der politischen Auseinandersetzung. Das Foto zeigt sie am Wahlabend mit SPD-Stadtparteichef Jens Bennarend (r.) und SPD-Ratsherr Volker Musiol (2.v.l.). In der Bildmitte Niclas Weist.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Die neue Bürgermeisterin Bettina Weist (SPD) will auch auf die CDU zugehen. SPD-Chef kündigt Start der Koalitionsverhandlungen mit den Grünen an.

Mit der erfolgreichen Stichwahl für die neue Bürgermeisterin in Gladbeck, Bettina Weist (SPD), steht auch die hauchdünne Mehrheit des angestrebten rot-grünen Bündnisses im neuen Gladbecker Stadtrat: Die Stimme der Bürgermeisterin garantiert Rot-Grün die eine Stimme plus, die beide Parteien (19 SPD- und sieben Grüne-Stimmen) im neuen 52-köpfigen benötigen, um sich künftig durchsetzen zu können.

SPD und Grüne starten noch in dieser Woche ihre Kooperationsverhandlungen, wie SPD-Stadtparteichef Jens Bennarend bestätigte. Man wolle sich schnell, möglichst vor der ersten Ratssitzung einigen, signalisierte auch die bisherige Grünen-Fraktionschefin Simone Steffens. Sondierungsgespräche wolle die SPD aber auch mit anderen Parteien führen, außer mit der AfD, betonte Bennarend.

SPD und Grüne wollen in dieser Woche mit Koalitionsverhandlungen beginnen

Terminiert sei bereits ein Gespräch mit der CDU. Bennarend: „Da geht es nicht um ein Bündnis, sondern wir wollen abklopfen, was mit wem geht, denn es wird keine Blockadepolitik der SPD im neuen Rat geben.“ Der Fokus liege aber auf den Verhandlungen mit den Grünen. Am 7. November soll ein Stadtparteitag informiert werden und eine Mitgliederbefragung dann die möglichst schon ausgehandelte Kooperation mit den Grünen billigen.

Auch die neue Bürgermeisterin Weist, die formal noch nicht im Amt ist, kündigte Kontakte zur CDU an, in deren Fraktion sie sich vorstellen wolle. Sie setze auf sachliche Gespräche und Diskussionen, auch im neuen Rat. „Es ist eine Riesenchance mit den neuen durchmischten Mannschaften, sich auf sachliche Auseinandersetzungen zu konzentrieren“, sagte Weist am Tag nach der Stichwahl zur WAZ. Peter Rademacher, bisheriger und auch möglicher neuer CDU-Fraktionschef, begrüßt diese Aussicht auf ein „besseres politisches Klima im Rat ohne persönliche Ressentiments“. Rademacher: „Wir wollen Sacharbeit, werden aber hart diskutieren und konsequente Oppositionspolitik machen.“

Bettina Weist bleibt bis zum 1. November Schulamtsleiterin

Bettina Weist, die CDU-Herausforderer Dietmar Drosdzol einen „fairen Wahlkampf“ attestierte, bleibt in der Übergangsphase bis zum offiziellen Beginn ihrer Bürgermeister-Tätigkeit am 1. November weiterhin als Schulamtsleiterin tätig. Die Amtsübergabe vom scheidenden Bürgermeister Ulrich Roland (SPD), der am Sonntag schriftlich gratuliert habe, sei noch nicht besprochen. Aus dem Bürgermeisterbüro hieß es, die werde es spätestens in der letzten Arbeitswoche Ende Oktober geben.

In der Nacht auf dem 1. November wird Weist formal neues Stadtoberhaupt. Voraussichtlich – so der Vorschlag der Verwaltung – am 5. November wird sie in der konstituierenden Sitzung des neuen Rates von Alterspräsidentin Elke-Marita Stuckel-Lotz (Grüne) vereidigt und in ihr Amt eingeführt werden. In einer weiteren Ratssitzung zwei Wochen später sollen die Ausschüsse gebildet werden. Vom 30. November bis 17. Dezember soll dann ein erster Sitzungsblock stattfinden.

Fraktionen beraten am Dienstag im Rathaus über Termin-Fahrplan

Final wird über den Terminplan am Dienstag (29. September) ein informelles Treffen aller neuen Fraktionen im Rathaus beschließen, an dem auch die gewählte Bürgermeisterin Weist teilnehmen wird. Eine Frage wird auch die künftige Ausschussarbeit sein. Die CDU könne sich, so Parteichef Dietmar Drosdzol, eine Neuordnung vorstellen, fordert auch neue Ausschüsse. Die SPD hält sich da noch zurück. „Auch wir haben dazu Ideen, haben aber noch Beratungsbedarf“, so Bennarend.

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