Soziales

Gedenkstättenfahrt erinnert an NS-Opfer

23 junge Gladbecker besuchten in Berlin historische Orte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

23 junge Gladbecker besuchten in Berlin historische Orte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Foto: Georg Liebich-Eisele

Gladbeck.  Gladbecker Jugendliche setzten sich mit deutscher Geschichte auseinander und trafen Holocaust-Überlebenden.

23 Jugendliche aus Gladbeck sind jetzt von einer fünftägigen Fahrt zu Gedenkstätten von Verbrechen des Nationalsozialismus’ zurückgekehrt. Im Vordergrund der Reise nach Berlin, die Georg Liebich-Eisele leitete, standen historische Orte der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. So besuchte die Gruppe unter anderen zentralen Gedenkstätten für ermordete Juden, Sinti und Roma. Die Jugendlichen hatten auch Gelegenheit, mit einem Holocaust-Überlebenden zu sprechen.

Im Jüdischen Museum in Berlin-Kreuzberg nahmen die Gladbecker an Workshops teil, die sich mit den Themen Zwangsarbeit, Überleben in Berlin, Deportation und Situation jüdischer Schülerinnen zur Zeit des Nationalsozialismus’ auseinander setzten. Ergänzt wurden die Arbeitsergebnisse durch die persönlichen Schilderungen des 93-jährigen Zeitzeugens Peter Neuhof, der alle Fragen der Jugendlichen aus Gladbeck beantwortete. Er berichtete in beeindruckender Weise von der systematischen Verfolgung und Ermordung der Berliner Juden, zu denen auch seine Eltern gehörten.

Sein Vater wurde von den Nazis im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet, sein Mutter überlebte im Konzentrationslager Ravensbrück.

Weitere Fahrt im September

Auch ein Besuch der Gedenkstätte „Haus der Wannseekonferenz“ stand auf dem Programm. Dort kamen am 20. Januar 1942 in einer Villa 15 hochrangige Vertreter der nationalsozialistischen Reichsregierung und SS-Behörden zusammen, um unter Vorsitz von SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich den bereits begonnenen Holocaust an den Juden im Detail zu organisieren und die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen zu koordinieren.

Für die Zeit vom 13. bis 23. September plant Georg Liebich-Eisele, der sich ehrenamtlich engagiert, eine Studienfahrt für Erwachsene nach Israel. Auf dem Programm stehen unter anderem die Stationen Jerusalem, Tel-Aviv, Jaffa und Caesarea. Weiterhin vorgesehen: Besuche von Yad Vashem, wo die Reisegruppe mit dem Zeitzeugen Saul Oren spricht, sowie von Massada und Lakiya Weaving Center im Negev.

Im Seminarzentrum Givat Haviva wollen die Reise-Teilnehmer mit der Journalistin Lydia Aisenberg über das Thema „Arabische Minderheit und Jüdische und Arabische Koexistenz“ reden.

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