Kommunalwahl 2020

Gladbeck: Baumeister holt drittes Direktmandat für die CDU

Gabriele Adamec (l.) und Silke Wengszik vom städtischen Wahlamt zählten akribisch die Stimmzettel nach. Zuschauer sahen interessiert zu.

Gabriele Adamec (l.) und Silke Wengszik vom städtischen Wahlamt zählten akribisch die Stimmzettel nach. Zuschauer sahen interessiert zu.

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Im Rathaus fand die Neuauszählung des Stimmbezirks 01 statt, wo es zu einem Patt gekommen war. Es gab überraschende Fehler, die gefunden wurden.

Kleiner Wahlkrimi am Donnerstagnachmittag im Ratssaal Gladbeck: Akribisch wurden eineinhalb Stunden lang die Stimmzettel des Wahlbezirks 01 kontrolliert und neu ausgezählt, wo es zum Patt mit 378 zu 378 Stimmen zwischen der SPD und der CDU um das Direktmandat für den Rat gekommen war. Es gab ungeahnte ungültige Stimmen, auch eine bislang nicht berücksichtigte. Und am Ende die Überraschung: Jörg Baumeister holt für CDU das Mandat mit einer Stimme Mehrheit - und somit das dritte Direktmandat für die Christdemokraten.

Personalamtsleiter Berthold Barheier, der mit Rechtsamtsleiterin Marie-Antoinette Breil die öffentliche Neuauszählung durch Mitarbeiter des städtischen Wahlamtes beobachtete, verkündete das Ergebnis: 1285 Wähler, 16 ungültige Stimmen (zwei mehr als bislang angenommen), demnach 1269 gültige Stimmen. Diese verteilen sich wie folgt: CDU 378, SPD 377, Grüne 223, FDP 93, AfD 84, Linke 48, DKP 24, ABI 21, BIG 20 und GBL 1.

Ein Stimmzettel war unterschrieben – und damit ungültig

Es gab je eine weitere ungültige Stimme bei CDU und SPD: Auf einem Stimmzettel sind zwei Kreuze, ein weiterer ist unterschrieben. Zudem fanden die Neu-Auszähler eine weitere Stimme für die CDU und ihren Kandidaten Baumeister, die versehentlich bislang nicht mit gezählt worden war. Unterm Strich geht nun der Wahlbezirk mit einer Stimme Vorsprung an die CDU. Der unterlegene SPD-Kandidat Thorsten Nagel gratulierte am Ende CDU-Mann Baumeister zum Erfolg.

Amtlich wird das Ergebnis, das Auswirkungen auf die Fraktionsstärken und damit den neuen Rat hat, letztlich erst am kommenden Montag, wenn der Wahlausschuss noch einmal zusammenkommt. Bestätigt er das Ergebnis der Neuauszählung, wird der Rat doch nur 52 Mitglieder haben und nicht 54, da mit der SPD keine weiteres Überhangmandat zufällt und die CDU daher auch ein weitere Ausgleichsmandat erhält.

Der neue Rat hat nunmehr 52 Mitglieder aus neun Parteien

Die Fraktionen haben folglich folgende Größen: SPD 19 Mandate, CDU 14, Grüne 7, AfD 5, Linke und FDP je 2 sowie BIG, ABI und DKP je 1. Da die CDU nun drei Direktmandate hat, greift ihre Reserveliste nur bis Platz elf – Karsten Krügerke, Platz 12 auf der CDU-Reserveliste, schafft es daher nicht in den Rat. Mit den Grünen und der Stimme der möglichen SPD-Bürgermeisterin Bettina Weist könnte es weiter ein rot-grünes Bündnis geben.

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