Inklusion

Gladbeck: Behindertenbeirat befürwortet Aufzug am Museum

Der in die Jahre gekommene langsame Treppenlift am städtischen Museum ist nicht mehr zeitgemäß. Die barrierefreie Nutzung ist nicht möglich. Nur kundige Mitarbeiter des Museums, wie Peter Donner, dürfen das mehr als 30 Jahre alte Gerät aufbauen und bedienen.

Der in die Jahre gekommene langsame Treppenlift am städtischen Museum ist nicht mehr zeitgemäß. Die barrierefreie Nutzung ist nicht möglich. Nur kundige Mitarbeiter des Museums, wie Peter Donner, dürfen das mehr als 30 Jahre alte Gerät aufbauen und bedienen.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Die Ausstellungsräume des Gladbecker Museums sind für Behinderte schwer zu erreichen. Die Lokalpolitik diskutiert die Installation eines Aufzugs.

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Das Thema Barrierefreiheit im städtischen Museum Schloss Wittringen war jetzt auch Thema bei der jüngsten Sitzung des Behindertenbeirates der Stadt Gladbeck. „Unsere Position dazu ist klar, wie es auch rechtlich eindeutig festgelegt ist“, sagt die Vorsitzende Josi Merten: „Menschen mit Behinderung dürfen nicht vom kulturellen Leben ausgeschlossen werden.“ Daher befürworte der Behindertenbeirat, dass jetzt geprüft werde, „inwieweit ein Aufzug gebaut werden kann, um die Ausstellungsräume in den Obergeschossen des Museums zu erreichen“.

Gleichwohl habe sich das Gremium geeinigt, „jetzt nichts übers Knie zu brechen“ und abwarten zu wollen, was die Machbarkeitsprüfung ergebe, „bezogen auf das von der Stadt angekündigte Bodengutachten zur Tragfähigkeit des Untergrundes im Schlosshof“. Letztlich würden Menschen mit Behinderung ja auch nicht vom Museumsbesuch ausgeschlossen, da es ja Treppenlifte gebe, um in die Ausstellungsräume zu gelangen. Dass diese aber nicht barrierefrei seien, „da sie nur vom Museumspersonal aufgebaut und bedient werden dürfen“, habe die CDU ja erneut im Kulturausschuss Ende November verdeutlicht.

Langsame Treppenlifte sorgen für Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung

Die langsamen Treppenlifte, die nur das Befahren mit einer Person zulassen, sorgten aber schon für eine gewisse Ausgrenzung. Denn Gruppen, „etwa der Sonderschule oder einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung“, die eventuell durchaus Interesse hätten, das städtische Museum zu besuchen, könnten das praktisch nicht realisieren, wenn mehrere Personen mit Rollstühlen beteiligt sind, „da dies zeitlich und praktisch einfach zu aufwändig ist“. Daher freue sich der Behindertenbeirat, dass sich die Politik, auch angesichts einer älter werdenden, aber aktiven Gesellschaft, mit dem Thema eines zeitgemäßen Zugangs zum Museum beschäftigt, was einer familienfreundlichen Stadt ja auch gut zu Gesicht stehe.

Der Leiter des städtischen Immobilienamtes, Martin Plischek, hatte im Kulturausschuss ein schnelles Bodengutachten zugesagt. Zugleich hatte er erläutert, dass eine Kostenschätzung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht seriös machbar sei. Die Kosten für einen optisch ansprechenden Aufzugturm mit Anschluss auf drei Etagen an das Museum und integrierter Toilette im Zugangsbereich könnten sich aber auf eine hohe sechsstellige Summe addieren. Plischek räumte auch ein, dass die baulichen Prioritäten der Stadt, angesichts der angespannten Haushaltslage, zurzeit eher auf den Schul- und Kita-Ausbau fokussiert seien.

Positiv dazu: Der Landschaftsverband Westfalen Lippe hat bereist in Sachen Aufzugbau mitgeteilt, dass die Kosten solcher Vorhaben bis zu 70 Prozent gefördert werden können.

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