Begehbarer Adventskalender

Gladbeck: Christen setzen Zeichen des Miteinander im Advent

Nachbarn und Freunde von Olaf und Barbara Nikolyzik freuten sich am Barbaratag über ihr adventlich geschmückten Fenster an der Ottostraße.

Nachbarn und Freunde von Olaf und Barbara Nikolyzik freuten sich am Barbaratag über ihr adventlich geschmückten Fenster an der Ottostraße.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Am Barbaratag trafen sich Gäste an einem „Begehbaren Fenster“ in Butendorf. Die Aktion bringt Menschen zu einer besinnlichen Stunde zusammen.

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Einen Schwerpunkt der besonderen Art setzte das „begehbare Adventsfenster“ – eine Adventsaktion vorrangig der katholischen Gemeinden – am Namenstag der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute. Das vierte Adventsfenster richtete den Fokus ganz auf den nachhaltigen Umgang mit Natur und Schöpfung, ganz im Einklang mit den von Papst Franziskus in seiner Enzyklika „Laudato si“ dargelegten Ausführungen.

Gastgeber waren Barbara und Olaf Nikolyzik in Butendorf. Die knapp 20 Besucher vor ihrem Reihenhaus wirkten auf der Ottostraße, einer kleinen, aber feinen Parallelstraße der Horster Straße, fast schon wie ein Menschenauflauf. Auf einem geräumigen Tisch präsentierten die Hausherren neben den üblichen Warmgetränken auch allerlei „Natürliches“: Gläser mit diversem Saatgut, selbst gebackenes Brot mit selbst erstelltem Aufstrich und reichlich Literatur über Arten- und Pflanzenvielfalt und andere ökologische Anliegen.

Mehrere Adventsfenster zeigen wunderschöne Schwibbögen

Zu Beginn noch verdeckt gaben die Rollläden, die nach einem Weihnachtslied hochgezogen wurden, den Blick frei auf mehrere Adventsfenster, wunderschön verziert mit Schwibbögen. „Wir haben Bekannte im Erzgebirge, dadurch wurde ich angeregt, solche Bögen selbst zu erstellen,“ macht Olaf Nikolyzik deutlich. Mindestens 25 Stunden Bastelarbeit seien pro Bogen nötig, so der Gastgeber, der in der Gemeinde Hl. Kreuz Butendorf als ehrenamtlicher Küster aktiv ist.

Die profane Deutung besagt, diese Schwebebögen seien dem Mundloch eines Stollens nachempfunden und symbolisiere die Sehnsucht der Bergleute nach Licht, die religiöse Lesart erkennt eher den Himmelsbogen. Angesichts der Tatsache, dass die Ottostraße gerade mal wenige hundert Meter von der ehemaligen „Schachtanlage Graf Moltke 3/4“ entfernt liegt, sei beiden Deutungen gleichermaßen eine angemessene Plausibilität zugestanden.

Die vorgelesene Geschichte thematisierte die Vielfalt der Arten

Die von Barbara Nikolyzik vorgelesene Geschichte „Herr Noahs Vermächtnis“ thematisierte anschaulich die Vielfalt der Arten, die der Mensch mit ebenso nahe liegenden wie einfachen Mitteln erhalten kann. Eine Aufgabe, der sich die Familie Nikolyzik in ihrem eigenen Garten seit langem mit respektablem Erfolg stellt.

Nach dem „offiziellen“ Teil des „begehbaren Adventskalenders“ freuten sich die beiden Gastgeber über die regen Gespräche der Besucher; Verwandte, Bekannte, natürliche Nachbarn, aber auch einige Gäste aus anderen Gemeinden der Propsteipfarrei St. Lamberti. Das Zusammenwachsen der Gemeinden zur einer Pfarrei St. Lamberti nimmt bei den Eröffnungen der Adventsfenstern Gestalt an. „Vielleicht“, so der Wunsch von Pfarrgemeinderatsmitglied Marianne Grundmann, „machen im kommenden Jahr noch mehr Gemeinden mit bei dieser schönen Aktion...“

Inzwischen sind es drei: Heilig Kreuz Butendorf sowie St. Marien Brauck und die Gemeinde St. Lamberti in Stadtmitte. Den Ursprung nahm der „begehbare Adventskalender“ 2016 in Butendorf. Unterstützt wird die Aktion von evangelischen Christen in der Stadt.

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