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Gladbeck: Grubenhelden starten Aktion gegen Diskriminierung

Ein Zeichen setzen gegen jede Form der Diskriminierung will Grubenhelden-Gründer Matthias Bohm mit der Kampagne und der Modekollektion „For all Colors“.

Ein Zeichen setzen gegen jede Form der Diskriminierung will Grubenhelden-Gründer Matthias Bohm mit der Kampagne und der Modekollektion „For all Colors“.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Mit „For all Colors“ will das Label Grubenhelden Zeichen setzen für Vielfalt, gegen Ausgrenzung. Nicht nur Mode transportiert diese Botschaft.

Es ist an der Zeit, laut zu werden. „Laut und deutlich!“, sagt Matthias Bohm. Der Gründer des Modelabels Grubenhelden hat dafür eigens eine Kampagne ins Leben gerufen: „For all Colors“. Mit einer extra dafür entworfenen Mode-Kollektion, aber auch auf Plakaten, Postkarten, auf der Homepage seines Unternehmens und in allen sozialen Netzwerken wird nun die Botschaft vermittelt: Das Team der Grubenhelden positioniert sich gegen jede Form von Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung. Bohm: „Wir stehen für Toleranz, Diversität und Gemeinschaft. Und es wird Zeit, das auch laut und deutlich zu verkünden.“

Das Abschneiden der Afd bei der Kommunalwahl war mit ein Grund, die Grubenhelden-Kampagne zu starten

Das Thema bewegt den 37-Jährigen schon lange. Das gute Abschneiden der AfD in vielen Kommunen des Reviers bei der Kommunalwahl im September hat ihn aber nun endgültig dazu bewogen, aktiv zu werden. „Leider hat auch dieses Jahr wieder gezeigt, wie tief Ressentiments noch immer in der Gesellschaft verankert sind“, sagt Bohm. Nachvollziehen kann er es nicht. „Warum“, fragt er, „können die Menschen einander nicht einfach so akzeptieren, wie sie sind, egal welche Hautfarbe, Herkunft, Religion oder sexuelle Vorlieben sie haben?“

Da das Gladbecker Modelabel von der Gründung an mit dem erklärten Ziel angetreten ist, die Bedeutung des Bergbaus fürs Ruhrgebiet nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, sieht Matthias Bohm es nun als selbstverständlich an, mit seinem Unternehmen auch diesen Schritt zu gehen – in der Hoffnung, dass andere Firmen vielleicht noch nachziehen. „Jetzt geht es ganz klar um die Werte, die unter Tage gegolten haben“, betont Bohm. „Da sind nämlich alle Menschen gleich, und man muss sich aufeinander verlassen, um den schweren Job erledigen zu können.“ Warum das nicht auch über Tage so sein kann, erschließt sich ihm nicht.

„Nazis raus aus diesem Hoodie!“ist ein Slogan der „For all Colors“-Kampagne

Wer aber der selben Meinung ist wie das Grubenhelden-Team, der kann jetzt mit der Sonderkollektion des jungen Labels ein deutliches Zeichen setzen. Wer sich für ein Teil aus der „For all Colors“-Kollektion entscheidet, der lässt seine Klamotten für sich sprechen – und das ganz unmissverständlich mit Botschaften wie „Nazis raus aus diesem Hoodie!“; oder auch „No Homo wird von diesem Pulli diskriminiert!“.

Aber die Mode ist nicht alleine Sprachrohr dieser Kampagne. Bohm hat außerdem auch noch eine Plakataktion in allen Revierstädten gestartet, die Sprüche gibt es zudem auch als Postkarten. Und im Netz laufen Podcasts, in denen Menschen über Ausgrenzung und Mobbing sprechen. Eine junge Gladbeckerin mit türkischen Wurzeln berichtet von ihren Erfahrungen, und es gibt ein Interview mit drei Bergleuten, die aus der Türkei, Polen und Italien ins Revier gekommen sind. „Man muss sich das einmal vorstellen, zur Hoch-Zeit des Bergbaus haben hier Menschen aus 26 Nationen gelebt und gearbeitet. Also wo bitte ist das Problem?“, sagt Matthias Bohm.

Die Aktion ist zeitlich nicht begrenzt

Einen zeitlichen Rahmen hat der Grubenhelden-Gründer sich für seine Aktion nicht gesetzt – Ende offen also. Viele Beiträge sollen noch folgen, immer wieder aktuelle Themen aufgegriffen werden.

Für den 37-Jährigen ist auf jeden Fall die Zeit gekommen, in der auch Unternehmen ein klares politisches Statement abgeben sollten. „Man darf nicht kuschen, sondern sollte laut und deutlich seine Meinung sagen. Wir bei den Grubenhelden sind auch sehr divers aufgestellt, und das ist gut so!“

Im Moment erhält das Label für „For all Colors“ fast ausschließlich positive Resonanz in den sozialen Netzwerken. Dass es aber durchaus auch zu Anfeindungen kommen könnte, ist Matthias Bohm bewusst: „Das ist mir aber völlig egal.“

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