Schrott-Immobilien

Geistersiedlung wird wohl nicht mehr zu neuem Leben erwachen

Eine Zeitlang  schien es Hoffnung zu geben für die Bergarbeitersiedlung in Gladbeck-Zweckel. Doch aus dem Nauanfang wurde nichts.

Eine Zeitlang schien es Hoffnung zu geben für die Bergarbeitersiedlung in Gladbeck-Zweckel. Doch aus dem Nauanfang wurde nichts.

Foto: Oliver Mengedoht

Gladbeck.   Immer wieder keimt Hoffnung auf, wenn es um die alte Siedlung in Zweckel geht. Doch ein Blick ins WAZ-Archiv zeigt: der Verfall schreitet fort.

Das Märchenbild war zu verlockend: „Dornröschen ist endlich wachgeküsst“, hieß es vor nicht allzu langer Zeit in einem Werbespruch für die Sanierungspläne der Siedlung Schlägel und Eisen.

Im Herbst 2014 sah es so aus, als könnte es etwas werden mit dem märchenhaften Ende einer jahrelangen Verfallsgeschichte. Nachdem das Ensemble zwischen Bohnekamp-, Schlägel- und Eisenstraße mehr als ein Jahrzehnt dem Verfall überlassen war, wollte eine Marler Investorin sanieren, modernisieren, Wohnraum schaffen, der modernen Ansprüchen genügen sollte.

Die Firma ging in die Insolvenz

Aber es wurde nichts, die Firma ging in die Insolvenz, seit mehr als einem Jahr sucht der Insolvenzverwalter geeignete Investoren, versprach mehrfach, eine Lösung sei in Sicht – und verstummte schließlich.

Neue Informationen gibt es seit Monaten nicht, seit es im Sommer 2017 hieß, innerhalb einiger Wochen werde ein neuer Eigentümer präsentiert.

Rund um Schlägel und Eisen sind indes die Dornen zurück. Sie wuchern auf den Grünflächen rund um die Ruinen, Brombeeren haben sich um Müllhaufen und alten Bauschutt ausgebreitet, Grün hat den Asphalt der Schlägelstraße erobert, die so auf Radwegbreite zusammengeschrumpft ist.

Überall liegen Scherben herum

Allerdings: Radler sollten genau hinsehen, wie auch die Menschen, die dort ihre Hunde ausführen, denn nicht nur Gräser, sondern auch Scherben säumen den Wegesrand.

Von der Auf- und Abbruchstimmung vor drei Jahren ist nichts geblieben. Eigentlich sieht es sogar schlimmer aus als zuvor, denn nun ragen die Dachbalken der Häuser, die als erstes saniert werden sollten, nackt in den grauen Winterhimmel – die Dächer sind nie neu gedeckt worden.

Die Isolierfenster, die bereits eingebaut wurden, sind kaputt, vergammelt, eingeworfen.

Aufgebrochene Türen geben den Blick in Flure frei

Am anderen Ende der Siedlung, an der Eisenstraße, schreitet der Verfall einfach voran. Immer wieder haben Neugierige die Sicherungen überwunden, und so klappern Fenster im Wind, geben aufgebrochene Türen den Blick frei in Flure, die längst nur noch Abenteuerlustige betreten und mit ihren nächtlichen Aktivitäten Unruhe verbreiten.

Dornröschen, das ist längst klar, wird nicht mehr erwachen. Wer mag schon eine Prinzessin küssen, die dermaßen derangiert ist? Was bleibt, ist die Hoffnung auf eine Lösung. Einen Abriss, Neubau, Wohnraum. Auch, damit die Anwohner, die an der Bohnekamp-straße schon so lange mit der Ruine leben, endlich wieder Ruhe finden.

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