Auschwitz

Gedenktag: Actionchor „Die Untertanen“ packt Thema Flucht an

Besucher besichtigen das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Am 27. Januar wird der Opfer der hier umgebrachten Menschen gedacht. Foto:Sean Gallup

Besucher besichtigen das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Am 27. Januar wird der Opfer der hier umgebrachten Menschen gedacht. Foto:Sean Gallup

gladbeck.   Bündnis für Courage lädt am 27. Januar zur Auschwitz-Gedenkveranstaltung ins Dietrich-Bonhoeffer Haus mit Schülerbeiträgen und Chorprogramm ein.

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72 Jahre liegt der Tag zurück, an dem das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit wurde. Dieser 27. Januar 1945 soll niemals vergessen werden. Damit dies auch in Gladbeck so bleibt, organisiert das heimische Bündnis für Courage seit Jahren Gedenkveranstaltungen. Dort treten Politiker, Nachfahren von getöteten und überlebenden Verfolgten auf. Auch die junge Generation kommt zu Wort.

In diesem Jahr wird es allerdings einen etwas anderen Ablauf der Veranstaltung geben, die am 27. Januar um 19.30 Uhr im Dietrich- Bonhoeffer-Haus an der Postallee 12 stattfindet. Organisator Roger Kreft vom Bündnis für Courage: „Einen Hauptredner wie Rudolf Dreßler im vergangenen Jahr werden wir nicht haben, dafür tritt die Chorgruppe ,Die Untertanen’ auf.“

Nach kurzen Eröffnungsreden von Bürgermeister Ulrich Roland und Roger Kreft, die sich mit dem Gedenktag beschäftigen, wird der Chor in einem zweigeteilten Auftritt samt Pause ein etwa 80-minütiges Programm bestreiten. Der Chor hat es in sich. Das Ensemble aus Münster ist ein 30-köpfiger Actionchor, so Kreft, „der heiße Eisen anpackt und Weltmusik macht“.

Vorgestellt wird in den 80 Minuten das neue Programm mit dem Namen „Wohin?“. Thema sind die riesigen aktuellen Flüchtlingsströme und die Frage: „Wohin geht ein Mensch, wenn er nicht weiß, wo er hingehen soll?“ Roger Kreft setzt auf den Überraschungseffekt, denn das neue Chorprogramm hat er noch nicht gesehen. Er weiß aber, dass die „Untertanen“ das Publikum auch diesmal wieder mit einbeziehen und „es vor allem durch Gesang, Gestik und Mimik begeistern wird“.

Wie dieser etwas andere Ansatz an einem ursprünglichen Auschwitz-Gedenktag ankommt, dürfte die Überraschung sein. Kreft: „Das Thema Flüchtlinge ist ja nicht ohne. Dem einen oder anderen wird es vielleicht nicht gefallen.“ Der Chor jedenfalls will sich dem Flüchtlingsthema „leise und nachdenklich, verzweifelt und fordernd, hoffnungs- und liebevoll, aber auch abgründig, poetisch und schräg“ nähern. Dazu gibt es Musik von Israel bis Vietnam, von Deutschland bis Afrika, von Wecker über Brecht bis Kodaly geben.

Für Kreft soll das Programm zum Nachdenken anregen, denn „die Populisten in Europa machen mir große Sorgen“. Zwar sei die Willkommenskultur noch da, doch der rechte Rand werde immer stärker. „Die Anständigen müssen dagegen aufstehen und beispielsweise der AfD in Gladbeck Paroli bieten.“

Wie in den vergangenen Jahren sind auch wieder Schüler des Heisenberg-Gymnasiums unter Leitung der Ex-Lehrerin Dr. Carmen Giese mit eigenen Beiträgen dabei. „Was sie vorbereiten, ist noch eine Überraschung“, so Kreft.

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