Umwelt

Gladbeck: Massaria kann Platanen den Garaus machen

Bernhard Schregel vom Zentralen Betriebshof Gladbeck kann beruhigen: Während vielerorts die Massaria-Krankheit Platanen heimsucht, hält sich in seinem Revier der Befall in Grenzen.

Bernhard Schregel vom Zentralen Betriebshof Gladbeck kann beruhigen: Während vielerorts die Massaria-Krankheit Platanen heimsucht, hält sich in seinem Revier der Befall in Grenzen.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Gladbeck.  Experte Bernhard Schregel beruhigt: Massaria hat bisher in Gladbeck nur wenige Platanen befallen. Und die Blattbräune sei harmlos für den Baum.

Borkenkäfer, Eichenprozessionsspinner, Rosskastanien-Miniermotte: Eine Menge Schädlinge wollen Bäumen ans Holz. Nicht zu vergessen so Erscheinungen wie Feuerbrand und Bakteriosen. Bernhard Schregel, Grün-Experte beim Zentralen Betriebshof Gladbeck (ZBG), stellt fest: „Wir bekommen es immer wieder mit neuen Baum-Krankheiten zu tun.“ Derzeit macht die Massaria-Krankheit Platanen vielerorts den Garaus.

Gladbeck: Im Jahr 2019 schnitten die Fachleute wochenlang Massaria aus den Platanen

Schregel sagt: „Es gibt Städte, die reihenweise zu Tausenden deswegen Bäume fällen müssen.“ In Gladbeck bestehe hingegen kein Anlass, infolge der Massaria-Krankheit verstärkt die Axt anzusetzen. „Wir haben dieses Jahr einen kleinen Befall“, stellt der Fachmann beim ZBG fest. Besonders gefährdet seien ältere Bäume. In Gladbeck werden regelmäßig die Platanen kontrolliert, um festzustellen, ob der Pilz sie womöglich heimgesucht hat.

Doch diese Überprüfung ist leichter gesagt als getan. Bernhard Schregel erläutert: „Der Pilz geht besonders gerne in nicht gut ausgelichtete Kronen.“ Daher sei der Befall vom Boden aus schwer auszumachen. Der Fachmann: „Deshalb muss da muss ein Steiger rauf.“ Erkennbar werde der Befall durch schwarze Verfärbungen, dann sterben ganze Äste ab, die herunterstürzen: eine Gefahr für Passanten.

Bernhard Schregel: „Diese Krankheit gab’s vor 15 Jahren hier noch gar nicht. Sie ist aus dem Süden zu uns gekommen.“ Er wüsste keinen an anderen Baum, „der so stark von Massaria befallen wird wie die Platane“.

Dabei gilt sie eigentlich als eine Ideal-Besetzung, als „sehr guter Straßenbaum“: hitzeverträglich, stadtklimafest, robust. Auch in Gladbeck ist die Platane zahlreich vertreten. Von insgesamt rund 11.000 Straßenbäumen belegt sie zahlenmäßig mit 1500 Exemplaren nach Linden und Ahorn Platz drei in der Rangliste.

Doch diesem Pilz ist sie kaum gewachsen. „Im vergangenen Jahr haben wir vier, sechs Wochen nur Massaria rausgeschnitten“, berichtet Schregel, „danach haben wir alle Platanen durchgecheckt.“

Aber auch ein anderer Pilz, Apiognomonia, geht diesen Bäumen an die Blätter. Die Folge: Sie werfen zuhauf ihr Laub ab. „Dafür verantwortlicht ist die Platanen-Blattbräune, die fast jedes Jahr auftritt“, so Schregel.

Der Verursacherpilz tauche gerne auf, „wenn nasse und kalte Witterung zusammenfallen“. Angriffsfläche bieten insbesondere junge Triebe: Die Blätter sind dann mehlig überzogen, werden braun und fallen ab. Schregel: „Aber das ist diesmal nicht so dramatisch wie in anderen Jahren – und eigentlich harmlos für den Baum.“ Bildet er doch mit dem Johannistrieb neue Blätter.

Ein Phänomen, das Jahr für Jahr Laien aufschrecke: Platanen „verlieren“ etwa alle drei Jahre große Stücke ihrer Borke. Aber Schregel kann beruhigen: Das hat nichts mit Hitzestress für die Bäume oder extremer Trockenheit zu tun.

Es ist im Gegenteil ganz im Sinne von Mutter Natur. Der ZBG-Mann zieht zur Erklärung einen Vergleich heran: „Wie bei einer Schlange, die sich häutet, entledigt sich die Platane ihrer zu engen Rinde, wenn sie gewachsen ist.“ Darunter kommt dann die frische Borke zum Vorschein.

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